Weiberfasching

Ich mag diesen Tag. Schon immer. Da kann ich mich an einen Tag im Büro erinnern. Zu der Zeit mag ich wohl so Anfang bis Mitte Zwanzig gewesen sein. Wir kamen tatsächlich verkleidet zur Arbeit. Das klappte damals noch. Heute darf man damit rechnen als „bekloppt“ abgestempelt zu werden.

Zu der Zeit arbeitete ich im Personalbüro eines international tätigen Automobilzulieferers. Durch meine Tätigkeit kannte ich viele Mitarbeiter und hatte einen guten Stand bei meinen Chefs. An dem Tag hatte mein direkter Vorgesetzter tatsächlich mitgedacht. Er trug eine alte scheußliche Krawatte, die ich ihm… Genau! Abgeschnitten hab ich diese Krawatte und er lachte dazu. Während ich meine Arbeit machte, war für diesen Tag die Schere mein besonderes Werkzeug. Jeder, und wirklich JEDER, der mit Krawatte unser Büro betrat, war fällig. Die meisten nahmen es mit Humor.

Es gab aber noch den EDV-Abteilungsleiter, der eine rote Seidenkrawatte trug. Anfangs wehrte er sich noch… Aber unter den Zurufen aller Kollegen war er doch fällig. Und ich schnitt die Krawatte ab. Er machte zwar gute Mine zu diesem Spiel, hat es mir aber auf Dauer verübelt. Tja, Pech gehabt! Wer trägt auch an Weiberfasching eine teure Krawatte?

… und heute? Ich werde nüchtern bleiben und mit Schere bewaffnet in die Stadt gehen. Lustig bin ich auch ohne Alkohol…

Helau und Alaaf! Heute sind die Weiber los!

©UMW


4 Gedanken zu “Weiberfasching

  1. Ich kann dem leider gar nichts abgewinnen. Vor viiiielen Jahren bin ich beruflich zufällig an Weiberfastnacht AUSGERECHNET IN KÖLN!! – gelandet. Muss ehrlich sagen, ich hatte nie von diesem Ereignis gehört und nun stand ich mitten drin! Ich schwör’s, ich fühlte mich wie sterben!!

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    1. Es ist nicht jedermanns Sache, aber das ist auch o.k. so. Diese Menschenansammlung wird mir auch, bei zu großem Gedränge, zu viel. Hin und wieder gebe ich mir das :), um dann wieder für eine Weile davon geheilt zu sein.

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  2. Ich kann diesem ‚verordnetem‘ Frohsinn nicht wirklich viel abgewinnen.
    Aber ich hatte (in jungen Jahren) eine ansehnliche Krawatten-Hälften-Sammlung und es gab einen Termin den ich selten ausfallen ließ – den Tanz der Marktweiber auf dem Viktualienmarkt.
    Seitdem ich allerdings Bayern verlassen habe, bin ich meistens nur noch froh wenn die fünfte Jahreszeit vorbei ist. 😉

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