Der Tod ist keine Lösung

Wir alle wissen, wie wertvoll ein Menschenleben ist. Gerade wir, die wir Kinder (selbst bekommen) haben. Ich mag mir gar nicht vorstellen, was wäre wenn… Also, wenn eines der Kinder verunglückt. Egal wie, egal durch was. Genauso verhält es sich auch mit Menschen, die mir ans Herz gewachsen sind. Das sind Gedanken, die ich vermeide zu Ende zu denken.

Wie viel muss passieren, um seinem Leben ein Ende zu setzen? Ich kenne Menschen, die sehr viel Druck standhalten müssen, psychischen oder finanzieller Druck. Es kann vorkommen, dass eine Beziehung – Paarbeziehung oder Arbeit – zu Ende ist und der Mensch damit nicht klar kommt. Aus welchen Gründen auch immer. Es braucht Stärke, um im Leben bestehen zu können. Es braucht aber auch Vertrauen darauf, dass alles wieder in Ordnung kommen wird. Bei allem was passiert, versuche ich aus verschiedenen Blickwinkeln darauf zu sehen – um zu verstehen. Es ist ein schwieriges Unterfangen. Als Außenstehender ist der Blick objektiver, für das Gefühlte jedoch benötigt es mehr als Empathie.

Was führt nun dazu, seinem Leben ein Ende zu setzen? Wie muss es in einem aussehen, den Tod als Lösung zu sehen? Welche Kräfte müssen hier wirken?

Glücklicherweise kenne ich keinen Menschen, der seinem Leben ein Ende gesetzt hat. Allerdings kenne ich Menschen, die schon einmal darüber gesprochen haben. Hier Hilfe anzubieten, ist eine Möglichkeit. Meine Erfahrung war bisher, dass es zu diesem Zeitpunkt meist schon zu spät ist. Die Person hat sich in ihre Gedankenwelt verbarrikadiert und ist unfähig noch Lösungsvorschläge zuzulassen. Wichtig ist es aber, trotz der Verbohrtheit des Betroffenen, bei ihm zu bleiben und ihm zuzureden. Irgendwann sackt das Gesagte durch bis ins Bewusstsein. Sollte diese Hürde tatsächlich geschafft sein, darf versucht werden professionelle Hilfe mit ins Boot zu holen.

Im Übrigen: Wenn ein Suizid schief geht, lebt es sich unter Umständen mit Einschränkungen (Behinderungen) unangenehmer. Heute erst hat sich einer wieder vor die S-Bahn gestürzt und überlebt. Die Sanitäter waren lange mit ihm beschäftigt und die Stammstrecke hier in der Stadt eingeschränkt.

Der Tod ist keine Lösung. Lasst uns Leben! Pflegt Freundschaften und seid offen auch einmal quer zu denken. Der Kopf ist schließlich rund 🙂


12 Gedanken zu “Der Tod ist keine Lösung

  1. Es ist unmöglich, einen Lebensmüden verstehen zu wollen. Dazu müsste man in die Resonanz verzweifeltster Schwingungen gehen und dies zu tun, verhindert in der Regel ein gesunder Selbsterhaltungstrieb. In China verschluckte mal eine kaiserliche Konkubine ihre goldenen Ohrringe, weil ihr geliebter Hund gestorben war.
    Sie erstickte elend und langsam. Wer will so etwas verstehen?
    Morgengrüße

    Gefällt 3 Personen

  2. …warum ‚dennoch‘? Ein klares Ja und unbedingt. Es ist nur wichtig, die eigene Person aus einer solchen Entscheidungsfindung gänzlich zu entfernen, denn der Lebensmüde wünscht sich insgeheim eine Wahl, hat abgeschlossen mit der Welt. Darum ist es, so gesehen, wirklich das schlimmste Desaster, Selbstmordversuche schwerverletzt zu überleben. Nur mache das so jemandem klar, dessen Geist schon dem Fährmann Charon die Silberlinge in die Hand gedrückt hat…

    Gefällt 2 Personen

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