Insel der Wellen

Ihren Auftrag in Heidelberg hatte Lena erledigt und sich direkt vom Büro zum Flughafen Frankfurt fahren lassen. Jetzt stand sie inmitten anderer Reisender und versuchte sich zu orientieren. Zum Teil hing sie noch im Gespräch mit ihrem Vorgesetzten, mit einem anderen Teil weilte sie schon bei ihrem Liebsten und ein dritter Teil versuchte in der Hektik des Flughafens den richtigen Ticketschalter zu finden. „Es reicht!“ ermahnte sie sich selbst, blendete alles Unnötige aus und konzentrierte sich auf das Hier und Jetzt. Und das hieß nun mal einchecken. Endlich hatte sie den richtigen Schalter gefunden. Sie schob den Gepäckwagen mit ihren Trolleys und dem Wellenboard zum Schalter für interkontinentale Flüge. In gut 24 Stunden sollte sie in Kahului, ihrem Ziel  sein. Nachdem der Check-in erledigt war, suchte sich Lena ein Restaurant. Vor Aufregung hatte sie heute noch nichts gegessen, aber jetzt knurrte ihr Magen. Also sollte sie ihn beruhigen. Sie war gerade fertig mit ihrem Essen, da wurde bereits ihr Flug aufgerufen. Schnell bezahlte sie und eilte zum Abflug-Gate. Als Letzte huschte sie durch die Kontrolle und erreichte außer Atem ihren Flieger.

Lena nahm ihren Fensterplatz ein, verstaute ihre Tasche unter dem Sitz und ließ sich erschöpft in den Sitz sinken. Nachdem die Flughöhe erreicht war lehnte sich die Frau entspannt zurück und schloss die Augen. Schon hatte sie Martins Gesicht vor Augen. In ihrer Vorstellung berührten und küssten sie sich. Sie hatte große Sehnsucht nach ihm. Während ihre Gedanken bei ihm weilten, schlief sie ein.

Sie hatte tief und fest geschlafen und erwachte, als sich die Nase des Fliegers senkte. Sinkflug? Ah… Sie hatten bereits San Francisco erreicht. Nach etwas mehr als zwei Stunden Aufenthalt sollte es weiter nach Hawaii gehen. Sie streckte sich durch, so gut das eben ging, um sich dann in Sitzposition zu begeben.

Die zwei Stunden in San Francisco waren schnell vorbei und nun saß sie im letzten Abschnitt zu ihrem Ziel. Glücklicherweise hatte sie sich die Füße vertreten können, so dass es ihr leicht viel die paar Stunden noch sitzend zu verbringen. Die Zeit sollte schnell vorbei sein. Sie beobachtete die Wolkenschleier vor ihrem Fenster abwechselnd mit den Buchstaben in ihrem Buch. So viel weiter war sie in ihrem Roman nicht gekommen.

Verträumt schaute sie sich die rosa Wolken an. Gab es das tatsächlich? Ja, jetzt schon. Die Sonne ging langsam unter und sie war über den Wolken. „Wie kitschig“, dachte sie sich, aber auch „wunderschön“. Lena war noch mal eingeschlafen und wachte auf, als eine Stimme mitteilte, dass sie sich im Anflug auf Kahului befänden und in wenigen Minuten landen würden. Sofort war sie wieder hellwach. Die Vorfreude ließ sie kaum ruhig sitzen. Mit einem Lächeln strahlte sie die ältere Dame neben sich an. Kein Wort hatten sie während des Fluges miteinander gesprochen; jede war in ihr Tun vertieft gewesen. Aber jetzt lächelte auch diese und wünschte ihr einen schönen Aufenthalt.

Das Auschecken und die Gepäckübernahme verliefen problemloser als gedacht und sehr schnell. Ihren Wagen vor sich her schiebend durchlief Lena die Einreisezeremonien und ließ ihren Blick suchend durch den Ankunftsraum schweifen. Da kam ihr ein braun gebrannter Mann mit leichten Schritten entgegen. Martin! Sie ließ ihren Wagen stehen und lief ihm mit fliegenden Haaren und wehendem Rock entgegen.  Stürmisch umarmten sie sich und freuten sich über das Wiedersehen. Endlich! Er hatte in den letzten vier Wochen, die er hier bereits arbeitete, gut Farbe ab bekommen. Wie wird er da aussehen, wenn sein Projekt in zwei Monaten beendet war?

Martin übernahm ihren Gepäckwagen und schob ihn zu seinem X-Trail. Er verlud das Gepäck, brachte den Gepäckwagen zurück und schwang sich auf den Fahrersitz. Er erzählte von seinem Haus, dass er für die Zeit seines Aufenthaltes zur Verfügung gestellt bekommen hatte. Es lag direkt am Strand, mit Blick auf die Wellen des Ozeans. Eine Haushälterin hatte er auch, die sich um Einkauf und Putzen des Hauses kümmerte. Nach etwas mehr als einer halben Stunde erreichten sie das Haus. Es war heimelig beleuchtet. Nachdem sie das Haus betreten hatten, verabschiedete sich seine Haushaltsperle und wies auf einen Snack in der Küche hin.

Lena war nicht hungrig, zumindest auf keinen Snack. Martin holte nur den Prosecco mit zwei Gläsern und zog Lena auf die Terrasse. Sie standen beide eng umschlungen an der Brüstung und beobachteten die schäumenden Wellen. „Jetzt lass uns erst einmal anstoßen. Darauf, dass du endlich hier bist, mein Engel, und auf eine gute Zeit miteinander“, flüsterte Martin mit warmer Stimme. Die Gläser klirrten aneinander und beide sahen sich tief in die Augen und tranken von dem Blubberwein.

Liebevoll strich Martin die wehenden Haare aus ihrem Gesicht und beugte sich zu einem Kuss herunter. Sanft umspielte seine Zunge ihre Lippen während ihre Zunge seine suchte. Das Spiel der Zungen wurde tiefer und fordernder. Lena spürte seine Erregung durch seine Hose und dem dünnen Stoff ihres Kleides an ihrem Bauch. Seine Hände suchten den Reißverschluss ihres Kleides, den er dann aufzog. Er schob die Träger über die Schultern und ließ das Kleid zu Boden fallen. „Wie schön du bist!“ raunte er ihr ins Ohr, hob sie hoch und trug sie zur Couch. Sie streifte ihm Hemd und Hose vom Körper. Ihre Körper waren lustvoll und geil vor Verlangen auf einander. Fiebernd entkleideten sie sich gegenseitig, erkundeten die Körper des anderen und liebten sich. Immer wieder. Immer wieder, bis ein Silberstreif den Morgen ankündigte. Irgendwann, zwischen den Liebesspielen, hatten sie sich ins Schlafzimmer zurück gezogen. Nun lagen sie engumschlungen da und waren erschöpft eingeschlafen.

Nach wenigen Stunden Schlaf wachte Lena auf. Martin hatte sie schon eine Weile beobachtet und meinte dann: „Wenn man dich so schlafen sieht, könnte man nie glauben welcher Vulkan in dir wohnt“. Lächelnd gab sie ihm einen Kuss und bat um einen starken Kaffee. Nach einer Dusche fanden sich beide auf der Terrasse wieder. Bei einem ausgiebigen Frühstück planten sie für den Tag Wellenreiten und Kiten ein. Es war ein Paradies für Beides auf dieser Insel!

Die Tage vergingen. Jeder Tag war ein Lieben, Wellen reiten, Kiten, repeat…

©UMW

(Diese Geschichte entstand aufgrund der Bitte meines Liebsten, einmal etwas über eine Insel zu schreiben. Das habe ich nun sehr gerne getan.💞)


5 Gedanken zu “Insel der Wellen

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