Kurvenkratzer

Es ist wieder so weit. Na ja. Genau genommen kann ich das ganze Jahr über Motorrad fahren, denn ich habe ein Ganzjahres-Kennzeichen. Wenn es die Temperaturen zulassen, wir haben ja teilweise im Dezember um die 15 Grad, fahre ich auch da.

In den vergangenen Jahren habe ich die Touren im Voralpenland etwas vernachlässigt. Mir fehlte der passende Partner dazu. Dem entsprechend bin ich wohl mehr der „Kurvenschisser“.  An diesem wunderschönen sonnigen Wochenende bin ich zur Abwechslung doch wieder einmal kurvig unterwegs gewesen.

Nachdem am Samstag meine Batterie wieder einmal gestreikt hatte – es war das Parklicht eingeschalten und ich habe es nicht mit bekommen! Ein Manko bei meiner 15jährigen Lady ist auch, dass die Verkleidung in diesem Fall weg muss. In meinen Augen ist das eine Fehlkonstruktion, aber darüber darf ich mich nicht zu laut äußern. Glücklicherweise habe ich einen Partner, der sich um diese Dinge kümmern darf und das auch gerne macht. Doch, ich könnte es auch und weiß sogar wie es funktioniert. Ein Mann tut sich jedoch leichter. Und warum soll ich mich quälen, wenn es auch anders geht. Also hat mein Liebster die Batterie ausgebaut, diese wurde über Nacht an ein Ladegerät gehängt und am nächsten Morgen wieder eingebaut. So war mein Motorrad dann wieder startklar.

Das Wetter war ein Traum und wir ab 11 Uhr, nach auftanken und Luftcheck, on Tour. Wir mussten erst einmal quer durch die Stadt. Jeder Mensch schaute, dass er möglichst schnell aus der Stadt heraus kam. Es war wie eine Stadtflucht. Die Autofahrer fuhren irgendwie besonders rücksichtslos – ohne zu schauen, fast schon kopflos – auf die Fahrbahn. Ein Autofahrer hatte im Osten der Stadt einen Motorradfahrer von seinem Motorrad herunter geholt. Dieser lag auf der Strasse, seine Freundin hielt ihn, während auf den Notarzt gewartet wurde. Die Gedanken, die mir in diesem Moment durch den Kopf schossen waren nachdenklich und wütend. Auf unseren Strassen herrscht soviel Rücksichtslosigkeit! Ist es denn so schwierig sich mit mehr Geduld und Umsicht auf diesem Terrain zu bewegen?

Unsere Route führte uns durch die Stadt über verschiedene Dörfer an den  Erlensee.

Erlensee

Hier legten wir eine Mittagspause für ein gut bürgerliches Essen zu einem vernünftigen Preis ein. Die Sonne wärmte immens und wir haben die Zeit dort im Gespräch mit netten Menschen sehr genossen. Doch wir hatten ja noch einen Plan, also ging es wieder zu den Motorrädern.

Unser Weg führte uns über Rosenheim zum Samerberg. Entgegen kommende Verkehrsteilnehmer mit zwei und vier Rädern warnten uns vor den Radarkontrollen. Mit einer maximalen vorgegebenen Geschwindigkeit von 60 Stundenkilometern fuhren wir die Kurven nach oben, um auf einer anderen Seite wieder talwärts zu rollen.

Motorradroute_Sudelfeld_am_Tatzelwurm
Danke an Google

Weiter ging es dann über den Tatzelwurm zum Sudelfeld. Irgendwie hatten wir wohl nicht genug von der Fahrerei und sind somit die Kurven in Richtung Kufstein weiter gecruist. Bis dahin waren wir schon eine ganze Weile unterwegs und es ward Zeit für Kaffee.

Nachdem sich aber irgendwie sämtliche Biker zu einem Ausflug nach Kufstein befunden haben, kehrten wir wieder um und fuhren für einen Einkehrschwung nach Fischbachau ins berühmte Kuchenparadies „Winkelstüberl“. 20170402_172302Zu der vorgerückten Zeit gab es sogar Parkplatz für unsere Mopeds und einen Tisch mit Sitzplätzen, an der Hausmauer auf der Terrasse, für uns. Selten hatten wir uns Kaffee mit Kuchen so verdient. Nach einer kurzen Rast machten wir uns auf den Weg nach Hause. Die letzten 60 Kilometer zogen sich dann doch sehr, denn der Popo schmerzte von der Sitzerei und die Knie jammerten ob der Protektoren.

Die kurvige Strecke mit rund 320 Kilometern haben wir in einer Zeit von gut acht Stunden, inklusive Pausen, als Genussbiker erfahren. Es war ein wunderschöner ereignisvoller Tag.

Und hier möchte ich einen klugen Mann zitieren:

Fun isn’t a straight line!

©UMW


4 Gedanken zu “Kurvenkratzer

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