Das war’s dann wohl…

Genau drei Monate waren es schlussendlich. Jetzt bin ich wieder frei. O.k., frei war ich die ganze Zeit. Nur… Fühlte ich mich in meinen eigenen vier Wänden eingeschränkt. Ich merke schon, ihr habt alle so Fragezeichen in euren Augen.

Gut. Ich beginne von vorne. Genau genommen im Mai. Mitte Mai. Zu der Zeit hatte mich meine Nachbarin und Arbeitskollegin des öfteren mit dem Fahrrad in die Arbeit begleitet. Einmal fing sie an: „Duhu… Sag mal… Bei dir steht doch ein Zimmer frei? Magst das nicht vermieten? Eine Freundin von mir sucht etwas. Die hausen zu Viert in einer 2-Zimmer-Wohnung. Da hat sie nie Ruhe zum Lernen. Die hat bald Prüfungen.“ Ich versprach mir Gedanken zu machen. Außerdem wollte ich die knapp 30jährige Frau kennenlernen.

Ich lernte sie kennen. Sie wirkte offen und machte soweit einen netten Eindruck. Gut, wir wollten es miteinander probieren. Ende Mai bezog sie das Zimmer. Den großen Campingtisch stellte ich ihr als Arbeitsplatz zur Verfügung. Die Hälfte des im Zimmer befindlichen Schrankes durfte sie ebenfalls nutzen. Einen Lattenrost und eine Matratze brachte sie mit. Und viele Kisten mit Bücher, Kleidung etc. Irgendwie viel zu viel für dieses Zimmer. So wirklich verräumt wurde das Ganze auch nie. Wohnzimmer, Küche und Bad sollten gemeinsam genutzt werden und ich bat um Ordnung.

An dieser Stelle sei gesagt, dass ich da kein Fanatiker bin. Einfach ganz normale Ordnung, wie mal saugen, Flecken weg machen oder aufwischen, wenn etwas hinunterfällt etc. und im Bad auf Sauberkeit achten.

Ihr Zimmer war auf der Wetterseite. Deshalb war es mir wichtig, hier die Fenster bei Abwesenheit zu schließen. Es hatte schon häufig herein geregnet und mir ist das Wasser bereits von der Gaubendecke getropft. Das sagte ich ihr auch so.

In der ersten Zeit erzählte sie noch viel. Wenn sie anfing, fand sie selten ein Ende. Die andere Zeit verzog sie sich in ihr Zimmer. Soweit ich mitbekam war sie die meiste Zeit nur am PC und online Filme schauen.

Irgendwann dann mal im Bad, piekste mich irgend etwas in die Füße. Mehrfach. Bei genauerem Hinsehen lagen da Nägel auf dem Badteppich verteilt. Von mir stammten die nicht. Als Manu spät nach Hause kam, machte ich sie darauf aufmerksam. Ich finde es wichtig so etwas direkt anzusprechen. Sie durfte diese gleich noch weg saugen, was ihr ganz offensichtlich nicht wirklich gefiel. Kurze Zeit darauf fand ich die Toilette in unsauberen Zustand vor. Na ja… Gut, sie entschuldigte sich und versprach mehr darauf zu achten. Mit der Zeit sammelte sie das Geschirr im Zimmer, so dass die Reste eintrockneten. Mein Gemüsemesser fand ich generell bei ihr. Und dann kam der Tag, an dem es so richtig schüttete. Vom Himmel Regen im Sturzbach fiel. Ihr Fenster gekippt. Das Wasser sammelte sich auf dem Sims und lief herunter. Eine Pfütze hatte sich bereits gesammelt. Ich schrieb ihr eine WhatsApp mit dem Hinweis, dass in ihrem Zimmer Überschwemmung sei und sie bei der Gelegenheit das Zimmer überhaupt einmal putzen könnte. Inzwischen wohnte sie ja schon etwas mehr als 8 Wochen da und hatte es noch keinmal geschafft zu saugen oder nass zu wischen. Es kam keine Reaktion. Und von da ab sprach sie nicht mehr mit mir. Ging mir aus dem Weg. Ich wartete noch ein paar Tage. Nichts! An dem folgenden Samstag war ich in der Küche. Ich hörte sie ins Bad gehen, dann klappte ihre Zimmertür und ich sah sie die Wohnung verlassen. Kein Wort. Nichts. Per WhatsApp habe ich nachgefragt, ob sie mir aus dem Weg gehen würde oder was los sei. Ob sie eine Auseinandersetzung befürchtete. Es kam keine Antwort. Gelesen war es. Nach einer halben Stunde habe ich ihr dann geschrieben, dass ein gemeinsames Wohnen so keinen Sinn macht und sie zum Ende des Monats ausziehen soll.

Tja. Es ist Ende des Monats. Das Zimmer ist leer. Mein Schlüssel hängt wieder im Kasten. Das Zimmer habe ich picobello geputzt und geräuchert. Und ich, ich habe jetzt wieder meinen Seelenfrieden 🙂

©by UMW


4 Gedanken zu “Das war’s dann wohl…

    1. Ja, Es war ein Versuch lieber Lu 😅 und jetzt mache ich es mir einfach schön…
      Liebe Grüße und ein schönes Wochenende wünscht dir Ulrike

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