Die rasante Tram

Aufgrund des Schlechtwetters bin ich heute mit den Öffis unterwegs. Warm genug wäre es heute gewesen, um Fahrrad zu fahren, aber mein Weg führt mich nach der Arbeit noch aus der Stadt raus, so dass ich mich gegen den Drahtesel entschied.

Am Ostbahnhof stieg ich für das letzte Stück in die Tram um. Die Anzeige wies  mich auf eine Wartezeit von drei Minuten hin. Das ist in Ordnung. Bis zu zehn Minuten musste ich hier schon warten, wenn ich in die Rücklichter eines Zuges schauen musste. Heute sah es für mich ganz gut aus. Während der Wartezeit las ich in der BuchApp meines Mobiltelefons bis ich das Rattern der Stahlräder auf den Schienen hörte. Ich blickte auf, wartete auf das Anhalten des Zuges und stieg beim letzten Einstieg in die fast leere Bahn ein. Um meine Ausstiegshaltestelle nicht zu verpassen setzte ich mich so, dass mein Blick in Richtung Ausstieg war. Durch den hintersten Platz hatte ich sowieso einen Panoramablick in alle Richtungen und vor allem habe ich meist diesen Zugteil für mich. Heute setzte sich eine ältere Dame mir gegenüber. Wir lächelten uns zur Begrüßung zu und ich vertiefte mich wieder in mein Buch.

Links von mir hörte ich das Gelächter und Reden zweier Männer. Beide in etwa Mitte Vierzig, einer davon genauso breit wie groß. Also ein richtiges Vierschrot-Kaliber. Die beiden Männer hatten viel Spaß an ihren Erzählungen über ihnen bekannte Personen. Männer tratschen ja nicht 😉

Die Türen der Bahn schlossen sich lautlos und die Tram fuhr an. Es ging mit einem Karacho um die erste Kurve, so dass ich erstaunt hochsah. Was war denn das??? Da flog ein Mann quer und lag auf dem Boden, der andere hing nur noch zur Hälfte auf seinem Sitz. Die Dame mir gegenüber hielt sich erschrocken an einer Strebe fest. Vorne war noch eine weibliche Person von ihrem Sitz gefallen.  Der Vierschrot-Mann rappelte sich wieder hoch und setzte sich lachend auf den Sitz neben seinem Freund. „Welch ein Glück, dass mein Airbag aufging“, lachte dieser und meinte damit seinen großen Bauch. Es wurde gelacht, aber auch geschimpft. Zumal es auch um die nächste Kurve recht rasant ging.

An der nächsten Haltestelle kam der Fahrer nach hinten. Seine Frage war, ob sie Tee (also Alkohol intus hätten), was verneint wurde. Der Vierschröter sagte zu dem Fahrer, dass sie diese Aussage wohl schnell vergessen sollten…

Werkwürdig, dass der Fahrer sich nicht nach dem Befinden fragte, sondern nach Alkoholgenuss. Seinen Fahrstil stellte er nicht in Frage, denn schließlich wird ja alles elektronisch geregelt.

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©by UMW


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