Die Berghütte

Seit mehreren Wochen schon waren Anne und Fred in den Bergen. Rückzug in ihre Hütte. Ein kleiner See gehörte mit dazu und lud allmorgendlich zum Schwimmen ein. Herrlich war es dort. Klare Luft. Keine Fahrzeuge und nur wenig bis gar keine Menschen.

Seit zwei Tagen war Basti hier. Ein Freund von Fred. Er wollte eine Woche bleiben und ein wenig im nahen Fels klettern. Anne mochte ihn nicht so besonders. Er war ihr zu glatt; zu geschniegelt und zu oberflächlich. Trotzdem war sie freundlich zu ihm, unverbindlich.

Gerade kam sie vom See zurück. Fröstelnd lief sie hinters Haus, um sich kurz warm abzuduschen. Danach ging sie auf ihr Zimmer und kleidete sich an.

Unten hörte sie die Männer im Gespräch. Es war ein bisschen lauter. Was war da los? Sie öffnete die Zimmertür, lauschte. Um was ging es denn da? Nachdrücklich schien Basti auf Fred einzureden. Da setzte sie sich auf die oberste Stufe und versuchte die Gesprächsfetzen zu verstehen. Es wurde deutlicher. Es ging um sie. Anne wurde ärgerlich, als sie Fred so abfällig über ihre Person reden hörte. Vorerst blieb sie auf ihrem Platz.

Da saß sie nun. Oben auf dem Treppenabsatz. Sie lauschte normal nie. Doch jetzt war sie neugierig. Was wollte der Typ denn?

„Bisher hattest du immer hübsche schlanke Frauen,“ hörte sie Basti sagen. „Was willst du mit der Anne. Was machst mit der alleine hier oben? Die ist doch fad.“

Fred war wütend über diese Aussage: „Was bildest du dir ein, Basti! Du kennst sie doch gar nicht. Vielleicht hat sie ein bisschen mehr auf den Rippen als die anderen. Mir gefällt es an ihr. Außerdem hat sie ihr Herz auf dem rechten Fleck. Sie tut, was sie sagt und verspricht nichts. Sie ist ein ganz ein feiner Mensch. Wie kannst du nur so einen Blödsinn von dir geben?“

Basti lachte. „Das kannst du so nicht meinen. Schau dir doch den Hintern an!“ meinte er abfällig.

Anne hatte genug gehört. Sie lief die Treppen hinunter und baute sich vor Basti auf. „Es reicht, du blöder Schnösel! Du bist ein oberflächlicher Arsch. Wie kannst du nur über mich herziehen und versuchen Fred zu beeinflussen? Das ist unterste Schublade. Nur weil Fred gerade nicht mit dir um die Häuser zieht und ich nicht deinem Ideal entspreche…“ Kopfschüttelnd wandte sie sich ab und ging zu Fred.

Er legte besitzergreifen seinen Arm um ihre Taille. „Auf meine Frau lass ich nichts kommen. Wenn es dir nicht passt… Es hält dich keiner hier,“ schimpfte er und küsste Anne auf den Scheitel.

Basti hatte einen hochroten Kopf. „Entschuldigung“, murmelte er. „Ich gehe dann wohl besser.“ Er packte seinen Rucksack und verschwand.

Endlich war wieder Ruhe eingekehrt. Die beiden Verliebten verschwanden im Schlafzimmer. Endlich hatten sie wieder Zeit für sich.

©by UMW


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