Wie kommt es zum Pressekodex

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…und wie hält er sich heute?

Es war einmal… Vor rund hundert Jahren wurden Journalisten zu Propagandazwecken missbraucht. Wir kennen die Zeit aus den Geschichtsbüchern, als ein Diktator die Presse – und nicht nur die Presse – für seine Zwecke einsetzte. Ich glaube, das wird auch Haltungs-Journalismus genannt.

Nach dem Krieg, als wieder Normalität eingekehrt war, schlossen sich deutsche Verleger- und Jounalistenverbände zusammen und gründeten im November 1956 den Presserat.  

Der Presserat definiert seine Ziele und Aufgaben wie folgt

  • Eintreten für die Pressefreiheit
  • Wahrung des Ansehens der deutschen Presse
  • Beseitigung von Missständen im Pressewesen
  • Eintreten für den unbehinderten Zugang zu Informationsquellen
  • Behandlung von Beschwerden über redaktionelle Veröffentlichungen und journalistische Verhaltensweisen auf Basis des Pressekodex
  • Aufstellen und Fortschreiben von publizistischen Grundsätzen sowie Richtlinien für die redaktionelle Arbeit (Pressekodex)
  • Selbstregulierung des Redaktionsdatenschutzes
  • Ansprechpartner für Leser, Journalisten und Verleger

Im Jahr 1976 entstanden die publizistischen Grundsätze, die der heutige Pressekodex sind. Er gilt als der Ehrenkodex der Journalisten und enthält 16 Ziffern.

  1. Wahrhaftigkeit und Achtung der Menschenwürde: „Die Achtung vor der Wahrheit, die Wahrung der Menschenwürde und die wahrhaftige Unterrichtung der Öffentlichkeit sind oberste Gebote der Presse.“ (Pressekodex) 
  2. Sorgfalt: enthält Vorgaben zu Interviews und Leserbriefen
  3. Richtigstellung: Erweist sich eine Berichterstattung als falsch, so ist eine Richtigstellung an vergleichbarer Stelle und in vergleichbarem Umfang zu veröffentlichen.
  4. Grenzen der Recherche: Bei der Recherche selbst dürfen gemäß Pressekodex keine unlauteren Methoden angewendet werden. Das schließt auch ein, dass sich ein Journalist in aller Regel als solcher zu erkennen geben muss.
  5. Berufsgeheimnis
  6. Trennung von Tätigkeiten: Journalisten und Verleger dürfen keine Nebentätigkeiten ausüben, welche die Glaubwürdigkeit der Presse infrage stellen könnten.
  7. Trennung von Werbung und Redaktion: Werbung muss stets als solche gekennzeichnet werden. Journalistische Arbeit und PR-Erzeugnisse sind somit klar voneinander abzugrenzen.
  8. Persönlichkeitsrechte: Das Privatleben eines jeden Menschen ist stets zu achten. Beinhaltet Opferschutz und die Kriminalberichterstattung. 
  9. Schutz der Ehre: Durch eine unangemessene Darstellung darf kein Mensch in seiner Ehre verletzt werden.
  10. Religion und Weltanschauung
  11. Sensationsberichterstattung und Jugendschutz: Auf eine unangemessene Berichterstattung bei Gewalttaten oder Katastrophen ist zu verzichten. 
  12. Diskriminierungen / 12.1. (seit Silvester 2015)Keine Erwähnung der Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu ethnischen, religiösen oder anderen Minderheiten nicht zu einer diskriminierenden Verallgemeinerung individuellen Fehlverhaltens führt. 
  13. Unschuldsvermutung
  14. Medizin-Berichterstattung: Medizinische Themen müssen sachlich aufbereitet werden, sodass keine Ängste oder Hoffnungen geschürt werden.
  15. Vergünstigungen: Bestechungen, wie beispielsweise Geschenke, sind stets abzulehnen, sofern sie geeignet sein könnten, die Entscheidungsfreiheit von Verlag und Redaktion zu beeinträchtigen.
  16. Rügenveröffentlichung: Dem Grundsatz der fairen Berichterstattung folgend, soll gemäß Pressekodex eine Rüge, welche der Presserat ausspricht, veröffentlicht werden.

Mir macht es oft den Eindruck, dass Journalisten von großen Medienhäusern und den öffentlich-rechtlichen Sendern eher dem Haltungs-Journalismus anheimgefallen sind, da sie gegenüber der Regierung in meinen Augen viel zu unkritisch fragen und nachfragen, hinterfragen. Das vermisse ich nicht nur in Talkshows, sondern auch bei Bundespressekonferenzen (BPK).  Aus diesem Grund kommt bei mir das Gefühl auf, dass die Ziffern 1, 2 und 14 derzeit von diesen Journalisten „ausgesetzt“ sind. Fehlende Informationen und dazu propagandamäßig Angst verbreiten, seit Anbeginn des C-Virus, lassen diesen Schluss zu. Böse Zungen behaupten, dass hier „geschmiert“ wurde. Nach den ganzen Amigofällen in der Politik, die gerade wieder so nach und nach an die Öffentlichkeit kommen, liegt diese Vermutung nicht so weit weg.

Selbst informiere ich mich bei freien Journalisten. Mir sind vor allem Quellenangaben wichtig, damit ich dem nachgehen und mich selbst überzeugen kann. Mein Favorit ist Boris Reitschuster. Empfehlen kann ich noch Peter Weber (Hallo Meinung), der mit seinem Team gute Arbeit macht. Die Welt, Focus Online und Tichys Einblick bieten ebenfalls kritische Beiträge. Jeder hat eine andere Vorstellung bzw. Schwerpunkt und in meinen Augen sind vielfältige Meinungen in schwierigen Situation extrem wichtig und notwendig.

©by UMW

 


2 Gedanken zu “Wie kommt es zum Pressekodex

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