Das schönste Bild…

Es lässt sich schlichtweg nicht einfangen, festhalten oder was auch immer. So gut wie jeden Tag kann ich es sehen. Es zeigt sich als Naturschauspiel. Vor meinem Fenster, und ist wunderschön. Tagtäglich und von früh bis spät. Tausendmal besser als jedes Fernsehprogramm.

Die Hügelkette. Bisher viele Momente in grün mit Schäfchenwolken. In den letzten Tagen durch eine dicke Wolkendecke fast nicht sichtbar und nach den abgekühlten Tagen vom letzten Wochenende zeigt sich dort der erste Schnee. Es ist wirklich traumhaft. Dieser Blick beruhigt die Seele, macht mich ruhig. Es entspannt. 

 

Nur ein Moment…

©by UMW

Die Helferleins

Vor einiger Zeit hatte ich mir einen gebrauchten Sekretär gekauft. Über eBay Kleinanzeigen finden sich da immer wieder hübsche Dinge. Wirklich antik ist das Teil nicht, jedoch ist es im Biedermeierstil. Es hat eine Schreibtischklappe, damit ich vernünftig im Homeoffice arbeiten kann. Außerdem einen absperrbaren Teil für meine Ordner.  Somit sind diese endlich verstaut. Mit 90 cm Breite bietet es genug Platz für die Arbeit mit einem Laptop. 

Schon beim Abholen hatte ich mich in der Größe verschätzt. Um wenige Millimeter passte das Möbelstück nicht in den Fahrzeugkofferraum meiner Tochter. Wir riefen an dem Abend ihren Schwiegervater, der mit seinem Kombi aushalf. In der Tat hätte ich da noch ein weiteres Möbel mitnehmen können 😀 so viel Platz bot dieses Auto. 

Bei mir zu Hause angekommen wollten wir den Sekretär direkt an den vorgesehenen Platz bringen. Dazu mussten wir eine enge Treppe nach oben. Es stellte sich schnell heraus, dass wir es nicht um die Kurve schaffen werden. Versuche mit Drücken und Schieben blieben erfolglos. Der Heizregler war im Weg und das Treppengeländer. Also verbrachten wir das hübsche Möbel in die ebenerdige Schlafkammer. 

Nun, nach mehreren Wochen hatte es endlich gepasst, dass zwei befreundete Männer Zeit hatten. Der Termin stand seit zwei Wochen . Wie es der Wettergott jedoch wollte, regnete es den ganzen Morgen und auch als die Beiden gegen Mittag bei mir ankamen. Und das, obwohl die Wettervorhersage für die Zeit zwischen 10 Uhr und 14 Uhr nur 20 % Regen prophezeite. 

Wir nutzten die Zeit erst einmal für das, zur Belohnung versprochene, Weißwurstfrühstück. Als dann kurzfristig der Regen pausierte, holten wir die Leiter und eine alte Decke von meiner Vermieterin. Ja… Jetzt wird es spannend.

Frank schraubte das Gitter für den französischen Balkon ab. Die Leiter wurde an die Öffnung gestellt und die Decke über die Leiter gelegt. Der Sekretär stand inzwischen auf der Terrasse. Dann wurde das gute Stück mit zwei Spanngurten um das Möbel fixiert.  Martin und ich standen oben an der Balkontür, griffen uns die Gurte und zogen während Frank den Sekretär von unten stützte und schob. Es dauerte keine fünf Minuten und das Möbel stand zu meiner Freude an seinem vorgesehenen Platz. Den Tisch, den ich bisher als Schreibtisch genutzt hatte, wurde über das Fenster nach unten auf die Terrasse gehievt und hat so seine neue Bestimmung bekommen. 

Nach dem das Gitter für den französischen Balkon wieder angebracht war, Leiter und Decke verräumt, fanden wir noch Zeit für Kaffee und Klatsch. Inzwischen hatte der Wettergott wieder seine Arbeit aufgenommen und spendete der Natur das notwendige Nass. Ich war und bin sehr dankbar für die Hilfe der Beiden. Freunde sind Glück!

©by UMW

 

Am Haken

Photo by Pixabay on Pexels.com

Maria, Maria… Tja, was soll erzählt werden? Was ist ihr passiert oder was hat sie – wieder einmal – angestellt. Keine Sorge, ganz so dramatisch ist es nun auch wieder nicht.

Nach einem regnerischen Vormittag klarte der Himmel am Nachmittag auf. Die Sonne kämpfte sich durch die Wolkendecke. Es dauerte nur wenige Minuten bis der Planet von einem strahlendblauen Himmel erstrahlte.

Und Maria strahlte mit der Sonne um die Wette, konnte sie nun doch noch eine Runde im See schwimmen. Sie packte ein Handtuch, ein Laken und die Wasserflasche in ihren Rucksack, schlüpfte in die Schlappen und schnappte sich ihr Fahrrad und fuhr die fünfzehn Minuten zu ihrem Badeplatz. Es war herrlich leer.

Nachdem das Fahrrad abgesperrt und Laken sowie Handtuch ausgelegt waren, ging sie zielstrebig ins Wasser. Die Wassertemperatur erschien ihr gleich warm oder kalt wie die Lufttemperatur. Es dürfte bei ca. 22-23 Grad liegen. Mit kräftigen Zügen durchpflügte sie den See. Das war es, was ihr an diesem Tag noch gefehlt hatte.

Die Sonne hatte noch ein paar Touristen mit Elektrobötchen auf den See gebracht und ein grünes Ruderboot schaukelte ebenfalls auf dem See. Maria achtete darauf, dass sie den Booten nicht zu nahe kam und hoffte, dass auch sie gesehen wurde.

Der im grünen Ruderboot saß mit dem Rücken zu ihr und kam immer näher. Maria wich schon nach links aus. Auf einen Zusammenstoß hatte sie wahrlich keine Lust. Sollte sie mal rufen? Da drehte sich der Ruderer um, sah sie und lenkte auf die andere Seite. Maria atmete auf. Kein Zusammenstoß. Doch irgendetwas zupfte an ihrer Bikinihose. Was war das denn? Da sah sie die beiden Angeln, die der Ruderer am Boot befestigt hatte. Hatte er sie „geangelt“? Gut sichtbar bog sich eine der Angeln. Der Ruderer und Maria sahen sich erschrocken an. Während sie versuchte sich vom Angelhaken zu lösen lies er noch etwas von der Schnur raus. Nach mehreren Minuten war die Frau wieder frei, so dass der Angler seine Angelschnur zurückholen konnte. Beide lachten, denn glücklicherweise war nichts passiert. Maria meinte nur noch: „Das wäre jetzt ein ungenießbarer Fang gewesen“ und zwinkerte ihm zu. Er lachte schallend. „Genau… Und so ein großer Fisch hängt glücklicherweise auch nicht jeden Tag an der Angel.“

Die Beiden verabschiedeten sich lachend und jeder tat das, was er vorher schon getan hatte. Er ruderte und sie schwamm zur Liegewiese zurück.  

©by UMW

Landduft

Wisst ihr noch, wie der Sommer riecht? Es ist der Duft nach Heu oder dem Sommerregen. Ich liebe das!

Gestern erst mähte der Bauer hier seine Wiese. Als ich ins Bett ging roch es überall nach Heu und begleitete mich in meine Träume.

Herrlich, oder? Ja, ich bin gerne hier in meinem Dorf und liebe die Ruhe, das Zwitschern der Vögel und die Sonnenuntergänge hinter den Berggipfeln.

by UMW

 

Eigenbrötlerisch

Es gibt so Tage, da will ich meine Ruhe. Nur wenig Menschen um mich oder am besten gar keine. Ok, das lässt sich selten so verwirklichen. Zumal, wenn der Planet vom Himmel brennt und alles nach draußen stürmt. 

Dennoch… Es geht und liegt lediglich an der Uhrzeit. Heute morgen, nach meinem Kaffee, packte ich Handtuch und Wasser in meinen Rucksack, schwang mich auf mein Fahrrad und fuhr auf die Ostseite des Sees. Bereits um 9 Uhr legte ich mein Handtuch in eine Ecke der Liegewiese. Etwas Schatten gab es auch und vor allem in einer wenig besuchten Ecke. Der See lag völlig unberührt vor mir. So liebe ich es. 

Direkt nach Ankunft erstürmte ich den ruhigen See und schwamm in langen Zügen. Etwa eine Stunde pflügte ich durchs Wasser. Es hatte eine angenehme und doch noch erfrischende Temperatur. Bis Mittag genoss ich Ruhe und Sonne am Ufer. 

Einige Libellen setzten sich auf meine lackierten Zehen. Jedes mal, wenn ich sie fotografieren wollte, schwebten Sie davon. So konnte ich lediglich den schönen Ausblick mit der Kamera einfangen. 

©by UMW

Es kracht und scheppert…

Schon am Freitag zogen dunkle Wolken auf. Beängstigend, so dunkel wie es wurde. Dazu regnete es in Strömen und warf Hagelkörner vor die Haustüre. Meine Blumen waren so traurig, dass Sie die Blütenblätter von sich warfen. Einige Pflänzchen knickten im wahrsten Sinne des Wortes ein. Nach dem Unwetter richtete ich sie so gut es ging wieder auf. Dafür strahlten sie mich dann auch wieder freundlich an.

Die Wetterseite ist mit Eingangstüre und einem kleinen Fenster im Westen. Dummerweise hatte mir so der Regen einen kleinen See im Eingangsbereich beschert. Fast wäre ich auf den Fliesen darin ausgerutscht, doch glücklicherweise konnte ich mich abfangen. Eine halbe Schüssel voll Wasser hatte ich schlussendlich aufgewischt. Auf dem Fensterbankerl fand sich ebenfalls eine kleine Pfütze. Irgendwie ist da wohl etwas mehr undicht. Am Samstag kaufte ich im Baumarkt eine Abdichtung fürs Fenster, nur für die Türe konnte ich das Passende nicht finden, also musste ich es online bestellen. Bis Mitte der Woche sollte ich die Haustüre abdichten können. 

Samstag und Sonntag war es wieder heiß und sonnig. Auch der Montag begann mit einem klarem wolkenlosen blauen Himmel. An Regen hatte ich deshalb so schnell nicht wieder gedacht. Bis ich nach Hause kam, hingen bereits regenschwere dunkle Wolken in den Bergen. Eine Weile hielt es noch durch, bevor es wieder Hagelkörner vom Himmel schleuderte. Glücklicherweise hatte ich rechtzeitig meine Pflänzchen in den Schutz des Hauses geholt, so dass diese heute verschont blieben. 

Dieses Mal gab es jedoch ein beängstigendes und gewaltiges Gewitter. Es krachte und schepperte. Der Blitz war grell und sorgte für eine taghelle Umgebung. Der Donner kurz darauf war laut wie ein Kanonenschuss. Es war keine Zeit um bis zwei zu zählen. Doch glücklicherweise hielt das nur kurz an. Schon bald war nur noch ein Grollen in der Ferne hörbar. Das Gewitter war weitergezogen. Was blieb war noch das beruhigende Rauschen des Regens und dieser besondere Geruch nach einem Sommergewitter.

©by UMW