Das neue Mitwohnende

Seit heute gibt es ein neues Wesen in meinem Häuschen. Ich würde es Androgyn bezeichnen. Es hat zwar ein weibliches Gesicht, von hinten mutet es männlich an. Unterhalb des Kopfes gibt es keinerlei Geschlechtsmerkmale. Es kann also sowohl als auch sein. Non binär auf Neudeutsch. Oder eben auch Genderquer, wie es die Regenbogengesellschaft ausdrückt. 

Es sitzt, hockt oder steht…. (Ihr dürft es euch aussuchen 😉 )  auf den Stufen und macht als Hut- und Schaltragendes eine gute Figur und ich werde ab sofort von einem menschlichen Kopf begrüßt. Glücklicherweise ist es stumm, hat gehörlose Ohren und kann mir ohne Stimme kein Kontra geben. Es muss sich all meine Ergüsse ohne Widerworte anhören. 

Dieses androgyne Geschöpf benötigt noch einen Namen. Könntet ihr, meine werte Leserschaft, hierbei helfen? Vorschläge gerne in den Kommentaren. Besten Dank.

©by UMW

Dankbarkeit

Dankbarkeit für das eigene Sein

Dankbar für eine natürliche Gesundheit

Dankbar für die Stärke in einer schwierigen Zeit

Dankbar genieße ich die wonnige Sonne und

atme das Leben in vollen Zügen tief ein

Mit dem Duft nach Kuhdung und herbstlichem Laub.

©by UMW

Die Helferleins

Vor einiger Zeit hatte ich mir einen gebrauchten Sekretär gekauft. Über eBay Kleinanzeigen finden sich da immer wieder hübsche Dinge. Wirklich antik ist das Teil nicht, jedoch ist es im Biedermeierstil. Es hat eine Schreibtischklappe, damit ich vernünftig im Homeoffice arbeiten kann. Außerdem einen absperrbaren Teil für meine Ordner.  Somit sind diese endlich verstaut. Mit 90 cm Breite bietet es genug Platz für die Arbeit mit einem Laptop. 

Schon beim Abholen hatte ich mich in der Größe verschätzt. Um wenige Millimeter passte das Möbelstück nicht in den Fahrzeugkofferraum meiner Tochter. Wir riefen an dem Abend ihren Schwiegervater, der mit seinem Kombi aushalf. In der Tat hätte ich da noch ein weiteres Möbel mitnehmen können 😀 so viel Platz bot dieses Auto. 

Bei mir zu Hause angekommen wollten wir den Sekretär direkt an den vorgesehenen Platz bringen. Dazu mussten wir eine enge Treppe nach oben. Es stellte sich schnell heraus, dass wir es nicht um die Kurve schaffen werden. Versuche mit Drücken und Schieben blieben erfolglos. Der Heizregler war im Weg und das Treppengeländer. Also verbrachten wir das hübsche Möbel in die ebenerdige Schlafkammer. 

Nun, nach mehreren Wochen hatte es endlich gepasst, dass zwei befreundete Männer Zeit hatten. Der Termin stand seit zwei Wochen . Wie es der Wettergott jedoch wollte, regnete es den ganzen Morgen und auch als die Beiden gegen Mittag bei mir ankamen. Und das, obwohl die Wettervorhersage für die Zeit zwischen 10 Uhr und 14 Uhr nur 20 % Regen prophezeite. 

Wir nutzten die Zeit erst einmal für das, zur Belohnung versprochene, Weißwurstfrühstück. Als dann kurzfristig der Regen pausierte, holten wir die Leiter und eine alte Decke von meiner Vermieterin. Ja… Jetzt wird es spannend.

Frank schraubte das Gitter für den französischen Balkon ab. Die Leiter wurde an die Öffnung gestellt und die Decke über die Leiter gelegt. Der Sekretär stand inzwischen auf der Terrasse. Dann wurde das gute Stück mit zwei Spanngurten um das Möbel fixiert.  Martin und ich standen oben an der Balkontür, griffen uns die Gurte und zogen während Frank den Sekretär von unten stützte und schob. Es dauerte keine fünf Minuten und das Möbel stand zu meiner Freude an seinem vorgesehenen Platz. Den Tisch, den ich bisher als Schreibtisch genutzt hatte, wurde über das Fenster nach unten auf die Terrasse gehievt und hat so seine neue Bestimmung bekommen. 

Nach dem das Gitter für den französischen Balkon wieder angebracht war, Leiter und Decke verräumt, fanden wir noch Zeit für Kaffee und Klatsch. Inzwischen hatte der Wettergott wieder seine Arbeit aufgenommen und spendete der Natur das notwendige Nass. Ich war und bin sehr dankbar für die Hilfe der Beiden. Freunde sind Glück!

©by UMW

 

Landduft

Wisst ihr noch, wie der Sommer riecht? Es ist der Duft nach Heu oder dem Sommerregen. Ich liebe das!

Gestern erst mähte der Bauer hier seine Wiese. Als ich ins Bett ging roch es überall nach Heu und begleitete mich in meine Träume.

Herrlich, oder? Ja, ich bin gerne hier in meinem Dorf und liebe die Ruhe, das Zwitschern der Vögel und die Sonnenuntergänge hinter den Berggipfeln.

by UMW

 

Es kracht und scheppert…

Schon am Freitag zogen dunkle Wolken auf. Beängstigend, so dunkel wie es wurde. Dazu regnete es in Strömen und warf Hagelkörner vor die Haustüre. Meine Blumen waren so traurig, dass Sie die Blütenblätter von sich warfen. Einige Pflänzchen knickten im wahrsten Sinne des Wortes ein. Nach dem Unwetter richtete ich sie so gut es ging wieder auf. Dafür strahlten sie mich dann auch wieder freundlich an.

Die Wetterseite ist mit Eingangstüre und einem kleinen Fenster im Westen. Dummerweise hatte mir so der Regen einen kleinen See im Eingangsbereich beschert. Fast wäre ich auf den Fliesen darin ausgerutscht, doch glücklicherweise konnte ich mich abfangen. Eine halbe Schüssel voll Wasser hatte ich schlussendlich aufgewischt. Auf dem Fensterbankerl fand sich ebenfalls eine kleine Pfütze. Irgendwie ist da wohl etwas mehr undicht. Am Samstag kaufte ich im Baumarkt eine Abdichtung fürs Fenster, nur für die Türe konnte ich das Passende nicht finden, also musste ich es online bestellen. Bis Mitte der Woche sollte ich die Haustüre abdichten können. 

Samstag und Sonntag war es wieder heiß und sonnig. Auch der Montag begann mit einem klarem wolkenlosen blauen Himmel. An Regen hatte ich deshalb so schnell nicht wieder gedacht. Bis ich nach Hause kam, hingen bereits regenschwere dunkle Wolken in den Bergen. Eine Weile hielt es noch durch, bevor es wieder Hagelkörner vom Himmel schleuderte. Glücklicherweise hatte ich rechtzeitig meine Pflänzchen in den Schutz des Hauses geholt, so dass diese heute verschont blieben. 

Dieses Mal gab es jedoch ein beängstigendes und gewaltiges Gewitter. Es krachte und schepperte. Der Blitz war grell und sorgte für eine taghelle Umgebung. Der Donner kurz darauf war laut wie ein Kanonenschuss. Es war keine Zeit um bis zwei zu zählen. Doch glücklicherweise hielt das nur kurz an. Schon bald war nur noch ein Grollen in der Ferne hörbar. Das Gewitter war weitergezogen. Was blieb war noch das beruhigende Rauschen des Regens und dieser besondere Geruch nach einem Sommergewitter.

©by UMW

In Aufruhr

Alles im Umbruch, vieles passiert. Maria ist aufgeregt. Aufgeregt wie schon lange nicht mehr. Inzwischen arbeitet sie wieder. Bereits seit vier Wochen ist sie in einem Konzern tätig. Organisiert, recherchiert und gibt ihr bestes. Es ist eine Vertretungsstelle über Zeitarbeit für eine kranke Frau. Ungewiss ist, ob die Erkrankte wieder zurückkommt, ob sie die Stelle überhaupt wieder machen kann. Die Kollegen freuen sich, dass Unterstützung da ist und stehen mit Rat und Tat zur Seite. Zwar ist es ein sehr konservatives Unternehmen, doch der Teamzusammenhalt ist gut im Controlling. Maria ist deshalb erst einmal zufrieden.

Was Maria jedoch glücklich macht, ist, dass Sie in Kürze eine neue Wohnstatt hat. Der Mietvertrag fehlt noch, die Zusage hat sie bereits. In Gedanken plant sie die Möblierung und hat bereits Vintagemöbel (altes Holz und Möbel aus dem frühen zwanzigsten Jahrhundert) in den Kleinanzeigen gefunden. Endlich wieder etwas Eigenes, keine Untermiete, kein(e) Mitbewohner(in). Direkt auf dem Land mit freiem Blick auf die Berge und Wanderwegen vor der Haustüre. Selbst ein See liegt in fußläufigen zehn Minuten entfernt. Ebenso der Bahnhof, so dass vorerst die Anschaffung eines Fahrzeuges noch keine Priorität bekommt.

Maria ist ganz hibbelig und würde am liebsten schon packen und sofort alles in die neue Heimat verbringen. Doch das dauert noch bis Juni. Gute sechs Wochen noch in der Stadt durchhalten. Das Schönste ist ja bekanntlich die Vorfreude. Und dieser gibt sie sich gerade vollkommen hin.

©by UMW