Zeit der Besinnung

Es ist soweit
Sie ist da, die staade Zeit.
Lichterglanz erhellt die Nacht.
Gesegnete Herzen, die Liebe gebracht. 

Sei still… Lausche… Höre und fühle!
Ein süßer Klang von Engelgesang
Zieht um die ganze Welt!

Bewahret alle den Frieden,
Gebet gut acht!
Vertreibt die bösen Geister

aus ihrem Versteck!

Licht und Liebe verbreiten

den Frieden auf Erden ganz sacht ❤

©by UMW

 

Es wintert…

Väterchen Frost ist über Nacht das erste Mal zu Besuch gekommen, die Luft ist klar und kalt. Wenn das so weitergeht haben wir hier eine winterliche Idylle und romantische Weihnachtszeit. In zwei Wochen beginnt der Advent. Ich wünsche mir, dass er Einkehr und Friede für alle Lebewesen mit sich bringt.

©by UMW

Leben leben

Herbst 2022

(im hier und jetzt)

Wie oft schauen wir zurück auf das, was war. Was geschah. Wie oft schauen wir dann darauf, was passieren oder was uns morgen erwarten könnte? Dabei benötigt das, was gerade passiert, unsere volle Aufmerksamkeit.

Diese Gedanken kamen mir gestern. Ich lief bergauf, keuchend. Viel zu wenig getan in den letzten Wochen. Ach, was schreibe ich da! Die letzten Monate! Meine Kondition ist fast gegen Null. Immer wieder Schmerzen in der Achilles und dazu zieht es hie und da. Wahrscheinlich das Übliche mit fortschreitendem Alter. Darüber will ich jedoch gar nicht schreiben.

Als ich gestern so vom Höhenweg auf den See hinunterblickte gingen meine Gedanken einige Jahre zurück. 2019. Das Jahr, als ich mich entschied, in meiner Heimat alle Zelte abzubrechen. Meine Arbeit quittierte, die Wohnung auflöste und alles verkaufte und verschenkte, was es sich nicht lohnte irgendwo einzulagern.

Es war ein radikaler Schnitt und ein Neubeginn für mich. Das Leben auf dem Boot sollte über mehrere Jahre gehen und war dann nach etwa einem halben Jahr beendet, wie hier viele mitlesen konnten. Ob ich etwas bereue? Nein! Zu dem Zeitpunkt war es für mich genau das, was nötig war. Raus aus der Komfortzone. Ich durfte etwas lernen. Und genau das macht das Leben aus.

Wieder zurück in der Heimat. Keine Arbeit. Keine Wohnung. Und das in einer Zeit, in der irgendwie alles aus dem Ruder lief. Familie bekommt da einen ganz neuen Wert und ich eine Schlafstatt. Wie beengt das war, muss ich jetzt nicht erzählen. Natürlich suchte ich etwas Eigenes. Doch ohne Arbeit keine Wohnung. Zumindest fand ich dann eine Möglichkeit in zwei Wohngemeinschaften. Die eine teuer und verraucht bei einer 70jährigen, deshalb nur drei Monate, und die andere bei einer Gleichaltrigen. Der Mietzins ok. Da trafen zwei unterschiedliche Weltanschauungen aufeinander. Fast eineinhalb Jahre hielt ich das aus, bevor ich endlich meine eigenen vier Wände beziehen durfte.

Genau das und genau jetzt ist es wieder ein Neubeginn. Es ist wie sterben und neu geboren werden. Ein neues Leben. Neu leben in einer ursprünglichen Landschaft und raus aus dem Mief der Großstadt. So langsam bin ich in den bayrischen Voralpen angekommen. Viel Neues gibt’s zu entdecken. Immer wieder. Immer noch.

©by UMW

Das schönste Bild…

Es lässt sich schlichtweg nicht einfangen, festhalten oder was auch immer. So gut wie jeden Tag kann ich es sehen. Es zeigt sich als Naturschauspiel. Vor meinem Fenster, und ist wunderschön. Tagtäglich und von früh bis spät. Tausendmal besser als jedes Fernsehprogramm.

Die Hügelkette. Bisher viele Momente in grün mit Schäfchenwolken. In den letzten Tagen durch eine dicke Wolkendecke fast nicht sichtbar und nach den abgekühlten Tagen vom letzten Wochenende zeigt sich dort der erste Schnee. Es ist wirklich traumhaft. Dieser Blick beruhigt die Seele, macht mich ruhig. Es entspannt. 

 

Nur ein Moment…

©by UMW

Landduft

Wisst ihr noch, wie der Sommer riecht? Es ist der Duft nach Heu oder dem Sommerregen. Ich liebe das!

Gestern erst mähte der Bauer hier seine Wiese. Als ich ins Bett ging roch es überall nach Heu und begleitete mich in meine Träume.

Herrlich, oder? Ja, ich bin gerne hier in meinem Dorf und liebe die Ruhe, das Zwitschern der Vögel und die Sonnenuntergänge hinter den Berggipfeln.

by UMW

 

Eigenbrötlerisch

Es gibt so Tage, da will ich meine Ruhe. Nur wenig Menschen um mich oder am besten gar keine. Ok, das lässt sich selten so verwirklichen. Zumal, wenn der Planet vom Himmel brennt und alles nach draußen stürmt. 

Dennoch… Es geht und liegt lediglich an der Uhrzeit. Heute morgen, nach meinem Kaffee, packte ich Handtuch und Wasser in meinen Rucksack, schwang mich auf mein Fahrrad und fuhr auf die Ostseite des Sees. Bereits um 9 Uhr legte ich mein Handtuch in eine Ecke der Liegewiese. Etwas Schatten gab es auch und vor allem in einer wenig besuchten Ecke. Der See lag völlig unberührt vor mir. So liebe ich es. 

Direkt nach Ankunft erstürmte ich den ruhigen See und schwamm in langen Zügen. Etwa eine Stunde pflügte ich durchs Wasser. Es hatte eine angenehme und doch noch erfrischende Temperatur. Bis Mittag genoss ich Ruhe und Sonne am Ufer. 

Einige Libellen setzten sich auf meine lackierten Zehen. Jedes mal, wenn ich sie fotografieren wollte, schwebten Sie davon. So konnte ich lediglich den schönen Ausblick mit der Kamera einfangen. 

©by UMW

Angekommen?

Da bin ich wieder 🙂 Der Umzug ist geschafft. Am Samstag war der große Tag. Morgens organisierte ich ein Fahrzeug über einen Sharinganbieter und buchte es für zwei Tage mit 250 km. Das sollte reichen und ich hatte Zeit das Fahrzeug im Laufe des Sonntag zurückzubringen. 

Schrank aus den 50ern

Damit fuhr ich erst einmal zu meinem jüngsten Sohn, der mit einer Makita bewaffnet zu mir ins Auto stieg. Wir wollten jetzt einen gebrauchten Schrank abbauen, der unweit von seiner Wohnung stand. Als Zeit hatte ich eine Stunde veranschlagt, denn bis um 10 Uhr kamen Freunde aus meiner alten Heimat zum Helfen zu meinem Mitwohndomizil. Tatsächlich schafften wir es dieses alte Teil aus den 50ern in dieser Zeit in seine Einzelteile zu zerlegen. Das Möbel hat eine hochwertige Qualität und ist so gebaut, dass es problemlos in kurzer Zeit zerlegt werden kann, da es gesteckt und mit Splinten verkeilt ist. Allerdings hatten wir die Spanngurte vergessen. Deshalb fuhr mein Sohn mit seinem Skateboard fix zum nächsten Baumarkt und holte das Fehlende.

Endlich konnte das gute Stück in den Sprinter verladen und verzurrt werden und das Möbel hatte somit für kleines Geld den Besitzer gewechselt. Wir lagen noch immer gut in der Zeit. O.k. wir hatten etwa zehn Minuten verspätet meine alte Unterkunft erreicht. Hier warteten bereits Verena mit ihrem Mann und mein mittlerer Sohn. 

Nach einem kurzen Frühstück mit Butterbrezen ging es dann an die Arbeit. Mein ganzes Hab und Gut wurde von uns fünfen in den Transporter verladen. Just in dem Moment, als das letzte Stück verstaut war, erhielt ich vom Verkäufer des Schrankes eine Nachricht. Wir hatten die Makita vergessen und auf dem Mäuerchen liegen gelassen. Da mein Jüngster für den Nachmittag Gäste hatte und auch gar nicht für die Fahrt zur neuen Wohnung eingeplant war, brachte ihn mein Mittlerer nach Hause. Auf dem Weg wurde das Werkzeug abgeholt. Die Splinte und Nägel für den Schrank wechselten aus dem Werkzeugkoffer in eine kleine Plastiktüte, die mein Mittlerer dann 60 km in meine neue Unterkunft lieferte. 

Während dessen waren wir schon am Schliersee und hatten Kisten und Möbel ausgeladen. Wieder fehlten Teile und ein Bohrer. Verena und ich fuhren in den nächsten Baumarkt und besorgten das Nötige. Bis wir zurück kamen, stand der dicke Sessel und die Couch im Wohnzimmer. Wie hatten meine Helfer das geschafft? Die Treppe vom Erdgeschoss in die obere Etage ist so schmal, da konnte das nie durchgepasst haben. Glücklicherweise bin ich von tatkräftigen und ideenreichen Menschen umgeben. Sie hatten beides mit Spanngurten über den französischen Balkon  von außen in die erste Etage gehievt. Wow! Damit war der Transporter leer und ich konnte ihn von der engen Strasse wegbringen. 

Tja… Was wäre ein Umzug, wenn nicht doch etwas vergessen wurde? In diesem Fall meinte mein Sohn auf einmal: Du hast dein Fahrrad vergessen. Mist! Das hätte noch so schön Platz gehabt. So musste ich es eben mit der Bahn mitnehmen. In die Stadt musste ich sowieso nochmal zurück um das Fahrzeug zurückzubringen. 

Nun lebe ich da, wo andere Urlaub machen. Höre die Vögel zwitschern und die Hähne krähen. Noch muss ich ankommen, die Seele braucht immer etwas länger um dem Körper zu folgen 😉

©by UMW