Zeitqualitäten

Für alles gibt es einen richtigen Zeitpunkt. Zumindest wird das immer so gesagt. Ich glaube, dass es viele mit mir gibt, die meinen die Zeit beeinflussen zu können. In vielen Dingen ist das unmöglich. Wir brauchen Geduld. In der heutigen Zeit ist Geduld etwas, was den meisten abgekommen ist. Wenn wir etwas wollen, setzen wir es im Normalfall direkt und sofort um. Gerade dann, wenn es käuflich ist und wir das Geld dafür auch verfügbar haben.

Es gibt aber so viele Dinge, die wir nicht mit Geld erwerben können. Dazu gehört die Gesundheit, das Glück, die eigene Zufriedenheit, Zeit, Liebe usw. Damit sich etwas entwickeln kann, braucht es Zeit. Damit etwas heilen kann, braucht es Zeit. Für das Erreichen der eigenen Zufriedenheit braucht es Zeit. Damit Liebe sich entfalten kann, braucht es Zeit. Wir können nichts forcieren, was wir nicht selbst beeinflussen können. Um aber etwas erreichen zu können, benötigen wir Geduld. Damit wir die Geduld dafür aufbringen können, sollten wir dieses „etwas“ von Herzen wollen. Es sollte also ein Herzenswunsch sein.

Ich höre jetzt schon die Stimmen, die da sagen: „Es ist mein Herzenswunsch, dass… Aber es passiert nichts.“ Da frage ich jetzt: „Was tust du dafür, damit du dein Ziel erreichen kannst? Wie bringst du dich ein?“

Dadurch, dass wir es versäumen im Hier und Jetzt zu leben, wird Zeit überbewertet. Wir sollten im Moment leben und Dinge auf uns zukommen lassen, achtsam sein in unserem Tun und mehr auf die Qualität des Moments achten.

Es ist ein akzeptieren der Gegebenheiten und ein annehmen. Ich weiß, wie schwer es ist. Aber ich versuche zu vertrauen, dass alles so kommt, wie es für mich – und alle Beteiligten – am besten ist.

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Unverständnis

Gestern hatte ich mich mit einer guten Bekannten unterhalten. Wir waren vor Jahren einmal recht gut miteinander befreundet, aber einige Dinge an ihrem Verhalten konnte und wollte ich nicht akzeptieren, deshalb hatte ich mich zurückgezogen und die Freundschaft „auslaufen“ lassen. Die Frau ist Mitte vierzig, arbeitet halbtags für die Stadt und freiberuflich als Nageldesignerin. Ist also sehr autark, vor allem da die Kinder bereits außer Haus sind.

Das Gespräch begann damit, dass sie erst einmal fragte, wie es mir ginge da ich auf den Bildern in FB so glücklich aussehe. Sie freue sich für mich und ich scheine einen Partner zu haben, der mir gut tue. Darin konnte ich sie bestätigen.

Auf meine Frage, wie es denn in Ihrer inzwischen fünfjährigen Partnerschaft laufe, bekam ich die Antwort: „Na Ja…“ Ja, die Beziehung war schon von Anfang an recht schwierig – das wusste ich. Beim Sex kam sie von Beginn an zu kurz und er war nicht aufgeschlossen genug für mehr oder Außergewöhnliches. Der Mann arbeitet im oberen Management bei einem großen Leuchtmittelhersteller und verdient sehr gut, was ihr immer schon sehr wichtig war. Es war also alles unverändert. Sie seit Jahren unzufrieden mit dem gewählten Partner. Wie bereits damals habe ich ihr angeraten zu akzeptieren oder die Konsequenzen zu ziehen. Einen anderen Menschen ändern, funktioniert nicht. Geht nicht. Tolerieren und akzeptieren oder ziehen lassen. Aber da ist das „liebe Geld“ und er macht ja auch einiges für sie. Auf das will sie nicht verzichten. Dann soll sie akzeptieren!

In meiner ehrlichen Art habe ich es ihr auch so gesagt. Daraufhin war sie sauer und meinte: „Hätte ich doch nicht mit dir gesprochen!“ Hmmm… Was hätte ich sagen sollen?! Was war ihre Erwartung an mich?

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Toleranz

Bei dem was zurzeit alles passiert, sollte man sich die Bedeutung dieses Wortes einfach einmal wieder genauer ansehen.

Laut dem Duden bedeutet Toleranz:

Achtung und Duldung gegenüber anderen Auffassungen, Meinungen und Einstellungen, also Toleranz gegenüber einer anderen Lebensweise / Religion zeigen“.

Ich gehe soweit und sehe es als Akzeptanz des Gegenübers. So, wie er ist. Mit all seinen Ecken und Kanten. Wir können nicht jeden nach unseren Vorstellungen formen. Ganz wichtig ist auch, dass wir, unsere Kultur und Tradition ebenso angenommen werden soll, wie diese ist. Jeder, der in ein anderes Land reist, passt sich dort an. Gleichwohl darf es jeder halten, der zu uns kommt. Niemand kann nur Toleranz fordern – diese muss auch gewährt werden.

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