Im Buch des Lebens

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…um den Kollegen den Abschied zu versüßen 😉

Das nächste Kapitel ist abgeschlossen. Die Weckfunktion mit dem Titel „Arbeit“ ist gelöscht. Diese hatte heute Morgen zum letzten Mal ihren Dienst getan.

An dem kalten Morgen, mit nur einem Grad über dem Gefrierpunkt, ersparte ich mir heute die Fahrradfahrt und gönnte mir die Wärme in einem Sharing-Auto. Viel zu schnell, und vor allem zu früh, war ich an meinem Arbeitsplatz.

Während der PC hochfuhr, brachte ich zum letzten Mal in dieser Stätte, die Kaffeemaschine zum Laufen und erledigte den Küchendienst. Der erste Kaffee weckte meine Lebensgeister und ich widmete mich den Mails. Aufräumen, ausräumen und wegwerfen.

Eine Abschiedsmail an alle Kollegen hatte ich versandt, mit dem Link zum Blog. Viele sind gespannt und wollen diesen immer wieder einmal besuchen und sich über den Stand der Reise erkundigen. Das Interesse freut mich natürlich sehr.

Viele Umarmungen und herzliche Worte mit guten Wünschen begleiteten mich auf meiner Runde durch die Räume. Der Eine oder Andere wäre gerne dabei und beneidete den Mut einen Traum zu realisieren.

Ein Reisebuch für die besuchten Häfen, Ankerplätze, Städte und auch Windstärke sowie die Stimmung der Crew etc., habe ich zum Abschied geschenkt bekommen. Damit haben sie mir sehr viel Freude gemacht. So darf ich bei meinen Einträgen immer an sie denken 😀

Bevor es jedoch soweit ist, gibt es noch einiges zu erledigen.

©by UMW

Der Amtsschimmel

Da ist er wieder einmal durch mein Leben galoppiert. Begegnet ist er mir heute in einem Telefonat mit dem Gewerbeamt.

Vergangene Woche hatte ich bezüglich meines Anliegens, als Selbständige auf Weltreisen, angefragt wie ich das am besten handhaben soll. Daraufhin erhielt ich eine Mail mit der Bitte anzurufen. Heute habe ich es endlich geschafft telefonisch aufzuwarten.

Es war eine junge Frau am Apparat. Ich schilderte, dass ich ein Gewerbe habe und mich ab Oktober auf einem Boot auf Weltreise befinde.

Welche Möglichkeit habe ich von unterwegs? Ich bin nirgends für länger am Festland. Ist es in Ordnung, wenn ich das nur auf eine Postanschrift bei meiner Tochter laufen lasse?“ Damit forderte ich mein Gegenüber heraus.

Am anderen Ende der Leitung war erst einmal Stille. Dann wies sie mich auf Paragraphen hin, wonach es nicht möglich ist. Also der übliche BlaBlaBla.

Ich bin doch nicht die Einzige, die so etwas macht“, sagte ich der Beamtin. „Das kommt doch inzwischen häufiger vor. Wie machen das denn die anderen?“

Sie: „Mir ist davon nichts bekannt. So etwas gibt es nicht. Wo wohnt denn ihre Tochter?“

In Sauerlach“, beantwortete ich diese Frage.

Daraufhin meinte sie, ich solle mich doch mit dem Gewerbeamt in Sauerlach auseinandersetzen.

Wie bitte? Wollen Sie das jetzt einfach nur abwälzen, weil sie nicht weiter wissen? So funktioniert das aber nicht. Was ist, wenn ich in München das Ganze über meinen Sohn machen will?“ Damit hatte ich sie dann vollends aus dem Konzept gebracht.

Gestotter am anderen Ende. „Rufen Sie doch bitte meine Chefin an. Vielleicht kann die Ihnen weiterhelfen“.

Tja, das war es dann wieder einmal.

Beim googeln habe ich dann aber das EStG §18 gefunden und das Finanzamt diesbezüglich angeschrieben. Da ich nur mein geistiges Eigentum „verkaufe“ sollte dieser Paragraph für mich greifen. Sollte ich hier richtig liegen und mir das Finanzamt dies bestätigen, kann ich meine Selbständigkeit wieder stornieren.

Vielleicht galoppiert ja der Amtsschimmel wieder 😉

©by UMW

… und weiter geht’s

Inzwischen habe ich gekündigt. An allen Fronten. Telefon, Mobiltelefon, Versicherungen, Wohnung und die Arbeit. Trotz dreimonatiger Kündigungsfrist habe ich fairerweise jetzt schon Bescheid gegeben.

Mit dem Mobiltelefon war es anfangs etwas schwierig. Ich habe mich dann auf mein Sonderkündigungsrecht berufen. Speziell hier auf §45 Abs. 8 Telekommunikationsgesetz. Da ich im Ausland nicht beliefert werden kann und in meinem Fall das Land komplett verlasse, tritt das Sonderkündigungsrecht in Kraft. Meine Abmeldebestätigung benötigen sie noch. Die kann ich ihnen erst im September liefern.

Von den Versicherungen habe ich derzeit noch keine Rückmeldung erhalten. Es wird auch hier dahin verlaufen, dass ich meine Abmeldebestätigung einreichen muss.

Zwar sind es noch vier Monate  bevor es losgeht. Ich gehe davon aus, dass mir die Zeit davonläuft. Im Sommer ist das meist der Fall.

Mit der Wohnungsauflösung, dem Mobiliar etc. geht es ebenfalls voran. Wenn ich Glück habe, nehmen Kollegen das eine oder andere Möbel ab. Das wäre wirklich fein.

Die Kleidung ist inzwischen soweit minimiert, dass ich noch vernünftig bekleidet zur Arbeit gehen kann. Das, was zu viel war und nicht mehr gebraucht wird, ist bereits entsorgt bzw. hat neue Trägerinnen.

Ein aufatmen war es für mich, dass ich jetzt offen über mein Vorhaben reden kann. Alle wichtigen Personen, inklusive meiner Mutter, wissen Bescheid.

©by UMW

Rückschläge und Selbstmotivation

Das Schlimmste, was einem passieren kann, ist sich selbst herunter zu ziehen. Von Gegebenheiten, die vielleicht einen neuen oder anderen Ansatz benötigen.

Deshalb ist es ganz wichtig, sich selbst mit kleinen Erfolgen zu stärken. Inzwischen wurde ich bei einer Seite zum Texten angenommen. Der Verdienst ist zwar unterirdisch, aber vielleicht werde ich von einem Auftraggeber „entdeckt“, der mich unter besseren Bedingungen schreiben lässt. Na ja, aller Anfang ist schwer.

Beim Surfen habe ich nun einige Seiten gefunden, die Möglichkeiten zum ortsungebundenen Arbeiten anbieten. Genau das ist es, was mich dann wieder motiviert. Es gibt Chancen. Ich muss sie nur aufspüren. Vielleicht möchtet ihr euch informieren zum ortsunabhängig Arbeiten? Onlinekurs mit Alex Marci bei der FreedomAcademy

Der Versuch mein Motorrad heute zu verkaufen war katastrophal. Erst einmal hatte der Mensch Schwierigkeiten beim Starten. Gestern bin ich erst gefahren und hatte diese Schwierigkeiten nicht. Nach der Probefahrt behauptete er, es wäre Wasser im Öl und irgendwo etwas undicht. Panik bei mir. Will er nur den Preis drücken? Er kann nämlich alles selbst reparieren und bekommt von seinem Arbeitgeber, dem Hersteller meines Motorrades, sehr gute Konditionen für die Ersatzteile. Was soll ich tun? Ihm blind vertrauen? Wo ich doch sowieso Probleme mit dem Vertrauen habe. Im ersten Moment habe ich tatsächlich gedacht, ich mache das. Inzwischen habe ich mich umentschieden und fahre bei der Werkstatt meines Vertrauens vorbei. Ich lasse einen Ölwechsel machen. Dabei zeigt sich dann schon, ob jetzt tatsächlich etwas defekt ist oder nicht. Vorerst pausiere ich meine Verkaufsanzeigen. Schließlich will ich ja niemand etwas böses.

Für den Verkauf meiner Kleidung habe ich tatsächlich eine Ankaufsmöglichkeit im Netz gefunden. Wie bei den Büchern auch, sagen die direkt, was ich an dem einen oder anderen Kleidungsstück verdiene. Das finde ich genial, denn so brauche ich mich mit keinem Käufer bei Flohmärkten oder Onlineauktionsportalen herumzuschlagen. Allerdings nehmen sie nur Markenbekleidung. Erst kürzlich habe ich festgestellt, dass ich davon genug habe. Vorteil wiederum ist, dass die Sendungskosten zu deren Lasten gehen.

Wie ihr seht, tut sich bei mir etwas. Sowohl schönes als auch weniger schönes. Es ist gar nicht so einfach, sein angesammeltes Hab und Gut wieder unter die Leute zu bringen. Ich habe noch Zeit! Das darf ich mir immer wieder bewusst machen. Nur nicht hudeln… 🙂

©by UMW

 

 

Schlaflos in….

Nix mit Seattle. Dafür aber schlaflos in München. Es sind die Gedanken, die mich immer wieder wach halten und treiben.

Ich verkaufe mein Hab und Gut. Zumindest schon einmal im Geiste. Bin sowieso am Ausmisten. Wie bereits in meinen vorangegangenen Beiträgen geschrieben. Dabei kommen mir immer wieder Ideen, die ich in Google auf Möglichkeit überprüfe. Soweit bin ich also schon.

Was mir heute Nacht bewusst wurde… Seit geraumer Zeit, also schon mehr als ein Jahr, trage ich mich mit dem Thema Umzug. Allein das hat mir vor kurzem das Gefühl gegeben, bald weg zu sein. Schon komisch, dass genau dann dieser – nennen wir es einmal Vorschlag – mit der Weltumsegelung kam. Weiß das Unterbewusstsein mehr als ich oder steckt das schon so tief in meinem „raus-aus-dieser-Tretmühle-wollen“?

Die einzige Hemmschwelle sind derzeit meine Kinder. Den Mittleren unterstütze ich noch. Das ist der Kausus Knacksus. Ich muss während der Reise arbeiten. Fünfzehn Wochenstunden reichen da vollkommen aus. Das setzt jedoch Internet voraus. Inzwischen sollte das weltweit verfügbar sein. Ansonsten lässt sich das bestimmt variabel gestalten. Anpassen an die gegebenen Möglichkeiten. Das ist ein Ziel für den Moment. Herauszufinden, welche Firmen Aufträge soweit vergeben, dass beide Parteien glücklich sind

Es lässt mich schlichtweg nicht los 🙂

©by UMW

Die Vergessenen

Ja, wer kennt das nicht. Sie stehen immer ganz hinten, werden vergessen und ihre Leistungen übersehen. Für diese Menschen ist es immer schwierig auf sich aufmerksam zu machen und zu beweisen, dass sie Großes leisten.

Wie oft machen sie unmögliches möglich? Retten Dinge und bringen Lösungen wo andere schon aufgegeben haben? Vielleicht ist es an manchen Stellen schwieriger, doch mit Geduld ist Vieles machbar.

Wenn solche Menschen in den hintersten Bereich verbannt werden, völlig abgeschottet, gibt das mitunter Anlass zu Überlegungen. Auf der einen Seite darf die Ruhe und Abgeschiedenheit genossen werden, andererseits dauert es bis ein „huhu“ gehört wird. Komisch wirkt es dann, wenn vergessen wurde, der Putzfirma mitzuteilen, dass ganz hinten noch ein Bereich zu reinigen ist oder der zuständige Sicherheitsdienst die Zutrittstüren für die Mitarbeiter ungeöffnet ließ.

Na? Wisst ihr von wem oder was ich schreibe? Es ist die Serviceabteilung der Firmen. Diese werden häufig stiefmütterlich behandelt. Auch schon bemerkt?

©by UMW