Die Vergessenen

Ja, wer kennt das nicht. Sie stehen immer ganz hinten, werden vergessen und ihre Leistungen übersehen. Für diese Menschen ist es immer schwierig auf sich aufmerksam zu machen und zu beweisen, dass sie Großes leisten.

Wie oft machen sie unmögliches möglich? Retten Dinge und bringen Lösungen wo andere schon aufgegeben haben? Vielleicht ist es an manchen Stellen schwieriger, doch mit Geduld ist Vieles machbar.

Wenn solche Menschen in den hintersten Bereich verbannt werden, völlig abgeschottet, gibt das mitunter Anlass zu Überlegungen. Auf der einen Seite darf die Ruhe und Abgeschiedenheit genossen werden, andererseits dauert es bis ein „huhu“ gehört wird. Komisch wirkt es dann, wenn vergessen wurde, der Putzfirma mitzuteilen, dass ganz hinten noch ein Bereich zu reinigen ist oder der zuständige Sicherheitsdienst die Zutrittstüren für die Mitarbeiter ungeöffnet ließ.

Na? Wisst ihr von wem oder was ich schreibe? Es ist die Serviceabteilung der Firmen. Diese werden häufig stiefmütterlich behandelt. Auch schon bemerkt?

©by UMW

Umzug

Es ist vollbracht. O.k., zum Großteil. Ein bisschen „leben“ wir noch auf der Baustelle. Knapp zwei Wochen sind wir nun in dem neuen Bürogebäude. Zug um Zug kommen alle Kollegen hier an. Es sind schöne helle Räume, viele Fensterflächen. Von meinem Platz aus habe ich mein Fahrrad im Blick, wenn ich denn bei niederschlagsfreiem Wetter radle. Ich bin im Erdgeschoss. Soweit, so gut 😀

Nachteilig ist, dass wir – der Head of… und die Assistentin –  im Großraumbüro mit neun Technikern sitzen. Die Techniker sind von unseren Telefongesprächen wenig begeistert. Unsere Begeisterung hält sich ebenfalls in Grenzen, wenn sie auf Geräten herumklopfen, absaugen oder ähnliche laute Arbeiten ausführen. Das Gequassel der Kollegen erreicht mitunter Grenzwerte.

Open Office heißt dieses moderne Bürokonzept. Glücklicherweise haben wir ein gutes Klima in der Abteilung, sonst wäre das unerträglich.  Gegen den Störfaktor Lärm werden wir dennoch vorgehen und uns Lärmschutzwände zum Abschotten aufstellen lassen.

Alle Teeküchen sind noch ohne Ausstattung. Die Verantwortlichen waren der Meinung, dass die Ausstattung bis zum Januar Zeit habe. Glücklicherweise habe ich Geschirr, Kaffeemaschine und Reinigungsmittel mit in die neue Küche umgezogen. Die anderen Kollegen hatte ich ebenfalls soweit instruiert. Schlussendlich ist aber unsere Abteilungsküche die am besten ausgestattete, die mit einem Küchenplan (aufräumen, etc.) und dadurch wahrscheinlich auch die sauberste.

Baustelle ist ebenfalls noch in den Sanitärräumen. Entweder funktionieren die Toiletten von Haus aus noch nicht oder sie werden von den Bauarbeitern missbraucht, da diese hier ihren Schutt entsorgen. Ja, das kommt vor und verstopft die Toiletten zur Unbrauchbarkeit.

Ein bisschen jammern gehört mit dazu 🙂 und das wird wohl sicher noch die nächsten Wochen und Monate so sein. Jeder, der mit der Firma schon umgezogen ist, weiß wovon ich schreibe.

©by UMW

Endlosschleife

Immer wieder begegnen wir uns selbst. Auf dem Weg zum inneren Frieden. Frieden mit uns selbst.

Mit jedem Morgen beginnt unser Leben neu. Wir schauen uns in den Spiegel, sehen das Gegenüber. Manchmal hören wir, was es uns zuflüstert. Machmal wollen wir es hören und zu anderen Zeiten wird es schlichtweg überhört. Häufig tun wir das, was von uns erwartet wird. Dabei ist es wichtig, das zu tun was uns selbst gut tut. Uns selbst „weiter bringt“.

Wie oft machen wir uns Vorwürfe darüber, was wir häufiger machen wollen. Sei es Sport, mehr Freizeit mit unserer Familie oder Freunden oder gutes Essen kochen.

Der Tag hat 24 Stunden. Davon verbringen wir – je nach Typ und Alter – zwischen sechs und zehn Stunden schlafend, sind acht Stunden in der Arbeit (oder auch mehr). Es verbleiben also rund 4 Stunden täglich, die wir für die schönen Dinge verwenden können. O.k. hier geht noch einkaufen weg, Arbeitsweg etc. Sagen wir, es bleiben uns zwei Stunden…

Den Ablauf haben wir täglich – ohne Wochenende. Es ist ein Dauerkreislauf, den es zu durchbrechen gilt. Manchmal zumindest. Heute! Genau jetzt. Deshalb sitze ich hier schon startklar. Ab in die Sonne, auf den Berg und dieses erhebende Gefühl zulassen 🙂

LEBE! Hier und jetzt!

©by UMW

Meine Männer

Bevor hier dumme Gedanken aufkommen: Ich bin monogam. Und das hier hat sowieso nichts mit meinem privaten Leben zu tun 😉

Es geht hier schlichtweg um meine Kollegen. Ich mag sie alle – altersunabhängig. Jeder hat seine spezielle Art, aber in einem sind sie gleich: Höflich, zuvorkommend, hilfsbereit und die meiste Zeit gut gelaunt. So macht es mir Spaß zu arbeiten.

Ich weiß nicht, welche Drogen heute im Umlauf waren oder welche Gase…

Irgendwann kam ein Kollege zu mir, fiel direkt mit gesenktem Kopf auf die Knie und hielt mir ein Zettelchen hin. Nein, es war kein Briefchen für mich, sondern eine Liste mit Artikelnummern für die Materialfreigabe. Ich schnappte mir mein Mobiltelefon – sowas wollte ich mir festhalten. Wie oft kniet ein Mann schon vor mir??? Hatte ich das überhaupt schon einmal? Aber das ließ er dann leider nicht zu. Schade, kein Beweisfoto! Unter großem Gelächter ging er wieder zu seinem Arbeitsplatz.

Keine dreißig Minuten später in der Kaffeeküche. Ich brühte mir gerade frischen Tee. Ein Techniker einer Küchenfirma wollte die defekte Spülmaschine gegen eine Neue tauschen. Anstatt mit mir zu sprechen fällt er sprichwörtlich erst einmal auf die Knie. Vor mir. Schaut mich auch noch an. Ein Kollege steht daneben und grinst. Auch dieses Mal kein Foto 😦

Normalerweise ist das für heute schon ausreichend – sollten wir meinen. Doch es geht weiter… Ich mag meine Kollegen, hatte ich ja schon erwähnt. Weil ich weiß, dass sie alle Süßigkeiten lieben und da besonders Gummitiere, Weingummis etc., habe ich mir  heute eine große Box von unserer Empfangsdame schenken lassen (da steht momentan zu viel im Fundus herum). So bin ich dann in den Raum meiner Herren mit einem breiten Grinsen und sage „Hey Jungs, ich hab hier etwas für euch“.  Der Jüngste von ihnen fiel auf beide (!) Knie vor mir und buckelte. 😀 😀 😀 Gefreut haben sich alle. Mir gefällt es außerordentlich, wenn ich mit einer kleinen Geste anderen eine Freude machen kann.

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Big great Family-Christmas

Alle Jahre wieder…

Mir geht es heute einmal um Firmen-Weihnachtsfeiern. In den vergangenen Jahren durfte ich einige dieser Feiern mitmachen. Wie geht es euch da, wenn ihr an diese „Feierlichkeiten“ denkt? Immer nur sitzen und essen? Mehr ist es doch meist nicht.

Eine ausgefallene Weihnachtsfeier von mir liegt inzwischen etwa vierzehn Jahre zurück.  Wir waren knapp über zehn Mitarbeiter. Abgeholt wurden wir Mittags von Großraumtaxis, die uns zu einem Barkeeper Lehrgang brachten. Wir durften selbst mixen – nach Anleitung – und erhielten danach ein Zertifikat. Beschwipst wie wir waren, haben wir uns an der nächsten Station beim Beach Volleyball  ausgetobt. Der Abschluss dieses Events fand in einem urigen Lokal mit Essen statt. Es hatte richtig Spaß gemacht, weil ja doch Verschiedenes geboten war. Für eine kleine Gruppe genau richtig.

Nach dieser langen Zeit durfte ich eine Weihnachtsparty erleben, die so schnell nicht zu toppen ist. Wir hatten ein Event-Lokal für uns, also die Firma – für knapp 240 Mitarbeiter. Früher war das ein „richtiges“ Lokal und hier fanden einmal im Monat tolle Brunches und Ü30-Parties statt. Inzwischen wird es nur noch für Feierlichkeiten vermietet. Es ist eine wunderschönes Gebäude mit einer hohen Decke und einer Galerie.

Zur Ankunft wurden wir im Garten mit Glühwein empfangen. Der Hit dieses Jahr ein Apfel-Holunderpunsch mit Gin. Selbstverständlich wurde auch alkoholfreies angeboten. An Feuertonnen konnten wir uns warmhalten. Die Stimmung war durch die Beleuchtung sehr weihnachtlich und mit den Kollegen sind wir schnell ins Gespräch gekommen.

Um Erkältungen vorzubeugen wurden wir nach einer Weile ins Lokal gebeten. Jeder Mitarbeiter erhielt sein Namensschild, damit wir auch noch fremde Kollegen mit Namen ansprechen konnten. Ich wurde gleich gerügt, weil meine Haare mein Schildchen verdeckten. Mein Spruch darauf: „Das fördert die Kommunikation. Ihr dürft mich gerne ansprechen.“ Der Lacher war auf meiner Seite und das Eis gebrochen.

Ein breites Buffetangebot stellte sämtliche Hungergelüste zufrieden. Es ging sehr gesittet zu und die Wartezeiten hielten sich in Grenzen.

Zwischen Hauptgericht und Dessert kam mein – unser Auftritt, also des 17köpfigen Chors. Wir sangen vier Lieder, begleitet von Gitarre, Schlagzeug und einem Klavier. Es kam richtig gut an und wir erhielten viele Komplimente. Die Wünsche nach Zugabe konnten wir nicht erfüllen, denn unser Repertoire beinhaltete nur die vier Lieder.

Nach dem Dessert wurde die Tanzfläche eröffnet. Erst einmal von der Minderheit – uns Frauen. Wir machen vielleicht 20 % der Belegschaft aus. Es gesellten sich jedoch schnell die männlichen Kollegen dazu. Ich habe noch NIE so viele Männer auf der Tanzfläche gesehen. Vor allem nie so viele, die den ganzen Abend mit- und durch getanzt haben. Bei Hardrock Liedern wurde ich gehead bangt und alle wurden wieder in die Jugend zurück versetzt.

Da wir eine sehr internationale Belegschaft sind gab es dann einen Querschnitt aus verschiedenen Nationen, zu denen alle mitmachten. Mein Herz jubelte, als endlich Salsa und Merengue gespielt wurde. Mein kubanischer Kollege wirbelte mit mir herum, so dass auch ich in den Genuss kam. Er scheint mich sowieso recht gern zu mögen. Mein Namensschildchen hat er sich so aufgeklebt damit er mich an seinem Herzen hat 😀 Die Jungs sind einfach nur süß… Einer der anderen Südamerikaner war begeistert, dass ich nicht nur die spanische Sprache lerne sondern auch noch Salsa tanze.

An dem Abend habe ich getanzt bis zum Umfallen. Wir hatten so viel Spaß! Miteinander herum geblödelt, gesungen und geredet. Es ist schön, wenn eine Firma ihren Mitarbeitern Wertschätzung entgegen bringt, durch gemeinsames Feiern eine Verbindung schafft und so das Gefühl einer großen Familie vermittelt.

Die Nacht war schon fast vorüber als ich zu Hause ankam. Meine Füße schmerzten auch noch am Tag danach. Ein tolles Gefühl!

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Big Vibrator :)

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Vibrationen. Den lieben langen Tag. Und das bereits seit Wochen! Hier vibriert inzwischen alles, während nebenan alles dem Erdboden gleich gemacht wird. Der Discounter ist schon längst abgetragen. Jetzt geht es an die Tiefgarage, das Pflaster und sonstige Strassenbeläge.

An ein öffnen der Fenster während der Arbeitszeit ist gleich gar nicht zu denken. Der Krach ist extrem. Selbst geschlossene Fenster lassen noch genug Lärm nach innen. Glücklicherweise habe ich keine Arbeit, bei der ich hochkonzentriert sein muss. Aber selbst so ist es eine Herausforderung. Die Jungs da draußen arbeiten auch bei Schlechtwetter. Keine schönen Bedingungen – weder für die, noch für uns hier drin. Irgendwann wird es aber überstanden sein, wie so vieles 🙂

©UMW

Ich habe fertig…

Klingt doof? Vielleicht! Ist es aber nicht.

Heute habe ich einen Intensivkurs Englisch abgeschlossen, mit Prüfung. Was dabei rauskommt erfahren wir Kursteilnehmer in ca. 3 Wochen. Es waren harte zwei Monate, in denen ich schier verzweifelte und ich mir überlegte, ob ich vielleicht zu hoch eingestuft worden wäre. Mit der Zeit habe ich die muttersprachlichen Lehrer sogar recht gut verstanden. Das hat wieder einmal gezeigt, dass wir uns mehr Zeit geben sollten. Ob sich meine Grammatik verbessert hat? So wirklich erfahren werde ich es nicht, denn da wird mich wohl selten jemand verbessern. Mir fehlt jetzt nur noch die Übung.

Das Gelernte darf ich im Beruf anwenden und hier werde ich hoffentlich bald Routine haben. In diesem Fall habe ich tatsächlich Glück auf der ganzen Linie. Zum 01.06. trete ich nach einer etwa gut halbjährigen Arbeitsuche meine neue Stelle an und ich freue mich schon sehr auf meine Aufgaben, auf die Firma und die freundlichen Menschen, die ich bisher bereits kennengelernt habe.

Die letzten beiden Tage werde ich einfach nur genießen. Und ich bin so dankbar…

©UMW