Aufregungen

Es gibt Tage, da scheint die Ruhe ausgeflogen zu sein. Verrückt und unberechenbar.

Dabei fing es ganz positiv an. Meine Möbellieferung war für die Zeit zwischen 7 Uhr morgens und 13 Uhr angesagt. Geklingelt haben die Jungs bereits um 7.30 Uhr und um 8 Uhr waren sie fertig und zur Türe hinaus.

Meine Tochter hatte sich für 10 Uhr angekündigt. Somit hatte ich noch Zeit meine Vorhaben bis dahin zu erledigen.

Vorher schrieb ich noch mit einem Neffen. Er bat mich, mir den 19. September frei zu halten. Ähm.. Da hatte ich keine Zeit. War ich noch in Urlaub. Das hatte ich ihm schon mitgeteilt. Schade, meinte er. Da wolle er heiraten. Ups! Hochzeit! Innerhalb von zwei Tagen erfuhr ich von zwei Hochzeiten. Meine Cousine im November und mein Neffe im September. Es geht ja richtig rund. Alles traut sich wieder…

Zurück in die Realität. Die Zeit läuft mir sonst davon. Erst einmal brachte ich die Retoure zur Post. Somit war das Päckchen auf dem Weg und ich konnte dahinter einen Haken machen.

Mein Fahrrad streikte schon eine Weile. Die Kette und Zahnräder waren ziemlich abgenudelt. Na ja, bei rund 500 Kilometer im Monat ist das wohl eine gute Verschleißquote innerhalb von sechs Jahren. Also radelte ich zum Zweiradzentrum. Mein Motorrad hatten sie dort auch schon einmal gut repariert. Jetzt eben mein Fahrrad. Fachkundig bestätigte mir der Meister dort meine Annahmen. Mit meinen Vermutungen zu den Defekten war ich richtig gelegen. Für das Flottmachen durfte ich mit einem Betrag von etwas unter 200 € rechnen. Da wir hier in München zu mindestens einem Zweitrad tendieren, war es endlich auch für mich Zeit eines zu Kaufen. Deshalb fragte ich nach einem guten Gebrauchten nach. Ich wollte nichts besonderes, sondern nur eines das fuhr und vernünftig bremste. Der Mechaniker führte mich zu den verkaufsfähigen Gebrauchtfahrrädern. Diese waren alle gewartet und je nach Alter und Ausstattung standen sie zu Preisen zwischen 50 und 150 € zur Verfügung. Nachdem ich mir einen kurzen Überblick verschafft hatte entschied ich mich für einen pink(!)farbigen Cruiser, so like Beachcruiser. Ich mag kein Pink, zumindest nicht wirklich. Und doch… Es sieht einfach cool aus. Somit bin ich jetzt stolze Besitzerin eines pinkfarbigen Beachcruiser 😀

Keine Minute zu früh kam ich zu Hause an. Nur 5 Minuten später klingelte es. Meine Tochter. Sie musste die notwendigen Formulare für ihr Bafög abholen, damit sie diese noch rechtzeitig einreichen kann. Ihr wisst ja, wie gestresst Studenten in ihren Semesterferien sind 😉 Nach einer Weile fuhr ich sie eben nach Hause.

Auf dem Rückweg stand ich im Stau. Dauerte nur eine schlappe halbe Stunde mich durch den Ring zu quälen. Zwischendrin checkte ich kurz meine Nachrichten. Ui! Joe schrieb mir, dass er in der Zulassung sei. Es scheint zu klappen mit dem Bootsanhänger. Demnach könnten wir am Samstag in den Urlaub starten. Hey, ich freute mich. Bis ich jedoch zu Hause war, wurde die Nachricht revidiert. Aus irgendwelchen Gründen hat er die Zulassung nicht bekommen und war dementsprechend angepisst. Er setzte alle Hebel in Bewegung. Notwendige Bescheinigungen wurden angepasst bzw. geändert. Morgen klappt es dann! Hoffe ich…

Zwischenzeitlich rief mich mein Sohn an. Er war in zwanzig Minuten an der S-Bahn. Da könnten wir uns kurz treffen – vor einem Vorstellungstermin und uns wenigstens sehen und sprechen.

Ich fuhr also mit dem neuen alten Fahrrad los. Es ging ja nur gerade aus und ich konnte innerhalb fünfzehn Minuten dort sein. Doch das Schicksal meinte es heute anders. Ich versuchte mich im Stunt. Da waren auf einmal Stumpen, wo es noch nie welche gab. Ich fuhr genau drauf zu, bremste noch. Vergebens. Landete auf dem Weg und um ein Haar auf der Straße. Das Schienbein war aufgeschlagen und ein blauer Fleck zeigte sich in der Mitte des Oberschenkel. Unterhalb der Short war ebenfalls ein länglicher blauer Fleck sichtbar. Autsch! Ich stand auf, war sauer! Kopfschüttelnd setzte ich mich aufs Fahrrad und blendete die Menschen hinter mir aus. Die ganze Hektik war umsonst, denn mein Sohn erschien erst eine Viertel Stunde später, wegen der S-Bahn.

Es war schön, ihn wieder einmal zu treffen. Freudig erzählte er mir von seinem Urlaub in Norwegen. Von Waalen und Adlern und wie schön es in den Nordländern ist. Unsere Zeit verflog zu schnell. Er musste und wollte rechtzeitig beim Vorstellungsgespräch sein. Wir verabschiedeten uns an der S-Bahn. Er fuhr und ich radelte.

Ich radelte nach Hause. Zeit für mich und Entspannung von den ganzen Aufregungen. Und meine Blessuren wollten ebenfalls behandelt werden.

Habt eine gute Zeit meine Lieben.

Vielleicht melde ich mich dieses Wochenende noch einmal oder aber erst, wenn ich zurück bin 😉

©by UMW