Die Ermittlung

(Auf vielfachen Wunsch meiner Leserschaft. Das Telefon klingelte pausenlos…)

Mit den Ermittlungen, im Zusammenhang mit Marias Tod, wurden Techtel und Mechtel beauftragt. Beide nahmen ihre Aufgabe sehr ernst. Als gewissenhafte Beamte war es ihnen ein großes Anliegen den Tod aufzuklären.

Nachdem Maria leblos in ihrer Wohnung aufgefunden worden war, versuchten alle diesen Umstand zu verstehen. Ein schwieriges Unterfangen. Nach den vorangegangenen polizeilichen Untersuchungen konnte nichts gefunden werden. Ein Einbruch wurde ausgeschlossen. Maria musste den Täter gekannt haben. Die Frau hatte keinerlei Verletzungen und wirkte völlig unversehrt. Diese gesunde sportliche Frau konnte doch nicht einfach so tot umgefallen sein. Das war unverständlich. Es musste etwas gefunden werden. Techtel versuchte es sogar noch mit Wiederbelebungsversuchen, was aber verständlicherweise zwecklos war.

Die Nachfrage bei den Nachbarn hatte nichts ergeben. Keiner hatte etwas gehört oder beobachtet. Bei der Befragung der Kinder konnten die Beamten nur Bestürzung feststellen. Der Vernehmungskreis wurde ausgeweitet. Freunde wurden befragt, die sie zuletzt gesehen hatten. Livia konnte sich erinnern, dass Maria beim letzten Treffen ganz anders war. Sie beschrieb es so: „Irgendwie hab ich Maria am Samstag nicht wieder erkannt. Vom Verhalten her. So, wie sie da war, kannte ich sie nicht. Sie zitterte die ganze Zeit, wirkte völlig durch den Wind. Aber gesagt hat sie auch nix.“ Ilke, die dabei stand, bestätigte die Aussage der gemeinsamen Freundin. „Sie wirkte niedergeschlagen. Sonst war sie immer so lebensfroh. Hat uns alle mit ihrem Frohsinn mitgerissen. Schlechte Laune oder so kannte ich bei ihr nicht. Nein, wirklich nicht.“ Da schaltete sich Mark ein: „Sie hatte Kopfschmerzen. Ich hab ihr sogar noch die Verspannung aus dem Nacken massiert. Mit den Ibuprofen hat es dann doch noch gewirkt. Und der Ouzo beim Griechen hat sie dann völlig entspannt.“ Die anderen stimmten ihm zu. Die Kopfschmerzen. Vielleicht war ja da etwas…

Techtel fragte die Freunde, ob sie von Feinden wüssten. Bine verneinte: „Maria? Niemals hatte die Feinde. Die war ja zu allen immer so gut. Obwohl… Mit Betti hat sie sich entzweit. Nein, an der kann es auch nicht liegen. Die haben ja keinen Kontakt mehr und Betti ist mehr damit beschäftigt, dass sie von anderen gesehen wird.“

In dem Moment klingelte bei Mechtel das Telefon. Eine aufgeregte Frauenstimme war hörbar. Mechtels Gesicht zeigte Überraschung. Nach Ende des Gespräches sagte er: „Wir haben den Täter. Eine Frau, die keine Frau ist – oder so. Techtel ruf mal im Präsidium an und schick jemanden raus nach Finsterwalde. Die sollen eine Paula Neid festnehmen. Die hat unsere Maria getötet. Mit Eifersucht und Missgunst. Komisch, wie heute die Leute umgebracht werden. Früher gab es noch Pistole und Messer. Heute aber… Naja, gibt’s  wenigstens keine Schweinerei, so ohne Blut“. Kopf schüttelnd gingen Techtel und Mechtel zu ihrem Fahrzeug und fuhren weg.

©UMW

Maria

Sie war eine Frau, die alles in sich vereinte. Wenn wir die Menschen in ihrem Umfeld befragen, bekommen wir die Rückmeldung, dass sie besonders war. Maria hatte ein großes Herz, viel zu groß. Diese Frau hatte immer ein offenes Ohr und stand zur Seite, wenn Hilfe gebraucht wurde. Maria war einzigartig, verantwortungsbewusst, liebevoll, geradlinig, ehrlich, offen und vor allem sah sie in jedem Menschen das Gute.

Sich selbst hatte sie augenzwinkernd als Luder bezeichnet. Uns kam zu Ohren, dass sie das auch war – hin und wieder, im Bedarfsfall. Sobald ihre Leidenschaft geweckt war.

Die Zeiten sind vorbei. Maria ist tot. Die Polizei ermittelt.

©UMW