Couchsurfer

Diesen Ausdruck gibt es, meiner Meinung nach, noch nicht so lange. Er entstand… Ja, wann ist er entstanden? Vielleicht kann mir hier jemand darüber Auskunft geben.

Ich habe diesen Ausdruck einmal beim Surfen im Web entdeckt, als ich eine günstige Unterkunft für den Urlaub suchte. Es gibt hierzu eine gleichnamige Website. Dabei handelt es sich um ein internetbasiertes Gastfreundschaftsnetzwerk. Reisende finden hierüber auf Reisen eine kostenfreie Unterkunft und Gastgeber können andererseits auch eine Unterkunft anbieten. Eine tolle Sache allemal, gerade für die jüngere Generation. Dachte ich zumindest damals.

Und heute?

Momentan sehe ich mich selbst als Couchsurfer. Das „momentan“ zieht sich nun seit meiner Rückkunft. Ohne Arbeit gibt es erst einmal keine Wohnung. So habe ich bisher viel Zeit bei meiner Tochter verbracht. Seit kurzem bietet mir mein jüngster Sohn und seine kleine Familie eine Bleibe. Das ist insofern schön, da eine besondere Beziehung zu meiner Enkelin wächst und ich meine Schwiegertochter besser kennenlerne.

Meine Wohnungssuche blieb bisher ohne Erfolg, so dass ich mich entschieden habe in eine Wohngemeinschaft zu ziehen. Eine zweier Wohngemeinschaft mit einer etwa gleichaltrigen Frau, die ich auf einer WG-Suchseite gefunden habe. Zum Zimmer gehört ein eigenes kleines Bad, was ich als sehr angenehm empfinde und eine Dachterrasse – mein Highlight. Die Zeit wird zeigen, ob das nur eine Interimslösung oder für eine längere Zeit sein wird. In den bisher stattgefunden Gesprächen haben wir zumindest schon festgestellt, dass wir ähnlich gelagerte Interessen haben und es so nicht nur eine Zweck-WG werden muss.

Das Leben ist spannend und ich freue mich, immer wieder neue Situationen kennenzulernen und zu meistern. Ich bin dankbar dafür, dass ich mit meiner Familie tolle Sparringspartner an der Seite habe. Dankbar bin ich auch für die Freunde, die mich in meiner derzeitigen Situation durch ihr Dasein unterstützen und mir Mut machen bzw. mich auf andere Gedanken bringen. Gerade trennt sich wieder einmal der Spreu vom Weizen.

Ich wünsche euch immer die richtigen Herzensmenschen an eurer Seite.

©by UMW

Familienbande

Familienbande

Nicht nur am Rande

Sondern mittendrin

Ich bin

 

Durch Blut

Sind wir gebunden

So manche Glut

Hat ein Feuer entfacht

 

Wir haben mit Bedacht

Gelöscht so manchen Brand

Dadurch ward gefestigt

Zwischen uns das Band.

 

Familienbande zeigen mir an

Einen Zusammenhalt es geben kann

Es braucht Offenheit,

Gemeinsamkeit

Ganz ohne Scherz

Ein liebendes Herz

©by UMW

Adieu

Nun ist es soweit. Für etwa siebenundzwanzig Jahre war es meine Heimstatt. Eingezogen als Erstmieter. Damals. Die Wohnung könnte Geschichten erzählen. Viele schöne und auch weniger schöne. Wie das Leben eben so spielt.

Heute sind die Räume wieder leer. Eine Matratze liegt noch auf dem Boden und wartet darauf abgeholt zu werden. Ein kleines bisschen Wehmut beschleicht mich.

Ich hatte Großteils angenehme Nachbarn. In der heutigen Zeit ist das ja kein Standard. Die Hälfte der Mieter ist mit mir eingezogen. Unsere Kinder haben miteinander gespielt. Viele Kinder haben inzwischen ihr eigenes Leben, ihre eigene Familie.

Muss ich mich jetzt „alt“ fühlen? Um Himmelswillen! Das werde ich nicht.

Die Schlüssel werde ich heute an die Wohnungsgesellschaft abgeben und die Tür hinter mir schließen. Es wird ein Abenteuer und doch ganz anders als ich vor knapp zwei Jahren dies in einer Kurzgeschichte zusammengesponnen hatte.

Wie treffend ist da dieser Spruch: Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine neue.

Mein neuer Weg ist sicher kein gewöhnlicher. Es ist ein anderes Leben. Ein neues Leben. Ich fühle mich wie ein kleines Kind an Weihnachten. Ungewiss, was es erwartet. Aber voller Vorfreude.

©by UMW

Single-Weihnacht

Die Festtage sind vorbei und rückblickend hatte ich wieder viel Familie. Viel mehr Familie als ich gedacht hatte. Manchmal kommt es eben anders als gedacht.

Schon am hl. Abend verbrachten meine Kinder ihre Zeit bei mir. Mein Mittlerer brachte nach Rücksprache mit mir, seinen senegalesischer Mitbewohner aus der WG mit, der sonst alleine gewesen wäre. Für mich war das in Ordnung. Wir verbrachten einen sehr angenehmen Abend. Tradionell gab es auf Wunsch meiner Tochter die „sauren Zipfel“. Die Bescherung fand bei der beleuchteten Yucca-Palma statt. Eine Tanne ersparte ich mir – wie bereits seit einigen Jahren. Für mich braucht kein Baum für diese paar Tage gefällt zu werden.

Alle hatten ihre Geschenke bei der Palme abgelegt, so dass hier einige Häufchen entstanden. Meinem Jüngsten, der mich dieses Jahr mit Hochzeit und einem Baby überrascht hatte, fiel der größte Berg zu. O.k., hier waren die Geschenke für seine Frau und sein Baby-Mädchen enthalten. Das größte Drittel hier entfiel sowieso auf die Kleine 😉 Schlussendlich war eine Stunde vor Mitternacht der ganze Spuk vorüber und Ruhe kehrte ein.

Der erste Feiertag gehörte mir. Mir allein. Und ich konnte ihn nicht genießen. Das graue Wetter zog mich in einen Sog einer dunkelschwarzen Depression. So wurde es zu einem „verlorenen“ Tag. Mit meinen Tränen hätte ich einen neuen Ozean erschaffen können. Zu mehr war ich nicht fähig.

Am späten Nachmittag konnte ich mich dann doch noch aufraffen. Aufraffen um Vorbereitungen für den zweiten Feiertag zu treffen. Die Schwiegereltern (in spe) meiner Tochter hatte ich zur Weihnachtsgans eingeladen. Dieses Mal wollte ich eine andere Gans-Füllung ausprobieren.

Am Vormittag des zweiten Weihnachtstages deckte ich den Tisch für neun Personen. Es sollten nun doch alle meine drei Kinder zum Essen da sein, inklusive meiner Schwiegertochter. (Wie sich das anhört! Das ist noch immer so neu für mich). Pünktlich um ein Uhr waren alle da und saßen um den Tisch. Ich hatte für eine Person zu viel gedeckt. Na, an wen hatte ich den da schon wieder gedacht?! Egal…

Nach dem Begrüßungssekt konnte das Essen aufgetragen werden. Die zerlegte Gans kam auf den Tisch, ebenso die Füllung. Diese bestand aus Semmelknödel mit viel Zwiebel, Apfel und Knoblauch. Und es schmeckte so vorzüglich, dass tatsächlich alles aufgegessen wurde. Kartoffelknödel und Blaukraut ergänzten das Festessen. Um das Dessert hatten sich die Gäste gekümmert. So erfreuten wir uns an einer Sahnejoghurt-Creme mit Himbeeren und einem Espresso.

Mit einem Spaziergang in der Kälte konnten wir die übermäßigen Kalorien etwas reduzieren. Nach diesem ereignisreichen Tag wurde das Weihnachten für dieses Jahr abgeschlossen.

Warum also jetzt Single-Weihnacht? Auch ohne Partner ist ein Single Teil eines Ganzen. Ein kleiner Teil der Familie. Gerade an solchen Tagen wird einem sein Single-Dasein bewusst und der Wunsch kein Single zu sein. Auf der anderen Seite bin ich lieber alleine „einsam“ als Zweisam einsam. Versteht ihr was ich meine?

In diesem Sinne nehmt euch Zeit. Zeit für euch selbst und für eure Liebsten.

©by UMW

Enge

Derzeit leben wir zu dritt/viert oder fünft – je nachdem wie viele Partner mit da sind, in meiner 3-Zimmer-Wohnung. Der Ex meiner Tochter lebt noch immer in deren gemeinsamen Wohnung. Sie zahlt brav die Hälfte für ihre Wohnung mit und hat sich in meinem Wohnzimmer einigermaßen häuslich eingerichtet.

In dem Fall, dass wir in meinen Räumlichkeiten zu fünft „hausen“ wird es in Küche und Bad zu eng. Aber mich engt auch ein, dass ich mich nicht so bewegen kann, wie ich möchte. Gerade heute empfand ich es schlimm. Küche und Wohnzimmer waren in Beschlag genommen und mir blieb nur das Schlafzimmer. Ich wollte aber endlich einmal aufräumen, durch saugen. Was halt hin und wieder nötig ist. Wenn ich dann nicht tun kann, was ich gerne möchte, schränkt mich das ein und ich fühle mich eingeengt. Es gibt mir das Gefühl gleich zu platzen.

Dennoch muss ich mich zusammen reißen und ich fühle mich in meiner eigenen Wohnung gerade nicht zu Hause.

©UMW

Viel los die Tage…

Die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr sind dieses Jahr angefüllt mit viel Nähe, Genuss und Ausflügen. Einerseits hatte ich Besuch bekocht und andererseits war ich eingeladen und durfte meine Füße hochlegen und genießen. Die Tagen haben mir wundervolle Zweisamkeit beschert und jede Menge Familie.

Bei sonnigem Winterwetter und knapp 10 Grad waren wir mit dem Cabrio im Allgäu unterwegs, haben uns verschiedene Städtchen angesehen und pure Natur erlebt.

Es sind Tage der Liebe, des Friedens und der Zufriedenheit. Dafür bin ich unsäglich dankbar.

©UMW

 

Stolz 

Ja,  ich bin stolz.  Stolz auf meine Kinder. Darauf, was sie bisher erreicht haben.

Und noch viel mehr,  was sie eigentlich ausmacht.

Alle drei sind sie absolut individuell und doch haben sowohl meine Tochter als auch meine Söhne etwas Essentielles aus der Kindheit (Erziehung?) mitgenommen. Sie sind füreinander da, unterstützen sich,  wenn es einem einmal nicht so gut geht. Sie sind sich gegenseitig Stütze.

Das freut mich und darauf bin ich stolz.

Dafür klopfe ich mir dann auch mal auf die Schulter: Gut gemacht! 😉

©UMW