Hochzeit

Als junges Mädchen hatte sie immer die Vorstellung in Jeans und mit Rollschuhen zu heiraten. Hintergrund dieser Gedanken war, dass sie dann an diesem besonderen Tag einfach flüchten konnte. Für den Fall, dass sie es sich anders überlegen sollte. Sozusagen auf den letzten Drücker.

Mit Mitte Zwanzig schritt sie zum Standesamt. Es war der 12. Mai und sie hochschwanger. War das schon anders als in ihren Vorstellungen. Kein Jeanskleid und auch keine Rollschuhe. Wie auch? Außerdem mochte sie den Mann an ihrer Seite. Nein Liebe war es nicht. Wusste sie denn schon was Liebe ist? Irgendwie hatte sie so etwas nie gefühlt oder vermittelt bekommen. Alles immer nur Abhängigkeiten. So auch von den Eltern vorgelebt.

Genaugenommen standen alle Zeichen auf … Ja, worauf denn? Für den Moment war es sicherlich ein kleines Glück. Versorgt sein mit dem Kind. Sie hatten eine kleine Feier mit den Trauzeugen in der Münchner Suppenküche und Picknick im englischen Garten. So wollte SIE es. Im Kleinen – ohne Eltern. Seine Eltern hatten immer auf die Heirat gedrängt. DIE wollte sie nicht dabei haben.

An einem anderen Tag luden sie seine und ihre Eltern ein. Dann stellten sie eine Flasche Sekt auf den Küchentisch und verkündeten, dass sie geheiratet haben.

Die Reaktion? Seine Mutter beleidigt. Sein Vater und ihre Eltern nahmen es gelassen. Und sie lachte…

Kein Jeanskleid, keine Rollschuhe – dafür schwanger.

©by UMW

Auf der Flucht

Sie stand mitten unter ihnen und wusste von nichts. Allerdings spürte sie, dass etwas nicht stimmte. Es war eine Schwingung da, die sie irritierte. Sie unterhielten sich miteinander und sie stritten. Es war nun einmal ihre Art gegen Alles und Jeden zu rebellieren. Hier war es ihr Fehler und dennoch…

Der Leiter der Gruppe kam mit seinem Rucksack um die Ecke und sprach sie schon von der Ferne an. Was sie denn von seiner neuen Errungenschaft denke. Sie sah ihm ins Gesicht, nahm aber auch aus den Augenwinkeln die Spritze in seiner Hand wahr. Angespannt und sprungbereit beobachtete sie ihn und ließ ihn nahe an sich heran kommen. Doch bevor er die Spritze in ihren Arm versenken konnte, hatte sie sich die Spritze geschnappt und ihm blitzschnell injiziert.

Jetzt hieß es schnell sein. Der Panther in ihr übernahm die Führung. Schnell und geschmeidig drehte sie sich um die eigene Achse und lief aus dem Raum. Aus allen Ecken kamen seine Anhänger und wollten sie fangen. Doch sie wich ihnen katzengleich schnell aus. Von jetzt ab konnte sie niemanden mehr trauen. Inzwischen konnte jeder von diesem Wahnsinnigen infiziert sein. Sie beobachtete wie einer den anderen mit dieser Droge versetzte. Einige waren tatsächlich resistent dagegen. Das konnte sie an den klaren Augen erkennen.

Endlich hatte sie die heimatlichen Gefilde erreicht. Sie war schnell, sehr schnell. Dieses Panther-Gen in ihr war es, was der Gegner wollte. Niemals sollte er es bekommen! Erschöpft schlüpfte sie in ihr Heim, sicherte das Gebäude und legte sich um Auszuruhen. Wie lange konnte sie diesem Druck noch widerstehen? Wie lange blieb ihr noch zu leben?

©UMW