Prioritäten

Am Friedensengel

Jeder Mensch führt sein Leben so, wie er es für sich am besten hält. Wer wirklich lebt, wird es den Gegebenheiten anpassen. Zu Leben heißt für mich eigenständig zu entscheiden, flexibel zu sein und seiner eigenen roten Linie zu folgen.

Für mich bedeutet dies gerade, mein Business-Englisch durch eine Fortbildung zu verbessern. Wir sind eine kleine Truppe von sechs Personen. Von den muttersprachlichen Lehrern werden wir verbessert und lernen so, uns besser auszudrücken. Dazu werden wir in Grammatik geschult. Hier darf ich anmerken, dass ich mit Grammatik in jeder Sprache auf dem Kriegsfuß stehe. Für mich muss es sich richtig anfühlen. Leider funktioniert das so nur im privaten Bereich. Im Geschäftlichen sollte das Geschriebene schon korrekt sein. Oder ist das nur wieder einmal typisch deutsch?

Der nächste Schritt ist für mich einen passenden Tätigkeitsbereich zu finden. Da ich noch keine eigene Wohnung hier in der Stadt habe, bin ich offen für Vieles innerhalb von Europa. Momentan ist unklar, wohin es mich treiben wird. Entscheidungen haben unsere Wirtschaft destabilisiert. Es werden sich viele Menschen umorientieren müssen. Trotz dieser Situation bin ich überzeugt: Das passende und ich – wir werden uns finden.

Um psychisch und physisch gesund zu bleiben bin ich viel in der Natur. Der Englische Garten, die Isar und der Olympiapark sind meine Auftankstellen in der Stadt. Da entdecke ich immer wieder neue Ecken und ruhige Stellen, die zum Verweilen einladen. Häufig bin ich auf Schusters Rappen unterwegs und zurzeit nur gelegentlich mit dem Fahrrad. Meine Laufschuhe habe ich entstaubt und versuche für Langstrecke zu trainieren. Doch das wird noch dauern bis ich das gesetzte Ziel erreiche. Ja, ich bin in Bewegung. Wenn es sich ergibt und das Wetter mitspielt, atme ich die frische und klare Luft in den Bergen.

Genießt euer Leben und freut euch an dem was euch Freude bereitet 🙂

©by UMW

Sehnsucht

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Ein sehnen nach… Oder auch ein inniges Verlangen nach einer Situation, einem Menschen, einem Gegenstand. Etwas, was im Moment unerreichbar scheint. (so beschreibt es WIKIPEDIA)

Es gibt derzeit wenige Menschen, die mit der momentanen Situation zufrieden sind. Die Mehrheit ist unzufrieden. So wie ich.

Sosehr ich meine Zeit mit meiner Familie genieße, so sehr möchte ich wieder mein eigenes Leben. Damit meine ich meine Freiheit, das zu tun, was ich möchte. In dem Raum und Rahmen meiner Möglichkeiten. Meine sieben Sachen packen und meiner Sucht frönen. Meiner Sucht nach Wasser – in, auf und am. Wie es sich eben ergibt.

Ich möchte wieder unterwegs sein, neue Leute und fremde Kulturen kennenlernen. Fremden Sprachen lauschen und dabei lernen.

Wie lange müssen wir noch warten, bis die Grenzen öffnen? Bis wir unserer Reiselust wieder nachgehen können?

Hey Scottie: Beam me to the sea… 😀

©by UMW

Das passt!

Biene

Gestern kam eine Kollegin auf mich zu und meinte, dass sie ihrem Sohn eine Geschichte vorgelesen hatte, bei der ihr Gedanken an mich kamen. Sie erzählte mir von dieser Passage aus einem Buch von Biene Maja und ihren Abenteuern (Autor Waldemar Bonsels).

Hach! dachte ich mir. Was hat denn das Bienchen mit mir gleich? Dieses Zitat aus dem Buch hat sie mir übergeben:

Sie wollte glücklich und frei sein und das Leben auf ihre Art genießen; mochte kommen, was wollte, sie würde es ertragen.

Genauso geht es mir. Irgendwie. Und so steuere ich auf meinen neuen Lebensabschnitt zu, der sich inzwischen in großen Schritten nähert.

©by UMW

Verschnupft und zugenäht

Die Nase dicht

Das Schlucken fällt schwer

Gerötete Augen

Ich seh nix mehr.

Na ja, ganz so schlimm ist es nicht. Nur annähernd. Ich will nicht jammern! Es passt nur wenig zur Jahreszeit. Wir haben Sommer und meine Nase ist gestrichen voll. Bei mir legt sich das erst einmal auf den Hals.

Zwei freie Arbeitstage habe ich mir genommen, um verschiedene Dinge zu erledigen. Mir war es wichtig Passfotos zu bekommen und den Reisepass zu beantragen. Beides habe ich gestern erledigt. Die Fotos sind ganz ordentlich geworden. Das Gegenüber kann mich erkennen. Ihr lacht? Vor einer Woche hatte ich Passbilder gemacht, da fiel es schon schwer die Person auf dem Foto mit mir in Verbindung zu bringen. Ein schreckliches Foto. O-Ton meiner Kolleginnen: „Das kannst du nicht verwenden! Darauf bist nicht du erkennbar. So lassen sie dich nirgends einreisen.“

Deshalb bin ich in ein anderes Fotostudio. „Ich brauche Passfotos. Bitte so, dass ich mich auch erkenne“, begrüßte ich den Fotografen. Ein junger Mann mit voll tätowierten Armen und einem Vollbart. Ohne Vollbart und ich jünger… Da wäre der Sabber gelaufen 😀

Lange Rede kurzer Sinn. Gesagt, getan. Knips knips im Scheinwerferlicht im Keller der Arcaden. Schon waren die Bilder fertig und ich tatsächlich zufrieden.

Meinen Termin beim KVR hatte ich mir online geholt. Das war gut so! Als ich das Amt betreten hatte, wäre ich fast rückwärts wieder raus. Es war voll. Übervoll! Ein älterer Ordnungsmensch sah mich, begrüßte mich und meinte: „Sie haben sicher einen Termin. Setzen Sie sich hin. Die Nummer wird angezeigt. Nicht erschrecken, die Nummern laufen durcheinander. Es dauert auch ein bisschen länger.“ Ich nahm Platz und beobachtete die Anzeige. Gut fünfundzwanzig Minuten nach meinem reservierten Termin war ich an der Reihe. Das ging dann zügig. Meine Daten wurden eingetragen und meine beiden Zeigefinger elektronisch gescannt. Ohne diesem Scan dürfen wir in verschiedene Länder gar nicht mehr einreisen. USA allen Ländern voraus. Das Netz hat sowieso sämtliche Daten, warum soll ich dann hier einen Aufstand machen? Für mein Vorhaben habe ich den Reisepass mit 48 Seiten beantragt. Wer weiß, wie viele Stempel hier Platz brauchen. Nachdem ich dafür 82 € gelöhnt hatte, wurde mir der weitere Vorgang erklärt. Im Internet nach 4-6 Wochen prüfen, ob der Pass fertig ist. Sobald dieser zur Abholung bereit liegt, kann ich ohne Termin zum Amt und abholen.

Wieder etwas geschafft…

©by UMW

Es läuft…

In meinen Augen geht es viel zu langsam. Der Verkauf von meinem Hab und Gut. Ja, ich weiß, da braucht es Geduld und für mich sind es ja doch noch 4,5 Monate. Aus Erfahrung weiß ich, wie schnell die Zeit herumgehen kann.

Dabei war heute erst wieder Jemand da. Ein Mann. Ein Franzose. Er wohnt in der Stadt in einer WG und hatte sich über meinen orangen Shaggy-Teppich gefreut, den er für ein paar Euro erworben hat. Wir haben uns ein wenig unterhalten. Er sprach über die Lage in Frankreich und der Unzufriedenheit durch die Armut in den Städten. Jeder schaut aus Frankreich weg zu kommen um im Ausland sein Glück zu versuchen. Nein, ich werde jetzt nicht politisieren! Ich erzählte von meinem Vorhaben. Er fand das spannend und freute sich mit dem Teppichkauf ein kleines Stück daran teilzuhaben.

Mir gefällt es mit den unterschiedlichsten Menschen zu sprechen. Ich finde es unterhaltsam. Gerade jetzt, durch die Auflösung der Wohnung, komme ich mit vielen verschiedenen Menschen in Kontakt. Es ist zwar oberflächlich, doch lässt es ein klein wenig auf die Situationen dieser Leute blicken. Es verändert meine Sichtweise und das Gefühl etwas abgeben zu können. Es ist ein loslassen und auf die Reise schicken.

Mit jedem Stück, das mich verlässt, wird mir leichter. Ich spüre, wie sich meine Einstellung zu dem ganzen Kram verändert.

Nach dem kommenden Wochenende werde ich die Bücher wegpacken und weg bringen. Damit wird wieder ein Regal leer werden. Für mich hat das eine befreiende Wirkung.

©by UMW

Auf dem Weg zum Minimalismus

Wo fängt Minimalismus an und wo hört er auf? Wie viel braucht der Mensch tatsächlich und ab wieviel Gegenständen ist es nur noch „Spinnerei“? Das sind Fragen, die mich beschäftigen.

Um die Wirtschaft anzukurbeln, ist ein minimalistisches Leben absolut ungeeignet. Außer vielleicht,…. Es sei denn, es wird insgesamt umgedacht. Die Grundwerte gewinnen wieder an Bedeutung und wir alle besinnen uns darauf, uns selbst etwas Gutes zu tun. Unserem Körper und unserem Geist.

Für mich ist es so, dass ich nur sehr wenig behalten möchte. Genau genommen gehe ich von zwei großen Reisetaschen aus. Da möchte ich alles unterbringen, was mich die nächsten Monate und Jahre begleiten soll. Ich bin überzeugt, dass viele Dinge davon an Bedeutung verlieren und unterwegs sicherlich entsorgt werden. Was dafür Neues in mein Leben kommen wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt schwierig zu sagen.

Vorerst heißt es sich erst einmal von Möbeln, Kleidung, Büchern und vielem Krimskrams, der sich über die Jahre angesammelt hat, zu trennen. Das fällt schwer. Vor allem darf ich mich von dem Gedanken verabschieden, dass ich den ideellen Gegenwert dafür bekomme. Deshalb verschenke ich Dinge bewusst an Menschen, von denen ich weiß, dass ich ihnen damit eine Freude machen kann. Vieles soll den Besitzer über einen der vielen Kleinanzeigenmärkte wechseln. Ein privater Wohnungsflohmarkt wird ebenfalls geplant. Und was am Ende noch übrig bleibt… Dafür gibt es eine Halle am Wertstoffhof. Zur Abgabe an Bedürftige.

Für mich bedeutet es mehr Freiheit und Unabhängigkeit.

Über eure Meinung und Gedanken dazu freue ich mich. In diesem Sinne einen entspannten 1. Mai.

©by UMW

Ängste, Komfortzonen und andere Hindernisse

Seit Tagen sorgen Gedanken für schlaflose Nächte. Mir ist schleierhaft, wie ich so neben der Spur den Weg in die Arbeit finde. Auf dem Fahrrad versteht sich.

In Gedanken räume ich meine Wohnung aus. Verkaufe, verschenke und überlege, was ich in meinem Leben tatsächlich brauche. Was für mich wichtig ist. Was das Minimum ist an dem, was Mensch (ich) tatsächlich braucht.

Zurzeit habe ich viel im Netz geschaut, mit welcher Arbeit ich mich weltweit über Wasser halten kann. Es gibt schon einiges, was machbar ist. Das eine oder andere kann ich tatsächlich. Texten… Oder etwas Prüfen und Gegenlesen. Zweimal habe ich mich schon beworben, die erste Absage hat sich in meinem Postkasten eingefunden. Und mein Mut… Der hat sich daraufhin in die hinterste Ecke verzogen. So schnell darf ich nicht aufgeben.

Es ist noch nichts ausgegoren. Alles unfreif. Mir fehlen Informationen. Vor allem: Traue ich mir das wirklich zu? Alles aufzugeben und ins Ungewisse zu starten.

Endlich habe ich eine Arbeit, in der ich mich wohl fühle. Zwar stagniert es dort mit Aufträgen und wohin hier die Reise geht, ist auch ungewiss. Die Firma ist trotz der Flaute im schwarzen Bereich. Schreibt Gewinne. Nur ich sehe da weiter. Wie lange kann das funktionieren?

Meine Kinder sind auch ein Thema. Finanzielle Unterstützung braucht hauptsächlich mein Mittlerer noch, so lange bis er mit dem Studium fertig ist. Das kann noch zwei Jahre dauern.

Trotz all dieser Widerstände habe ich das Gefühl, dass die Entscheidung schon getroffen ist. Ich traue mich nur nicht, sie zu sehen.

Erst brauche ich ein Gespräch. Etwas mehr Klarheit. Ich will mich in nichts hineinsteigern, was dann doch im Sande verlauft. Das hatte ich alles schon…

Kann ein Mensch mit Ü50, der in Sicherheit aufgewachsen – mit Absicherungen für viele Lebenslagen – alles von sich werfen?

©by UMW