Sehnsucht

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Ein sehnen nach… Oder auch ein inniges Verlangen nach einer Situation, einem Menschen, einem Gegenstand. Etwas, was im Moment unerreichbar scheint. (so beschreibt es WIKIPEDIA)

Es gibt derzeit wenige Menschen, die mit der momentanen Situation zufrieden sind. Die Mehrheit ist unzufrieden. So wie ich.

Sosehr ich meine Zeit mit meiner Familie genieße, so sehr möchte ich wieder mein eigenes Leben. Damit meine ich meine Freiheit, das zu tun, was ich möchte. In dem Raum und Rahmen meiner Möglichkeiten. Meine sieben Sachen packen und meiner Sucht frönen. Meiner Sucht nach Wasser – in, auf und am. Wie es sich eben ergibt.

Ich möchte wieder unterwegs sein, neue Leute und fremde Kulturen kennenlernen. Fremden Sprachen lauschen und dabei lernen.

Wie lange müssen wir noch warten, bis die Grenzen öffnen? Bis wir unserer Reiselust wieder nachgehen können?

Hey Scottie: Beam me to the sea… 😀

©by UMW

Rückblick

Mit einem Blick auf das vergangene Jahr sehe ich mich lernen. Viel lernen. Beruflich, privat und auf der geistigen Ebene.

Lernen und „vorwärts kommen“ sind mir wichtig. Ohne lernen darf ich Bekanntschaft mit Würmern machen, die an mir nagen. O.K., das kann jeder auch im lebenden Zustand erleben. Wir haben dann mit Energiesaugern und Menschen zu tun, die einen nur ausnutzen 😉

In diesem Jahr habe ich gelernt, mich auf Wellen fortzubewegen. Zum einen auf einem Brett und zum anderen in einem Boot, einem Segelboot. Beides hat mir unsagbare Freude gemacht. Es hat mir gezeigt, dass ich mit Ü50 noch immer sportlich etwas dazulernen kann, dass es keine Altersgrenze gibt.

Meine Wege führten mich auf Gipfel und brachten mich an meine Grenzen. Trotzdem habe ich jeden Moment als Genuss erfahren. Ich habe die Sonne auf der Haut gespürt und unbeschreibliche Empfindungen.

Menschen haben meinen Weg gekreuzt, haben mein Leben bereichert und sind wieder gegangen. Besondere Menschen laufen noch immer mit mir. Sie lehren mich, helfen mir und schubsen mich an. Manch einer wird nicht wissen, dass und wie er mir hilft. Aber er tut es und das ist das Wichtigste.

Gefühlsmäßig bin ich durch viele Täler gewandert. Vielleicht auch nur, weil ich es so spüren musste oder wollte.

Ich bin dankbar, dass ich so viel erleben durfte und Erfahrungen mich immer weiter bringen.

In diesem Sinne wünsche ich euch einen guten Abschluss für dieses noch andauernde Jahr. Verabschiedet es in Frieden und Dankbarkeit.

©by UMW

Grenzen

Mit Freude schwang ich mich heute morgen aus dem Bett. Ich hatte noch ausreichend Zeit um meinen Kaffee zu trinken und Vorbereitungen für den heutigen Tag in den Bergen zu treffen.

Eiskalt war es heute. Ja, wir haben November und da sind auch Minustemperaturen möglich. Heute waren es vier Grad unter Null. Meinen Zwiebellook hatte ich mir bereits gestern abend zurecht gelegt. Wollsocken, wärmende Winterhose, Kurzarmshirt, Langarmshirt, Kapuzenjacke und eine Steppjacke. Die Steppjacke stopfte ich zu Ersatzkleidung, zwei Energieriegeln, Nüssen, Wasser und Tee in den Rucksack. Geld und Sonnenbrille waren ebenfalls verpackt.

Gegen 8.30 Uhr saß ich im Auto meiner Freundin und wir fuhren zum Achensee. Es sollte hinauf gehen zur Seekarspitze auf 2000 Meter. Um 10.00 Uhr hatten wir den Parkplatz erreicht. Moni schaufelte sich noch ihr Müsli rein, bevor es fünfzehn Minuten später los ging.

imag0602In der Zwischenzeit hatte ich den See fotografiert. Meine Finger waren eiskalt. Schnell die Handschuhe angezogen und aufwärts ging es. Die Minustemperaturen ließen uns zügig losgehen. Die Steppjacke sparte ich mir für den Gipfel auf. Nach einer halben Stunde war uns gut warm. Es ging steil hoch und mir lief das Wasser in Strömen herunter. Mein Stirnband landete im Rucksack und die Handschuhe hängte ich an den Beckengurt. Der Weg verlief durch einen Wald und sobald der Wind etwas kühler blies, kam die Kapuze zum Einsatz. Zumal meine Haare zwischenzeitlich doch sehr nass waren. Nach 1,5 Stunden hatten wir die Seekaralm erreicht. Wir lagen gut in der Zeit, denn zum Gipfel waren es nochmals 1,5 Stunden.

Meine Erkältung steckte mir irgendwie noch in den Knochen. Ich gönnte mir einen Riegel und Wasser bevor es weiter ging. Nach einer Weile erreichten wir die Baumgrenze. Zirben wuchsen beidseitig. Mittig verlief ein Geröllweg. Ich hasse Geröllwege. Hier musste ich dennoch weiterlaufen, wenn ich nach oben kommen wollte. Es kam eine Kletterpassage über Wurzeln und später über Fels. Manchmal rollten die Steinchen und kleinen Felsbröckerl unter mir weg. Die Wanderstöcke nutzen hier wenig. Irgenwann war der Weg nur noch Fels, nur noch Geröll. Habe ich schon geschrieben, wie sehr ich Geröll hasse? Bis hundert Meter unter dem Gipfel wanderte ich im Schweiße meines Angesichts hoch.

Dann musste ich mich setzen. Meine Knie zitterten. Mich überkam Panik. Was war los? Der Wind pfiff dort oben. Es war sehr kalt. Nordseite! Völlig ungeschützt fror ich plötzlich. Beim nach unten sehen war mir auf einmal unklar, wie ich da wieder runter kommen sollte. Ich konnte keinen Weg erkennen. Es gab aber nur diesen Weg zurück. Die letzten etwa hundert Höhenmeter und rund fünfzehn Gehminuten schaffte ich nicht mehr. Keine Chance! Das letzte Stück erschien mir sehr steil nach oben. Ich hatte meine Grenze erreicht.

Die Vernunft ließ mich umdrehen. Langsam ging ich den Weg Bergab. Ich suchte Halt für meine Füße und an besonders steilen Abschnitten setzte ich mich, schob mich über Felsen nach unten. Die Zirben dienten mir abwärts als Halt. Glücklich kam ich an der Alm an. Über die kalte Jahreszeit ist hier zwar geschlossen, aber es gab eine etwas geschützte Bank. Hier lies ich mich nieder und wärmte mich innerlich am Tee. Für die Ruhephase zog ich mir die Kapuze wieder über den Kopf und meine Steppjacke an. So wartete ich auf meine Freundin, die den Gipfel geschafft hatte.

Den restlichen Abstieg schafften wir gemeinsam in einer guten Stunde.Auf dem Weg nach unten sah ich gefrorene Brunnen, Wasserfälle und ganz viel Raureif. Der Winter ist im Anmarsch.

Ich hatte für den heutigen Tag meine Grenze erkannt. Es war mir zu kalt und ich wahrscheinlich noch zu schwach. Den Gipfel kriege ich in der wärmeren Jahreszeit 😉

©by UMW

Fels in der Brandung

Er steht fest in seinem Leben.

Er hat vieles erlebt,

wurde von vielem geprägt.

Er hat schon vieles bewegt,

ist immer am geben.

Mit dir will ich verrückte Sachen machen,

mich erheben und neue Grenzen setzen.

Will mich an deine breite Schulter lehnen,

träumend mit dir am Nachthimmel die Sterne zähl’n.

Mit dir will ich lieben, leben und lachen.

©UMW

DEVOTION

Für den Einen, der es versteht mich zu „beherrschen“ und dabei doch noch auf Augenhöhe mit mir bleibt.

Bei dem ich Wünsche erfüllen mag, ohne dass es viele Worte braucht.

Dem ich in die Augen blicke, seine Stärke erahne und mich fallen lassen kann. Der mich auffängt, mir Halt gibt, wenn ich falle….

Der die Kraft hat, meine Grenzen zu erkennen und hilft diese zu erweitern. Bei dem ich das Gefühl habe, dass ich ihm alles geben will, weil er mich respektiert und mir niemals etwas tun würde, was mir schadet.

©UMW