… und los geht‘s (Griechenland)

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Am Donnerstag wurde das Boot ins Wasser gesetzt. Noch einmal alles geprüft und los ging es. Der Wind reichte aus um die Segel zu setzen. Angepeilt hatten wir Poros. Doch da wir erst Mittag losgekommen waren und der Wind nur gering, machten wir einen schönen Ankerplatz vor Angistri, einer kleinen Insel, aus. Ich zum Anker vor, Ankerkasten auf und die Fernbedienung in die Hand. Das Ding machte keinen Mucks. Das gibt’s doch nicht. Ungläubig versuchte ich es mehrmals. Ohne Erfolg.

Jan ging unter Deck, zerlegte die Elektrik und suchte den Fehler. Erfolglos. Also sind wir wieder zurück nach Planaco und machten hier fest. Nochmals unter Deck und Fehler suchen. Die Fehlersuche blieb immer noch ohne Erfolg.

Am Freitag kam ein Bootselektriker vorbei. Seine Suche glich der von Jan. Genau dieselbe Vorgehensweise. Dasselbe Ergebnis. Vielleicht das Relais defekt? Nein, dem war nicht so. Er machte ein Foto, telefonierte und kam wieder. Sicherungscheck. Und hier lag der Fehler. Irgendjemand hatte die Sicherung falsch gesteckt. So eine Kleinigkeit macht so viel Ärger.

Aber heute ging’s dann wirklich los. Richtung Korphos. Los ging es erst einmal mit 12 Knoten. Bei der Geschwindigkeit wären die 19 Seemeilen in 1,5 Stunden machbar gewesen. Der Wind ließ bereits nach einer halben Stunde nach. Lt. der App waren es dann durchschnittlich etwa 3 Knoten.

Kurz bevor wir in die Zufahrt nach Korphos einfahren gönnen wir uns einen Badestopp. Das Wasser ist herrlich erfrischend.

Nach der Einfahrt in die Bucht von Korphos suchen wir erst einmal einen Ankerplatz, den wir neben wenigen anderen Segelbooten im Hafen fanden.

Korphos ist ein nettes kleines Fischerdörfchen. Es ist hübsch hier und die Einheimischen grüßten alle freundlich. In einer Taverne gönnten wir uns heute leckeren Tintenfisch, Muscheln sowie Käsesalat.

Ein paar Mücken konnten es nicht lassen und an mir herumbeißen. Das war das einzig Unangenehme am Abend.

©by UMW

An Board

Da sind wir am letzten Septembertag wieder einmal losgefahren. Mit dem Auto nach Griechenland. Zum Boot. Das restliche Gepäck wurde im Tetris-Verfahren im Fahrzeug verstaut. Anfangs sah es so aus, dass nicht alles seinen Platz finden würde. Doch Jan war richtig gut. Jeder Platz ward genutzt und alles konnte die Tour mitmachen.

img_20191001_131044131_hdr5743072298917063771.jpgSo sind wir nun seit Dienstag, rechtzeitig zum Oktoberbeginn, auf dem Boot. Die Fahrt war dieses Mal ohne Stau. Keine Ferienzeit. Das machte sich positiv bemerkbar.

Die Makamae steht bei Planaco Yacht Yard an Land. Es ist noch einiges – in Eigenleistung versteht sich – anzubauen. Die ganzen Sachen dürfen noch ihren Platz finden. Somit herrscht hier überschaubares Chaos.

Die herkömmlichen Batterien wurden gegen Lithium-Batterien getauscht. Einige Verkabelungen stehen noch aus. Der W-Lan Stealer ist bereits montiert 🙂 Deshalb gibt’s jetzt auch einmal Neuigkeiten.

Wenn alles gut läuft, sind wir ab nächster Woche im Wasser.

Heute gab es ein bisschen Kultur durch den Besuch des Tempels der Aphaea und ein bisschen Badespaß.

 

©by UMW

Sieben Länder in zwanzig Stunden

Wie soll das funktionieren, wird sich so manch einer fragen. Selbst mir kam das bis vor kurzem noch unvorstellbar vor. Doch ich habe mich eines besseren belehren lassen. Durch gemeinschaftlichen Aktivismus.

Genau genommen, war es an der Zeit verschiedene Dinge zum Boot zu bringen. Mit einer Spedition erschien es zu aufwändig und mit dem Flugzeug schier unmöglich. Diese ganzen Kisten, Geräte, Equipment, Taschen, Ausstattung und was weiß ich nicht noch alles. Ziemlich spontan entschieden wir uns Mittwoch oder Donnerstag – mir fehlt jegliches Zeitgefühl! – zu diesem Gewalttrip.

Donnerstag Abend lud Jan meine Taschen in sein Fahrzeug. Freitag Mittag, nach einem halben Arbeitstag, fuhr ich mit der S-Bahn zu ihm. Seine notwendigen Arbeiten hatte er erledigt und wir konnten direkt losstarten. Irgendwie schienen sich viele Menschen an diesem Wochenende für eine Fahrt in den Süden aufgemacht zu haben. Es war erst einmal viel Verkehr.

Navi und Googeline zeigten uns staufreie Wege auf, so dass es manchesmal quer durch die Pampa ging. Zumindest noch hier in Deutschland. Wir fuhren durch Österreich, Slowenien, Kroatien, Serbien und Mazedonien nach Griechenland. Solange es Tag war, konnten wir uns an der schönen Landschaft erfreuen. In der Nacht war es dunkel, teilweise ohne irgend ein Licht. Geärgert haben wir uns über die Wartezeiten an den Grenzen von Serbien nach Mazedonien und Mazedonien nach Griechenland. Es gab zwar eine Spur für EU-Passinhaber. Das nützt nur nichts, wenn sich keiner daran hält.

In Mazedonien wurden wir nach einer Greencard gefragt. Es ging um die KFZ-Versicherungskarte. Dummerweise war diese nicht auffindbar. Zum Weiterfahren mussten wir in Mazedonien eine Versicherung abschließen. Wie ärgerlich! Keine Ahnung, ob dagegen angegangen werden kann oder diese Versicherung als unrechtmäßig gilt. Da sollten wir uns vielleicht einmal bei so einem großen Automobilverein erkundigen.

In Athen schafften wir die Fähre nach Egina punkt genau. Kaum waren wir auf der Fähre, wurde schon abgelegt. Ein herrliches Panorama von Athen zeigte sich uns.

 

In Egina fuhren wir zu der Werft, auf der das Boot an Land auf die Feinarbeiten und uns wartete. Der Werftmeister brachte uns eine Treppe, damit wir mit dem Gepäck zum Boot hochkamen. Das war eine ganz schön wackelige Angelegenheit. Oben das Gepäck ablegen und sich selbst hochhieven kostete anfangs etwas Überwindung. Mit jedem erneuten Hochsteigen fiel es mir leichter. Jan mit seinen langen Beinen tat sich da wesentlich leichter. Erst einmal brachten wir alles aus dem Auto nach oben und verteilten es so gut es ging auf die einzelnen Kajüten. Taue wurden in den Bugkisten verstaut. Ein Schildchen mit Schiffsname und -nummer wurde angebracht.

 

Für mich war es das erste Mal auf diesem Boot, deshalb sah ich mir alles an, öffnete sämtliche Kästen und inspizierte den Inhalt. Dinge, die mir nicht gefielen oder schlichtweg zu viel waren, haben wir entsorgt. Haushaltsartikel, die ich von mir mitgenommen hatte, verstaute ich. Trotz allem durfte ich einen Teil wieder einpacken, weil es sich als unsinnig herausstellte oder weil es schon an Board war.

Am späten Nachmittag war es dann Zeit für Erholung und wir kosteten das Meerwasser. Erfrischend ist anders. Bei Lufttemperaturen mit mehr als 30 Grad, war auch das Wasser sehr warm. Trotzdem schwammen wir ein Stück hinaus und hatten Spaß an den Wellen. Wieder zurück wurde kurz das Salzwasser abgespült und wir machten uns auf den Weg ins Dorf.

In einer Strandbar erfrischten wir uns innerlich. Als es endlich Zeit zum Essen war spazierten wir von der Werft zu einer nahen Taverne.

img_20190720_200634060_hdr6211116285425916495.jpgHier konnten wir den Sonnenuntergang zu super leckeren Gerichten aus Garten und Meer genießen.

Schon bald fielen wir müde in die Kojen.

Am nächsten Morgen packten wir frühzeitig unsere Sachen, um die erste Fähre ans Festland zu erwischen. Wir waren sehr zeitig am Hafen. So blieb noch Zeit für einen Cappuccino und einen kleinen Spaziergang an den Booten vorbei.

Als die Fähre angedockt hatte, gingen wir zum Auto. Während die Beifahrer nur als Fußvolk die Fähre betreten durften, mussten die Fahrer die Fahrzeuge nach Anweisung parken. Morgens war wenig los, so verlief das Procedere recht einfach.

img_20190721_095247289_hdr7318619048180383119.jpgAuf der Fähre marschierten wir zum Oberdeck und hatten es fast für uns alleine. Wir versuchten die Möwen in ihrem Flug zu fotografieren. Es war ganz schön windig. Die Möwen zu fotografieren stellte sich deshalb als ziemliche Herausforderung dar. Doch Jan schaffte es, den einen oder anderen Vogel festzuhalten.

Nach der etwa einstündigen Fahrt mit der Fähre fuhren wir in Athen von der Fähre herunter und wieder an Land. Unsere Zeit in Athen / Egina belief sich auf etwa 24 Stunden.

Schon waren wir wieder auf dem Weg retour nach München. Von Griechenland nach Mazedonien, Serbien, Kroatien, Slowenien, Österreich und in unsere deutsche Heimat. Wieder mit Stau an den Grenzen und wieder mit der Frage nach der Greencard in Mazedonien. Und mit einem Abenteuer der etwas anderen Art.

Googeline teilte uns einen Stau mit und fragt, ob wir diesen umgehen wollten. Natürlich drückte der Fahrer das „ja“. Würde doch sicher jeder machen, oder? Der Weg war wunderschön. Es ging durchs mazedonische Hinterland. Die Häuser wurden immer weniger und die Strasse immer holpriger.

Bis wir auf einem Feldweg fuhren. Googeline zeigte uns weiterhin den Weg an. Laut ihren Angaben waren wir noch immer auf der richtigen „Straße“. Diese Straße war schon sehr abenteuerlich mit tiefen Furchen. Gut geeignet für Traktoren oder Geländefahrzeuge. Der SUV, mit dem wir unterwegs waren, packte es trotzdem recht gut. Vielleicht hatte es auch das Fahrzeug einmal genossen vom normalen Weg abzukommen 😀

img_20190721_162059493_hdr112382695538762268.jpgHangabwärts konnten wir nach einer Weile wieder eine Siedlung, ein Dorf, sehen. Nur: Keine Menschenseele. Wir fuhren den, inzwischen wieder geteerten Weg weiter und waren dann zurück auf der Autobahn. Allerdings handelte es sich um die serbische Autobahn. Richtig! Wir hatten das eine Land verlassen und sind in ein anderes Land rein – ohne Grenzkontrolle. Wir mochten uns nicht ausmalen, was passiert wäre, wenn wir aufgehalten worden wären. Es ist alles gut gegangen und vor allem hatten wir sehr viel Spaß dabei 🙂

Nach nur 18 Stunden Fahrt waren wir zurück in München. Etwas Schlaf konnte sich jeder von uns noch gönnen, bevor es in die Arbeit ging.

©by UMW