Herzklopfen

Angefangen hat es schon in März. Das Herzklopfen. Nein, meine Lieben. Es ist keine neue Liebe. Hier geht es um meine Liebe zu meinem MX-5, der inzwischen 17 Jahre alt ist und bei dem seit August der TÜV ansteht.

Bereits vor zwei Jahren hatte mir der TÜV erst einmal die Plakette verweigert. Durch einen guten Mechaniker hat der Roadster den Test glücklicherweise doch noch bestanden.

Seit dem Frühjahr diesen Jahres war ich am überlegen, wer mein Fahrzeug zu einem vernünftigen Preis fit machen und dieses Jahr durch diesen Test bringen kann. Der Mechaniker von vor zwei Jahren ist krank. Fällt aus. Ebenso ein anderer Bekannter, der seit seinem Schlaganfall keine Schrauben mehr drehen kann. Ich kann euch beruhigen, es geht ihm ansonsten gut. Trotz seiner Einschränkung.

Über eine Freundin ihren Bekannten dem Nachbarn… Ihr seht, über einige Ecken, habe ich einen Mechaniker empfohlen bekommen. Dazu musste ich zwar ein paar Kilometer bis an den Starnberger See fahren. Was tut der Mensch nicht alles, um für einen vernünftigen Preis gute Arbeit zu bekommen? Wobei das Ergebnis niemand schon im Voraus weiß – trotz Empfehlung.

So lernte ich also einen albanischen KFZ-Mechaniker kennen, bei dem ich am vergangenen Montag gelandet war. Ordentliche Werkstatt am Land, hinter Scheunen. „Wo bin ich denn nur da gelandet?“ war zwar mein erster Gedanke. Wie häufig kann der Schein trügen.

Mein Auto wurde auf der Hebebühne nach oben gefahren. Nun war der Blick freigegeben auf tragende Teile, Bremsleitungen und vor allem extrem viel… Extrem viel leise rieselnde Teilchen. Braune Teilchen. Rost!!! Mir schwante nichts Gutes. Mir wurde schwer ums Herz. Innerlich war ich am Heulen. Der gute Mann wies mich auf einige Schwachpunkte hin. Tja… Einfach war etwas anderes.

Ich überließ dem Mechaniker meinen Roadster und fuhr mit meiner Freundin nach Hause. In einer schlaflosen Nacht war ich am Überlegen. Was sollte ich tun? Ich wälzte mich von Links nach Rechts und umgekehrt. Hatte es Sinn zu reparieren oder direkt einen KFZ-Aufkäufer kontaktieren?

Am nächsten Morgen schrieb ich dem Albaner, dass er nur etwas machen soll, wenn es eine „Summe X“ nicht überschreitet, nannte dabei meine absolute Schmerzgrenze. Seine Antwort „das schaffe ich“ war Balsam für meine Seele.

Schon am Mittwoch erhielt ich Rückmeldung, dass das Auto fertig sei – mit TÜV. Ich war absolut geflasht. Wie hatte er das geschafft? Das fragte ich ihn am Donnerstag bei der Abholung auch. Es lief alles ordentlich ab. Eine TÜV Bescheinigung habe ich, in dem sogar „ohne Mängel“ bescheinigt wurde. Ja, das macht mich glücklich. Und der Preis lag sogar noch unter meiner „Summe X“ 😀 Es gibt sie noch. Die Helden des Alltags. Für mich war definitiv dieser Mann mein Held, ein fleißiger Mechaniker, ein guter Mensch.

Trotzdem alles gut gegangen ist, überlege ich nun – mich schweren Herzens – von diesem Fahrzeug zu trennen. Ob ich ihn für ein anderes Fahrzeug in Zahlung gebe oder im Frühjahr verkaufe, bin ich noch am Abwägen.

©by UMW

Meine Helden

Der Tag begann bewölkt. Mit schweren dunklen Wolken. Bis zum frühen Nachmittag riss die Wolkendecke immer weiter auf. Es war angenehm warm. Das richtige Wetter für eine Motorradtour.

Wir waren gerade beim Stöbern im Baumarkt als uns die WhatsApp von Frido, mit der Frage nach „Lust auf Motorrad fahren“ erreichte. Das Wetter war prädestiniert für eine kleine Tour um den Starnberger See. Vielleicht sogar mit einem erfrischenden Sprung ins Wasser. Also vereinbarten wir eine Uhrzeit zu der wir uns treffen wollten. Wieder zu Hause packte ich ein Handtuch und Trinkwasser ein.

Kurz nach drei Uhr am Nachmittag ging es dann los. Erst einmal zum obligatorischen Luftcheck an die Tankstelle und dann war Abfahrt. Ich bin ein vorsichtiger und gemächlicher Fahrer im Vergleich zu den beiden männlichen Fahrern. Charlie und Frido sind beide von Haus aus zügiger unterwegs, deshalb war es für mich hart immer hinten dran zu bleiben. Bei dieser Fahrt versuchte ich etwas mehr den Anschluss zu halten. Somit mussten die Männer auch nicht zu lange auf mich warten. Ich konnte mich ein wenig besser anpassen, da mir die Strecke bekannt war. So verlief die Fahrt gut und machte auch mir richtig Spaß.

Weil es so gut lief, schlug ich vor ohne Stopp am See weiter zu fahren und auch noch den Ammersee zur Runde dazu zu nehmen. Charlie fand die Idee super und auch Frido nahm den Vorschlag an.

Wir waren gerade wieder einmal abgebogen, als es einen Schlag gab. Mein Motorrad – ja, wieder einmal das Meinige! – bremste herunter. Ich blieb zittrig stehen. Was war denn dieses Mal? Frido, der auf meiner Höhe war sah an meinem Motorrad herunter und stellte fest, dass die Kette herausgesprungen war. So ein Mist! Meine Lady war mein zügiges fahren wohl nicht gewöhnt, so dass sich die Kette gelängt hatte. Das Missgeschick passierte genau vor einer Sanitärfirma. Charlie ging ums Haus herum, um vielleicht Jemanden zu finden, der uns Werkzeug leihen könnte. Tatsächlich fand sich ein Retter. Und wir trafen es richtig gut – Glück im Unglück sozusagen. Es war ein Mitarbeiter von BMW, der gerade von einem Experience Motorrad-Training zurück kam und bereitwillig das Werkzeug und seine Arbeitskraft einsetzte. Meine Helden machten mein 16jähriges BMW-Kälbchen wieder flott, so dass ich weiter fahren konnte. Der fremde Held wollte auch nichts für seine Mühe. Bekanntlich trifft sich Mensch immer zweimal im Leben…

Bei uns ging die Fahrt weiter. Ich war anfangs noch etwas ängstlich unterwegs, da ich dasselbe Malheur nochmals befürchtete. Nach einer kurzen Eispause am Ammersee hatte ich mich beruhigt und legte das letzte Stück nach Hause erneut zügig zurück.

©UMW