Moleskin

Im vergangenen Jahr habe ich so ein Büchlein zum Geburtstag geschenkt bekommen. Damit ich meine Gedanken, die damals nur so blubberten, aufschreiben kann. Oder zum Notizen festhalten, wenn einmal kein PC zur Verfügung steht. Somit bin ich mit diesem kleinen Büchlein ganz autark. Brauche keinen Strom und kann es überall mit hin nehmen. Wasser ist hierbei nur eine ganz schlechte Idee. Späßchen am Rande 😉

Lange Zeit hatte ich den Moleskin nicht mehr in Händen gehalten. Es gab nichts aufzuschreiben. Zumindest empfand ich es so. Nun hat es sich wieder geändert. Bei Schlaflosigkeit knipse ich die Nachttischlampe gedimmt an und schreibe da rein, was mir so im Kopf herum spukt. Das Gedankenkarussell läuft zwar noch weiter, aber der Schwung ist heraus genommen. So habe ich vor kurzem schnell mal einen Schrank für meine Nische skizziert. Bei Tageslicht besehen ist die Idee ganz ok, jedoch werde ich fertige Schränke bestellen.

Für mich hat so ein Moleskin den Charakter eines Gedankensammlers. Ich möchte Dinge festhalten, die mir gut tun oder mich inspirieren. Es soll mir ein Hilfsmittel sein mich zu fokussieren. Hierbei geht es ganz und gar nur um mich. Das klingt auf den ersten Blick wahrscheinlich egoistisch. Aber nun mal ganz ehrlich: Wenn es mir gut geht und ich in der Balance bin, geht es auch meinem Umfeld gut.

©by UMW

Immer diese Technik

Schon im November habe ich mir ein neues Laptop gekauft. Mein „altes“ Laptop war inzwischen in die Jahre gekommen – das geht ja bei diesen Elektrogeräten recht schnell. Es war sicherlich auch zugemüllt mit was weiß ich nicht alles, was ein Laie nicht mehr weg bekommt. Na ja, ich habe mich schon längere Zeit mit der Launenhaftigkeit und Langsamkeit des Gerätes herum geärgert. Wie auch immer…

Nun hatte ich ja ein neues Gerät. Auf Anraten einer Freundin hatte ich es ohne Betriebssystem gekauft. Sie wollte mir ein stabiles Linux installieren. Sie ist ein absoluter Linux Befürworter wie Windows Ablehnende. Bis ich das Neugerät übernehmen konnte hangelte ich mich mit zwei Laptops durch die Tage. Eines war ein Uraltgerät meiner Tochter. Das Gebläse war so laut, dass ich teilweise nicht wusste, ob das nun der Lüfter oder vielleicht ein anderes Geräusch verursachende Gerät wäre. Deshalb mochte ich es dann irgendwann nicht mehr verwenden und ärgerte mich lieber über mein mindestens genauso langsames, dafür aber leises Laptop.

Irgendwann hatte ich dann den neuen Laptop in Händen. Da ich mich anfangs an einem mobilen Homespot versuchte, war dieses Minikästchen immer mit dem Laptop verbunden. Deshalb war mir lange nicht bewusst, dass…

Dieser mobile Homespot mit 20 KB stellte sich doch als zu wenig für mich heraus. Einmal ein bisschen Film gestreamt schon war alles „verbraten“. So entschied ich mich dann doch wieder für eine vertragliche Bindung mit WLAN und Festnetz-Telefon. Und da kam es heraus! Mein Laptop ließ sich nicht mit WLAN verbinden. Um Internet zu bekommen musste ich oldschool-mäßig mit einem LAN-Kabel arbeiten. Oh Mann!!! Quer durch das Wohnzimmer, wobei es auch noch zu kurz war. Nein, ich wollte kein neues Kabel kaufen! Ich wollte WLAN. Schließlich bin ich in der Gegenwart.

Meine Freundin versuchte es – leider erfolglos – mit Fernwartung, ein Kollege aus der IT (Spezialist für Linux!) kam bei mir vorbei und sah sich das Ganze an. Selbst er scheiterte und lobte Anja für ihre Vorgehensweise bei meinem Gerät. Schlussendlich kam meine Freundin doch noch zu mir. Zwei Tage vor meinem Urlaub 🙂 Sie probierte etwas aus und… Ja, sie „zerschoss“ das Betriebssystem und nichts ging mehr. Aus und vorbei. Während meines Urlaubes wollte sie ihn sich in Ruhe ansehen und neu installieren.

Die neue Installation war dann ein neueres Linux-System und es lief recht gut. Bis auf die Aussetzer im WLAN, was immer wieder vorkam. Es wählte sich zwar dann neu ein. Dennoch: Manchmal funktionierte es nicht oder erst wieder bei einem Geräteneustart. Jetzt war die Frage, ob es evtl. an einem Chip liegen könnte, also ein Garantiefall zum Tragen käme.

Irgendwo hatte ich gelesen, dass dieser Laptop am besten unter Windows laufen würde. Deshalb wollte ich genau das jetzt ausprobieren. Mein Sohn machte das Linux-System platt und spielte das Windows Betriebssystem auf. Und tatsächlich. Seit dem läuft das Gerät problemlos. Wer hätte das gedacht?

Was wir hier wieder feststellen dürfen, ist, dass hier irgendwie ein Monopol herrscht. Oder wie seht ihr das?

Ich bin sowohl Anja für ihre unermüdliche Hilfe dankbar als auch meinem Sohn, der hier der Retter war 😀

©UMW

Wildheit (II)

Der Tramper

Tara hing ihren Gedanken nach während sie die Fernbedienung zur Öffnung des Tores betätigte. Hier stahl sie gerade ein Fahrzeug. O.k., sie sah es mehr als ausleihen. Irgendwo wollte sie das Auto dann stehen lassen. Vorerst war es ihr wichtig, möglichst schnell viel Strecke zu bewältigen.

Mit Bedacht lenkte sie den Wagen aus der Ortschaft. Es war noch früh am Morgen und sie konnte den Morgenstern erkennen. Ein Kaffee wäre ihr jetzt Recht. Sie steuerte auf eine Tankstelle zu und parkte das Fahrzeug außerhalb des Kamerasystems. Geschmeidig glitt sie aus dem Fahrzeug und ging zum Kaffeebereich. Es war noch leer und so unterhielt sie sich kurz mit der Frau hinterm Tresen während ihr Cappuccino durchlief. Um ihren Kaffeedurst zu stillen bestellte sie noch einen Becher zum Mitnehmen. Während sie den leeren Kaffeebecher schwungvoll in die Mülltonne warf kam ein neuer Gast durch die Türe. Fast wäre sie in ihn hineingerannt. So schwappte ihr Kaffee nur heftig gegen die Becherwand. Glücklicherweise nichts verschüttet. Aus den Augenwinkel nahm sie eine hühnenhafte Gestalt mit Locken wahr. In Gedanken war sie jedoch schon bei der Weiterfahrt. Am Fahrzeug angekommen, stellte sie ihren Cappuccino auf das Autodach und streckte sich noch etwas und machte Übungen, um ihren Körper besser zu aktivieren.

Sie spürte einen Blick auf sich und drehte sich um. Der Hüne beobachtete sie während er seinen Cappuccino trank. Fragend sah sie ihn an. Er grinste sie breit an und zeigte dabei strahlendweiße Zähne. Nach einem kurzen Gespräch war klar, dass er eine Mitfahrgelegenheit in Richtung Süden suchte. Er hatte kein direktes Ziel, wollte aber ans Meer. Sein überdimensionierter Rucksack würde den Kofferraum bis auf die letzte Lücke ausfüllen. Sie sah ihm in die blauen Augen und wusste, dass sie dem Mann vertrauen konnte. Außerdem gefiel er ihr. Also nickte sie. Gut, sie würde ihn mitnehmen.

Beide stiegen in das Fahrzeug. Sie erzählte ihm, dass sie kein Auto habe und sich dieses ausgeliehen hatte. Die Story dazu erfuhr er auch. Schallend lachte er und konnte es kaum fassen, dass sie so frech war. Es stellte sich heraus, dass er seine Heimat aus den selben Gründen wie sie verlassen hatte. Er wirkte jugendlich mit seiner offenen Art und seiner weltoffenen Sichtweise. Vieles hatte er hinter sich gelassen und wollte nun sein Leben neu ausrichten. Geld war in der heutigen Zeit nebensächlich geworden. Was sie brauchten würden sie sich in irgendeiner Weise beschaffen oder verdienen. Es gab so viele Möglichkeiten…

Beide spürten, dass sie aus ähnlichem Holz geschnitzt waren. Das konnte eine gute gemeinsame Zeit werden. Da sie sowohl Autobahnen als auch große Straßen mieden, steuerten sie über die ungenutzen Pässe. Ihr Beifahrer kannte sich in dieser Gegend recht gut aus und bot an das Steuern zu übernehmen. Tara war zwar selbst eine gute und sichere Autofahrerin, fühlte sich jedoch erschöpft und war dankbar über dieses Angebot. Die Frau fuhr in die nächste Parkbucht und überließ Didi die Fahrerseite. Sie war froh, die Haarnadelkurven nicht selbst fahren zu müssen. Enge Bergstraßen waren ihr schon immer ein Graus. So war es ganz gut, diesen Mann mitgenommen zu haben. Anfangs saß sie angespannt auf der Beifahrerseite. Mit jeder Kurve, die er souverän ansteuerte und durchfuhr entspannte sie zusehends. Irgendwann schlief sie ein.

Didi warf immer wieder einen Blick auf die Frau. Sie gefiel ihm sehr. Welch ein Glück, dass er sich getraut hatte sie am Parkplatz anzusprechen. Wer weiß, was er mit ihr noch alles erleben durfte. Von der Art her machte sie den Eindruck, dass es nie langweilig werden könnte. Am obersten Punkt des Passes fuhr er die Plattform an und stellte das Fahrzeug ab. Tara wachte auf und sah sich fragend um. Didi machte die Frau auf den schönen Ausblick aufmerksam. Beide stiegen aus dem Auto aus und atmeten die frische Luft auf den angegebenen 2.800 m tief ein. Sie ließen den Blick umherstreifen und sahen in einiger Entfernung eine kleine Hütte. Der Magen machte sich bemerkbar. Sie waren sich einig, dass es dort sicher ein gutes Frühstück geben sollte. Schnell stiegen sie ins Auto und fuhren die kurze Strecke zur Hütte.

Heimelig rauchte der Kamin und es duftete nach Holzfeuer. Tara klopfte an die Holztüre. Kurz darauf kam ein älterer Mann mit einem dicken Vollbart zur Tür heraus. Knurrig begrüßte er die Beiden und machte darauf aufmerksam, dass er nichts herzugeben habe. Sie schilderten kurz ihre Situation. Als er verstand, dass sie aus dem System geflüchtet waren wurde er freundlich und bot Kaffee mit Eier, Speck und Käse an. Das kam alles von seinen eigenen Tieren. Als Dank spaltete Didi die Holzscheite, die hinter der Hütte lagen. Der Alte hatte eine Verletzung und konnte das derzeit selbst nicht machen. Tara machte sich in der Hütte nützlich und räumte so gut auf wie sie durfte. So war allen geholfen.

Am frühen Nachmittag fuhren sie weiter. Sie wollten am Abend in Varese sein um am nächsten Tag in Genua einzulaufen. Dort wollten sie das Auto abstellen. Erst einmal wollten sie unbeschadet ihr Etappenziel erreichen. Der Almöhi hatte vor den vielen Flüchtlingen aus dem nördlichen Europa gewarnt. Es waren doch einige dabei, die sehr unfreundlich waren – überfielen und plünderten. Didi hatte im Auto einige Features entdeckt, die das Fahrzeug zu einem sicheren Ort machten. Er konnte eine Schussabwehr hochfahren und ein Knopf wies auf eine Verteidigungseinrichtung hin. Was genau diese Einrichtung machen sollte, war beiden unklar. Tara kramte im Handschuhfach und suchte nach der Betriebsanleitung. Tatsächlich fand sie etwas über diese Verteidigung. Es gab zwei Möglichkeiten. Die eine waren eine Schreckschussmunition, die andere sogar scharfe Geschosse. Hoffentlich brauchte es hierfür keinen Einsatz.

Nahe Varese, an einem kleinen See, entdeckten sie ein kleines verlassenes Häuschen. Der Schlüssel lag, wie von den meisten hiesigen Eigentümern hinterlegt, unter einem großen Stein. Während Didi Holz im offenen Kamin aufschichtete, suchte Tara nach Eßbarem. Sie fand eine gut bestückte Räucherkammer und Gemüse in einem kühlen Erdloch. Was sie benötigte nahm sie mit in die große Kammer und arrangierte es auf dem gedeckten Tisch. Für Gemütlichkeit zündete sie eine Kerze an. Sogar eine verstaubte Flasche Wein hatten sie im Buffetschrank gefunden. Beide machten es sich nach dem Essen auf dem engen Sofa bequem. Erfreut stellten sie fest, dass es eine Schlafcouch war und richteten es sich ein. Nach der anstrengenden Fahrt freuten sich beide auf den Schlaf.

Es waren wohl rund zwei Stunden vergangen, da wurden die beiden von einem Lärmen geweckt. Tara schreckte hoch und sah sich in der Umgebung um. Was war los? Didi gab ihr zu verstehen, ruhig zu sein. Leise standen beide auf und bewaffneten sich mit den Gerätschaften für den Kamin. Sie hörten Holz splittern. Da versuchte jemand sich gewaltsam Zugang zu verschaffen. Sie schlichen zur Lärmquelle und pressten sich an die Wand. Schon sprang die Türe auf und herein traten bärtige und verwahrloste Männer mit Brechstangen in der Hand. Tara schaltete das Licht ein und blendete so die Besucher. Während sie den einen zu Boden warf schwang sie ihren Feuerstock und traf damit einen anderen am Knie. Aufheulend sank dieser zusammen. Didi beruhigte die aufgeregten Männer, so dass es nur ein kurzer Kampf und einen Verletzten gab. Grimmig sah Tara die Männer an und schimpfte über deren gewaltsamen Zugang.

Die sechs Männer waren hungrig und entschuldigten sich für ihr Vorgehen. Seit Tagen schon hatten sie dieses Haus beobachtet und da sie nie jemanden sahen hatten sie sich endlich getraut, sich Zutritt zu verschaffen. Tara holte Essbares und stellte es auf den Tisch. Gesättigt wollten die Männer ausruhen und schlafen. Tara wieß ihnen im angrenzenden Stall Läger auf Stroh und Heu zu. In einem großen Schrank fand sie sogar Laken und warme Decken, die sie verteilte. Zufrieden und erschöpft legten sich die Einbrecher auf die weiche Unterlage. Eine Weile war noch ein Getuschel zu hören und dann war es wieder still.

Für Tara war an Schlaf erst einmal nicht zu denken. Dazu war sie einerseits zu ängstlich und andererseits zu aufgekratzt. Didi ging es nicht anders. Jeder nahm sich ein Glas Wein und legte sich wieder ins Bett. Unter gesenkten Augenlidern beobachtete Tara den Mann an ihrer Seite. Dieser ließ seinen Blick über den schlanken Frauenkörper schweifen. Er beugte sich über sie und küsste sie sanft auf die Lippen. Überrascht ließ sie sich küssen und öffnete ihren Mund. Mit ihrer Zunge strich sie vorsichtig über seine Lippen während er ihren Mund erkundete. Seine Hände strichen über die langen Haare und schoben sich unter das Shirt. Mit Freude erkundete er sein Gegenüber, zog ihr die Kleider aus und entledigte sich seiner. Sie krallte sich in seine blonden Locken und biss ihn in den Hals während er sich tief und fest in ihr versenkte. Sie fanden den gleichen Rhythmus und wurden immer schneller und schneller. Mit einem Aufschrei entlud er sich in ihr während sich ihre Nägel in seinem Rücken festkrallten. Erschöpft fielen beide in einen erholsamen Schlaf.

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Meine Helden

Der Tag begann bewölkt. Mit schweren dunklen Wolken. Bis zum frühen Nachmittag riss die Wolkendecke immer weiter auf. Es war angenehm warm. Das richtige Wetter für eine Motorradtour.

Wir waren gerade beim Stöbern im Baumarkt als uns die WhatsApp von Frido, mit der Frage nach „Lust auf Motorrad fahren“ erreichte. Das Wetter war prädestiniert für eine kleine Tour um den Starnberger See. Vielleicht sogar mit einem erfrischenden Sprung ins Wasser. Also vereinbarten wir eine Uhrzeit zu der wir uns treffen wollten. Wieder zu Hause packte ich ein Handtuch und Trinkwasser ein.

Kurz nach drei Uhr am Nachmittag ging es dann los. Erst einmal zum obligatorischen Luftcheck an die Tankstelle und dann war Abfahrt. Ich bin ein vorsichtiger und gemächlicher Fahrer im Vergleich zu den beiden männlichen Fahrern. Charlie und Frido sind beide von Haus aus zügiger unterwegs, deshalb war es für mich hart immer hinten dran zu bleiben. Bei dieser Fahrt versuchte ich etwas mehr den Anschluss zu halten. Somit mussten die Männer auch nicht zu lange auf mich warten. Ich konnte mich ein wenig besser anpassen, da mir die Strecke bekannt war. So verlief die Fahrt gut und machte auch mir richtig Spaß.

Weil es so gut lief, schlug ich vor ohne Stopp am See weiter zu fahren und auch noch den Ammersee zur Runde dazu zu nehmen. Charlie fand die Idee super und auch Frido nahm den Vorschlag an.

Wir waren gerade wieder einmal abgebogen, als es einen Schlag gab. Mein Motorrad – ja, wieder einmal das Meinige! – bremste herunter. Ich blieb zittrig stehen. Was war denn dieses Mal? Frido, der auf meiner Höhe war sah an meinem Motorrad herunter und stellte fest, dass die Kette herausgesprungen war. So ein Mist! Meine Lady war mein zügiges fahren wohl nicht gewöhnt, so dass sich die Kette gelängt hatte. Das Missgeschick passierte genau vor einer Sanitärfirma. Charlie ging ums Haus herum, um vielleicht Jemanden zu finden, der uns Werkzeug leihen könnte. Tatsächlich fand sich ein Retter. Und wir trafen es richtig gut – Glück im Unglück sozusagen. Es war ein Mitarbeiter von BMW, der gerade von einem Experience Motorrad-Training zurück kam und bereitwillig das Werkzeug und seine Arbeitskraft einsetzte. Meine Helden machten mein 16jähriges BMW-Kälbchen wieder flott, so dass ich weiter fahren konnte. Der fremde Held wollte auch nichts für seine Mühe. Bekanntlich trifft sich Mensch immer zweimal im Leben…

Bei uns ging die Fahrt weiter. Ich war anfangs noch etwas ängstlich unterwegs, da ich dasselbe Malheur nochmals befürchtete. Nach einer kurzen Eispause am Ammersee hatte ich mich beruhigt und legte das letzte Stück nach Hause erneut zügig zurück.

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Unabhängigkeit

Es ist Stolz, der vieles verleidet.

Es ist Unnahbarkeit, die als Schutz bekleidet.

Es ist Unabhängigkeit über Jahre hinweg

als Wall aufgebaut und schwerer als Dreck.

Wir können Vieles und sind es am machen,

übersehen wie andere über uns lachen.

Es ist der Unabhängigkeit anzukreiden,

dass wir unter allen Umständen Hilfe anzunehmen vermeiden.

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Der Tod ist keine Lösung

Wir alle wissen, wie wertvoll ein Menschenleben ist. Gerade wir, die wir Kinder (selbst bekommen) haben. Ich mag mir gar nicht vorstellen, was wäre wenn… Also, wenn eines der Kinder verunglückt. Egal wie, egal durch was. Genauso verhält es sich auch mit Menschen, die mir ans Herz gewachsen sind. Das sind Gedanken, die ich vermeide zu Ende zu denken.

Wie viel muss passieren, um seinem Leben ein Ende zu setzen? Ich kenne Menschen, die sehr viel Druck standhalten müssen, psychischen oder finanzieller Druck. Es kann vorkommen, dass eine Beziehung – Paarbeziehung oder Arbeit – zu Ende ist und der Mensch damit nicht klar kommt. Aus welchen Gründen auch immer. Es braucht Stärke, um im Leben bestehen zu können. Es braucht aber auch Vertrauen darauf, dass alles wieder in Ordnung kommen wird. Bei allem was passiert, versuche ich aus verschiedenen Blickwinkeln darauf zu sehen – um zu verstehen. Es ist ein schwieriges Unterfangen. Als Außenstehender ist der Blick objektiver, für das Gefühlte jedoch benötigt es mehr als Empathie.

Was führt nun dazu, seinem Leben ein Ende zu setzen? Wie muss es in einem aussehen, den Tod als Lösung zu sehen? Welche Kräfte müssen hier wirken?

Glücklicherweise kenne ich keinen Menschen, der seinem Leben ein Ende gesetzt hat. Allerdings kenne ich Menschen, die schon einmal darüber gesprochen haben. Hier Hilfe anzubieten, ist eine Möglichkeit. Meine Erfahrung war bisher, dass es zu diesem Zeitpunkt meist schon zu spät ist. Die Person hat sich in ihre Gedankenwelt verbarrikadiert und ist unfähig noch Lösungsvorschläge zuzulassen. Wichtig ist es aber, trotz der Verbohrtheit des Betroffenen, bei ihm zu bleiben und ihm zuzureden. Irgendwann sackt das Gesagte durch bis ins Bewusstsein. Sollte diese Hürde tatsächlich geschafft sein, darf versucht werden professionelle Hilfe mit ins Boot zu holen.

Im Übrigen: Wenn ein Suizid schief geht, lebt es sich unter Umständen mit Einschränkungen (Behinderungen) unangenehmer. Heute erst hat sich einer wieder vor die S-Bahn gestürzt und überlebt. Die Sanitäter waren lange mit ihm beschäftigt und die Stammstrecke hier in der Stadt eingeschränkt.

Der Tod ist keine Lösung. Lasst uns Leben! Pflegt Freundschaften und seid offen auch einmal quer zu denken. Der Kopf ist schließlich rund 🙂

Der olympische Geist

Folgende Botschaft habe ich heute per Mail von Petra Schübert (Starline-Seminare) erhalten und diese hat mich zum Nachdenken gebracht…

das Geheimnis des Lebens ist GEBEN: Als zwei 5000 Meter Läuferinnen stürzen, scheint ihr olympischer Traum im Vorlauf beendet. Nikki Hamblin war während des Laufs zu Fall gekommen. DÀgostino war daraufhin über sie gestolpert und ebenfalls gestürzt. Während Hamblin sich noch orientierte, spürte sie bereits die Hand von DÀgostino auf ihrer Schulter, die zu ihr sagte:“Komm hoch, komm hoch. Wir müssen ins Ziel laufen. Das sind die Olympischen Spiele, wir müssen das zu Ende bringen“. Hamblin stand auf, DÀgostino hatte sich bei dem Sturz selbst am Knie verletzt und kam erst einmal nicht auf die Beine. Hamblin drehte sich um und wartete, um zu sehen, ob sie ihr helfen kann. Beide erreichten mit deutlichen Rückstand als Vorletzte und Letzte das Ziel. „Ich bin DÀgostino so dankbar dafür, dass sie mir geholfen hat“, sagte Hamblin nach dem Rennen: „Sie hat den olympischen Geist bewiesen. Ich bin davon so beeindruckt und inspiriert“. Beide, die sich vorher noch nie begegnet waren haben für einen besonderen Moment bei den olympischen Spielen gesorgt und werden sicherlich eine ganz besondere Verbindung ihr Leben lang haben. 

Für mich ist DAS sportliches Verhalten! In unserer Gesellschaft lässt es immer mehr zu wünschen übrig. Viele Menschen sind nur auf sich bedacht, sehen nichts mehr außer das, was ihnen in ihrem Scheuklappen-Denken vorgegaukelt wird. Es wird Zeit aufzuwachen und sich wieder an diese Disziplin zu erinnern.

Ich bin überzeugt, dass in einem Miteinander mehr erreicht werden kann.

In diesem Sinne einen wunderbaren Dienstag!

©UMW