Kykladen (Teil 4)

Despotiko – Poros – Rineira – Mykonos – Donousa – Amorgos – Levitika (Griechenland)

In den letzten Tagen waren wir häufig ohne WLAN. Deshalb die letzten Beiträge ohne Fotos. Und durch die Offline-Zeit hat sich die Aktualisierung etwas hingezogen. Die Kyladen haben wir heute Morgen hinter uns gelassen. Dazu mehr im nächsten Beitrag 😉

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Siphnos – Stadthafen Vathy

Siphnos verließen wir gegen Mittag. Früher starten hat nicht geklappt, da der Hafenmeister irgendwie unauffindbar war. Unter vollen Segeln erreichten wir eine kleine Insel vor Poros (Despotiko) und fanden eine Bucht, in der lediglich wir und ein KAT lagen. Kein Schwell war hier spürbar und der Anker lag gut auf Sand. Nach einer ruhigen Nach wollten wir um 10 Uhr starten.

Doch dieses Mal machte uns der Anker einen Strich durch die Rechnung. Die Elektronik reagierte nicht. Jan prüfte alle Möglichkeiten. Schlussendlich fand er den Fehler bei einem korrodierten Kabel. Glücklicherweise hatten wir alles an Board, was für die Reparatur nötig war. Der Start verzögerte sich mit dem Reparaturaufwand um drei Stunden.

Unser neues Ziel war Paros. Hier ankerten wir in der Bucht „Beach Marmar“, die wieder uns alleine gehörte. Bereits um 9 Uhr ging es am nächsten Morgen, nach unserer Schwimmeinheit, weiter. Bei 13 Knoten segelten wir erst einmal los. Das klappte eine Weile, doch der Wind verließ uns wieder. So wurde die Insel Rineira unser nächstes Ziel. Vor der Insel Rineira, in der Bucht Ormos Schino, ankerten wir. 

Ein kleiner Thuna hatte sich an unserer Angelleine verfangen. Wir hatten es nicht bemerkt, so dass der Fisch schon fast freiwillig in unser Boot hüpfte und unser Abendessen bereicherte.

Nach einer Nacht mit viel Schwell ging es unter Fock in das nahe gelegene Mykonos. Wir ankerten in einer Bucht – nahe einem Supermarkt. Es war ein Katzensprung mit dem Dingi. Unsere Vorräte wurden wieder aufgefüllt. Danach ankerten wir in der „Little Italy“-Bucht und schlenderten durch diesen Inselteil. Mit den wenigen Touristen war es sehr schön hier. Nach einer Nacht in der Supermarkt-Bucht – ja, wir hatten noch einmal neu geankert – erhielten wir am nächsten Vormittag Diesel über einen Tankwagen im nahen Hafen.

Von da aus ging es unter Motor und Segel im Wechsel nach Donoussa. Hier ankerten wir, diesmal über Fels-/Sand-Mix. Hier waren wieder einmal die technischen Fähigkeiten von Jan gefragt. Die Wasserpumpe war defekt. Ein Leck. Wasser sprühte in alle Richtungen. Der innenliegende Ballon des Druckbehälters hatte einen Riss. Auf längere Zeit hatte sich so nun Rost in den außenliegenden Behälter gefressen. Nach zwei Stunden Arbeit an dem Ding war es endlich wieder dicht und das verspätete Abendessen schwer verdient.

IMG_20191110_152938122_HDRAm Sonntag verließen wir die Bucht gegen 10 Uhr. Mit 10 Knoten segelten wir erst einmal gemütlich dahin. Mit einem Mal änderte sich das. 25 Knoten Wind trieben uns gewaltig dahin und wir erreichten am Nachmittag die Insel Amorgos, die völlig in Wolken lag. Wir ankerten im Sand vor dem Hafen in Katapola. Es war sehr unruhig. Der Wind drehte in der Nacht mehrmals und der Schwell tat noch sein Übriges für eine ungemütliche Nacht. Auch am Morgen lag die Insel hinter Wolken und ließ uns diesen unwirtlichen Ort schon bald verlassen.

 

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Nach einer Stunde unter Motor setzten wir die Segel. Die Wetter- und Windvorhersage stimmte mit der Realität überhaupt nicht überein. So blies uns der Wind nach Levitika und nicht, wie anfangs gedacht, zur Schmetterlingsinsel (Astypalaia). Da stimmte die Windrichtungsvorhersage in keinster Weise. Glücklicherweise war der Wind so konstant, dass wir eine relativ ruhige Fahrt hatten. Am späten Nachmittag machten wir an einer Muringboje fest. 

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Eine Taverne gehörte ebenfalls dem Bojenbesitzer. So blieb an diesem Abend die Küche kalt und wir ließen uns mit einem leckeren Essen und Wein an Land verwöhnen. Eine ruhige Nacht bescherte uns endlich einen erholsamen Schlaf.

©by UMW

Kykladen (Teil 3)

Milos – Polieigos – Siphnos (Griechenland)

Von Hydra ging es am 1. November morgens um 8 Uhr, bei durchschnittlich 10 Knoten Geschwindigkeit, unter Segel nach Milos. Wir waren in etwa acht Stunden unterwegs und hatten uns unser Ankerbier nach der anstrengenden Fahrt redlich verdient. Kurz begleiteten uns drei oder vier Delphine, darunter zwei kleinere. Am späten Nachmittag ankerten wir in der großen Bucht vor Adamos.

Den nächsten Tag verbrachten wir damit, uns einen Teil der Insel anzusehen. Wir wanderten nach Chora hinauf und besuchten das Amphitheater bei der Fundstelle der Aphrodite von Milos. Außerdem besuchten wir die Katakomben, die sich ganz in der Nähe befanden. Der Ausblick auf die See war gigantisch und unvorstellbar schön.

Eine Nacht verbrachten wir noch in dieser Bucht, bevor es nach einem reichhaltigen Frühstück unter Motor losging. Wir wollten uns unbedingt die Kalksteinhöhlen ansehen. So ankerten wir nach gut zwei Stunden Fahrt im Südwesten von Milos. Das Wasser war kristallklar und der Ausflug bis tief in die Höhlen – unbeschreiblich. Jan machte ein paar schöne Aufnahmen und Filmchen mit der GoPro.

Nach diesem Badestopp ging es erst einmal wieder unter Motor weiter, bevor wir dann doch noch Segel setzten. Der Wind frischte auf und flaute ab, so dass wir nur langsam vorwärtskamen. Rechtzeitig vor dem Sonnenuntergang erreichten wir eine Bucht vor der unbewohnten Insel Polieigos.

Nach einer recht unruhigen Nacht, die uns beiden nur wenig Schlaf bescherte, ging es bereits früh am nächsten Morgen wieder los. Die Wellen schaukelten uns von Back- nach Steuerboard bzw. umgekehrt. Ein Frühstück gönnten wir uns dennoch. Mit Fock segelten wir nach Siphnos (Ormos Vaty) und legten diesmal in der Marina Platis Gialos an.

Unser Spaziergang am Strand entlang machte uns eindeutig klar, dass die Saison vorbei ist. Alles hat geschlossen und wir sahen fast keine Menschen. Es ist ein sehr schönes Örtchen mit überschaubarer Bebauung von Feriendomizilen. Falls jemand einen ruhigen Urlaubsort sucht, könnte er diesen hier in der Nachsaison finden.

©by UMW