Ringelsöckchen und Rastalocken

Die Ferienzeit war vorbei und Timo stand müde an der U-Bahn-Haltestelle, die ihn zur Uni bringen sollte. Mit halb geschlossenen Augen sah er zu Boden, während er, angelehnt an einen Pfeiler, versuchte aufrecht zu stehen. Am Tag davor war es doch nochmal etwas spät geworden. Mit der kleinen Quirligen hatte er sich recht gut unterhalten und darüber die Zeit vergessen. Wie hieß sie denn nochmal? Es wollte ihm schlichtweg nicht einfallen. Er wusste ja nicht einmal, ob er sie überhaupt wiedersah.

Wichtig war jetzt den Tag einigermaßen wach zu überstehen. Eine Dosis Kaffee hatte er schon intus, die nächste wollte er sich in der Cafeteria holen.

Er hing so seinen Gedanken nach. Der Wind der einfahrenden U-Bahn und das Rattern weckte ihn aus seinem Sekundenschlaf. Schlurfend stieg er in die U-Bahn und setzte sich auf den nächsten freien Platz. Lautstark unterhielten sich jüngere Schüler. Dieser Lärm machte ihn fast wahnsinnig.

An der nächsten Station drückten noch ein paar mehr Menschen in die Bahn. „Hey, rutsch doch mal! Zwei Plätze brauchst du halbe Portion sicher nicht“, hörte er eine weibliche Stimme zu ihm sagen. Im nächsten Moment gab sie ihm schon einen Rempler und drückte ihn in Richtung Fenster. Grimmig linste er rüber. Das Erste, was er sah, waren Ringelsöckchen in Blau-Grün. Am anderen Fuß waren sie Grün-Gelb. Da musste sogar er in seiner schlechten Laune lächeln. Von den Füßen sah er hoch und blickte in ein Gesicht mit vollen Lippen und strahlend blauen Augen. Umrahmt wurde das zarte Gesicht von Rastalocken. Und sie lächelte.

Ah, hallo Toni. Das bist ja du!“ sagte sie zu ihm.

Ich bin Timo“, antwortete er. „Ich hab gerade an dich gedacht und dein Name fällt mir nicht mehr ein.“

Fröhlich sagte sie: „Ist schon gut. Ich bin Tari.“

Tari wirkte völlig frisch und ausgeruht. Mit ihrer angenehmen Art verbannte sie die schlechte Stimmung bei Timo. Seine Müdigkeit war ebenfalls mit verflogen. Die junge Frau hatte ihm schon am Abend davor sehr gefallen. Auch bei ihr schien es so. Sie knüpften direkt an dem Gespräch vom Vorabend an und diskutierten mit Eifer über die eierlegende Wollmilchsau.

Glücklicherweise mussten beide in unterschiedliche Vorlesungssäle. Ansonsten wären sie sicherlich aus dem Raum verbannt worden. Es ist schon aufregend, was ein paar Ringelsöckchen bewirken können 🙂

©by UMW

Bad day…

Es gibt Tage, da sollten wir schlichtweg im Bett bleiben. Die Decke über den Kopf ziehen und so tun, als würde das Weckerklingeln jemand ganz anderen betreffen. Wahrscheinlich würde uns dann doch so einiges erspart bleiben. Aber nur vielleicht. Eine Sicherheit gibt es auch da nicht!

Der Morgen zeigte sich grau. Nur die gelben Vorhänge gaukelten mir ein sonniges Gefühl vor. Doch auch das konnte nur schwer über den Schmerz im Nacken hinweg täuschen. Schmerz? Es ist mehr eine Unbeweglichkeit. Oh Gott, der Tag fing ja gut an. Dazu das Gejammer des Katers, der schon vor 6 Uhr morgens lautstark sein Futter verlangte. Glücklicherweise das letze mal… Heute soll er abgeholt werden.

Nach einem kurzen Regenguss klarte der Himmel auf, so dass ich mich für’s Radeln entschied. Dicke Wolken verdeckten zwar das Himmelblau, aber es schien trocken zu bleiben. Doch ich wurde eines Besseren belehrt. Nach der Hälfte meines Weges in die Arbeit schüttete es in Strömen. Noch mal nach Hause fahren, zur U-Bahn oder was? Während ich mich entschied, mein Fahrrad an der nächsten U-Bahn zu parken und den Rest des Weges mit den Öffentlichen zu fahren, hörte es wieder zu regnen auf und ich fuhr nun doch – mit feuchter Kleidung – weiter in die Arbeit. Und fast wäre ich auf dem Weg noch gestürzt. Schuld waren eine Vielzahl sich kreuzender Trambahnschienen, die noch dazu nass waren. Irgendwie rutschte ich kurzzeitig in eine Schiene, konnte mich ausbalancieren und fing mich wieder. Ich war wahrscheinlich in Begleitung meines Schutzengels. Es hätte sonst böse ausgehen können.

Und zuletzt stellte ich beim Gang über Fliesen fest, dass mir der Gummi meines Absatzes abhanden gekommen war. Es klackte laut über den Boden. Ich laufe jetzt ganz schäps und sozusagen auf dem Nagelkopf, den ich nicht entfernen kann.

Ich bin gespannt, ob das für heute alles ist oder ob mich noch mehr erwartet. So ist es halt das Leben. Wenn etwas passiert, dann gleich mehrfach.

Euch da draußen wünsche ich einen genialen Tag – und immer mit einem Lächeln auf den Lippen – das vereinfacht das Leben ungemein 😉

©UMW

Fülle

Erdenbraun beugt sich

Lieblichem Grün

Erfreut mich

Eine Farbexplosion

Wonniges Sonnengelb

Sticht am blauen Firmament

Gelb-Weiß die Rotation

Zum Rot und Blau der Blumen blüh’n

Lächelnd verzaubern

Fröhliches Lippenrot

An dein Ohr sich schmiegend

Flüsternde Worte verzücken

Dein Körper reagiert auf dies Angebot

So dass Hüften sich wiegend

Im Gleichklang bewegen und die Hülle

Der Körper fällt zur Extase der Fülle

©UMW

Montagmorgen

Sechs Uhr morgens

mein Wecker brummt eine Melodie

dein Wecker lässt die Vögel zwitschern und

der andere gibt monotone Töne von sich.

Ich schalte aus und

deine sind im Schlummer.

Mit dem Cappuccino im Bett

wird aufgewacht.

Das Bad ist besetzt,

die Zeit, sie drängt.

Schnell das Morgenritual,

in die Kleider geschlüpft.

Zur Tür hinaus,

geküsst,

mit einem freundlichen Gruß.

Lächelnd beginnt ein

neuer Tag,

eine neue Woche!

©UMW