Bettler-Mafia

In dem Stadtviertel, in dem ich lebe, sind sie mir schon länger aufgefallen. Rund um die U-Bahn-Station sind es mindestens drei Bettler. In der Innenstadt sind sie inzwischen fast an jeder Ecke anzutreffen. Ähnlich sehen sie aus. Woher sie kommen lässt sich schwer sagen, aber überwiegend dunkelhaarig mit braunen Augen. Das Alter ist unterschiedlich und beiderlei Geschlecht, zum Teil verkrüppelt zum anderen Teil einfach nur ärmlich, inzwischen häufig mit einem Hund. Die Verkrüppelung nehme ich ihnen schon lange nicht mehr ab. Dafür sind schon zu viele aufgefallen, die „zum Feierabend“ normal laufend unterwegs waren.

Selbst in der Zeitung stand zu lesen, dass diese Menschen morgens mit dem Bus in die Stadt gebracht und abends wieder abgeholt werden. Die Stadtverantwortlichen versuchen dagegen anzugehen, denn schließlich gibt es auch „echte“ Bettler. Ob sie es tatsächlich schaffen wage ich zu bezweifeln.

Von mir erhalten Bettler keinen Cent (mehr). Es wurden diese bettelnden Menschen beobachtet, wie sie am Abend das Geld zur Bank gebracht haben. Ein echter Bettler hat kein Konto. Außerdem lebt dieser tatsächlich von der Hand in den Mund.

Sollte ich mich doch einmal hinreißen lassen, einem Bettler etwas Gutes tun zu wollen, dann gehe ich in die nächste Metzgerei und hole ihm eine Leberkäs-Semmel…

©UMW