Klatsch und Tratsch…

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Neuigkeiten finden generell ihren Weg. Egal, ob diese gehört werden wollen oder nicht. Na ja, wenn es zur Erheiterung beiträgt, ist es gern gehört 🙂

Es ist bestimmt ein halbes Jahr her, dass Klarissa von Jakob eine Nachricht erhalten hatte. Und Aug in Aug war bereits neun Monate her. Für sie war dieses Kapitel abgeschlossen, zumal es eher unschön ausging.

Nun wurde sie von einer Freundin angerufen und diese ließ sie das Neueste hören. Klarissa wusste, dass nach ihrem Fortgang eine andere Frau zu ihm gezogen war. Auch wusste sie, dass ihn diese Miriam bereits im September wieder verlassen hatte. Laut der Neuigkeiten war Miriam jetzt wieder zurück. Es sei ihm auch gegönnt. Doch dieses Mal plagen ihn wohl Verlustängste, die mit Eifersucht einhergehen. Autsch! Da lässt wohl der fehlende Selbstwert grüßen.

Gerade verbringen Sie ein paar Tage in einer kleinen Ortschaft, in wärmeren Gefilden. In einem Strandhaus innerhalb einer kleinen Insel-Ansiedlung, die mit einem Steg zum Festland verbunden war. Bei einer abendlichen Runde mit Freunden kam es zum Flirt zwischen Miriam und Robin. Harmlos, meinte Rita. Lachen, reden und Spaß haben eben. Wie es so ist, wenn mehrere Menschen bei Wein und Bier zusammensitzen.

Am nächsten Tag wollte Jakob diesem Robin den Zugang zur Ansiedlung verwehren. Dieser wollte sich nicht abhalten lassen. Es war ein freies Gelände und seine Freunde waren dort. Jakob drohte ihm, ihn ins Wasser zu werfen, wenn er nicht sofort verschwinden würde. Robin lachte ihn aus. Jakob schubste Robin. Doch bevor er sich versah, lag er selbst im Wasser. Das Gelächter war groß. Jakob fühlte sich durch diese Niederlage tief verletzt. Stinksauer, wie er sich fühlte, zog er sich in sein Domizil zurück. Dort zog er sich erst einmal um. Später ging er zur Polizei um den Angriff zur Anzeige zu bringen.

Die Gemeinschaft fand das unfair. Zumal er der ursprüngliche Angreifer war. Wenn auch verbal! Doch angefangen hatte Jakob selbst. Wie sich die Wahrnehmung verschieben konnte…

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Eine besondere Freude

Heute hat das letzte Möbel meine Wohnung verlassen. Ein Regal hat eine neue Besitzerin. Diese war selbst für längere Zeit im Ausland und ist nun wieder in München. In meiner Restekiste wurde sie ebenfalls fündig und nahm – zu meiner Freude – fast das komplette Ensemble mit. Ihrer 6jährigen Tochter gefielen zwei Acrylbilder, die sie für ihr Zimmer haben wollte. Gerne!

Wisst ihr was mir daran so gefällt? Es sind mehrere Personen, die sich freuen. Die junge Frau mit ihrem Kind, weil sie schöne Dinge geschenkt bekommen hat. Ich selbst, weil ich das Gefühl habe, dass diese Dinge einen guten Platz bekommen haben und tatsächlich gebraucht werden. Das freut mich wahnsinnig!

Den Rest, der nun noch vorhanden ist, kann ich „zum Verschenken“ in die Unterführung zum Supermarkt stellen. Da kommen viele Menschen daran vorbei und können sich das herausnehmen, was sie brauchen können. Echt genial!

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Es lichtet sich

Nach dem dritten Versuch wurde nun der 2,5 Meter lange Schlafzimmerschrank abgeholt. Inseriert war er als „zu verschenken“ bei zwei Kleinanzeigenanbietern. Zweimal sind die Interessenten nicht erschienen. Keine Absage. Ist das der Zeitgeist?

Heute kam ein älterer Herr, baute das Unikum ab, verstaute es in seinem Hänger und karrte es in seine Heimat in Bergnähe. Das Abbauen war das Geringste am Ganzen. Viel aufwendiger war es die Einzeleile nach unten zu bekommen. Fünf Etagen mit gesamt 84 Stufen spürt man dann schon in den Knochen. Dieser Mann hatte es geschafft.

Bis auf die Küche sind nun alle großen Möbel bei neuen Besitzern. Das beruhigt mich. Trotz allem ist noch immer genug da. Einiges wartet noch auf neue Besitzer. Es sind noch etwas mehr als 12 Wochen, in der ich Zeit habe alles los zu werden. Es macht mich nervös. Wirklich durchatmen kann ich erst, wenn ich die Türe hinter mir ins Schloss ziehe und den Schlüssel bei der Hausverwaltung abgebe.

Bis dahin gibt es noch einiges zu erledigen. Manchmal meine ich, die Zeit läuft schneller als ich meine Aufgaben bewältigen kann. Doch dann erledigt sich manchen fast von selbst.

Es ist aufregend. Noch immer.

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Waldbaden, ein neuer Trend

Habt ihr schon einmal davon gehört?

Für mich klingt das nach einem Naturfreibad. Mitten im Wald. Als Jugendliche war ich einmal in so einem Bad. Mit Wasser im Becken – das versteht sich von selbst. Baden heißt für mich schwimmen, plantschen, Wasser verspritzen.

Doch nun wurde ich eines besseren belehrt. Nicht nur einmal…

Mit Waldbaden verdienen findige Eventmanager heute tatsächlich Geld. Genau genommen gehen Sie hierzu mit Interessierten in den Wald und atmen die Waldluft tief ein.

Für mich hört sich das ziemlich schräg an. Ich bin gerne und oft im Wald zum Spazieren oder Laufen. Wer sich bewegt, atmet automatisch tiefer ein und kann sich so in der Natur erholen.

Mir kommt es immer mehr so vor, als wenn immer mehr Menschen abseits der Natur leben anstatt mittendrin. Da ist alles abgekapselt und separiert. Der Bezug fehlt zu allem, was Leben bedeutet. Finde nur ich das beängstigend?

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Es läuft…

In meinen Augen geht es viel zu langsam. Der Verkauf von meinem Hab und Gut. Ja, ich weiß, da braucht es Geduld und für mich sind es ja doch noch 4,5 Monate. Aus Erfahrung weiß ich, wie schnell die Zeit herumgehen kann.

Dabei war heute erst wieder Jemand da. Ein Mann. Ein Franzose. Er wohnt in der Stadt in einer WG und hatte sich über meinen orangen Shaggy-Teppich gefreut, den er für ein paar Euro erworben hat. Wir haben uns ein wenig unterhalten. Er sprach über die Lage in Frankreich und der Unzufriedenheit durch die Armut in den Städten. Jeder schaut aus Frankreich weg zu kommen um im Ausland sein Glück zu versuchen. Nein, ich werde jetzt nicht politisieren! Ich erzählte von meinem Vorhaben. Er fand das spannend und freute sich mit dem Teppichkauf ein kleines Stück daran teilzuhaben.

Mir gefällt es mit den unterschiedlichsten Menschen zu sprechen. Ich finde es unterhaltsam. Gerade jetzt, durch die Auflösung der Wohnung, komme ich mit vielen verschiedenen Menschen in Kontakt. Es ist zwar oberflächlich, doch lässt es ein klein wenig auf die Situationen dieser Leute blicken. Es verändert meine Sichtweise und das Gefühl etwas abgeben zu können. Es ist ein loslassen und auf die Reise schicken.

Mit jedem Stück, das mich verlässt, wird mir leichter. Ich spüre, wie sich meine Einstellung zu dem ganzen Kram verändert.

Nach dem kommenden Wochenende werde ich die Bücher wegpacken und weg bringen. Damit wird wieder ein Regal leer werden. Für mich hat das eine befreiende Wirkung.

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Rückblick

Mit einem Blick auf das vergangene Jahr sehe ich mich lernen. Viel lernen. Beruflich, privat und auf der geistigen Ebene.

Lernen und „vorwärts kommen“ sind mir wichtig. Ohne lernen darf ich Bekanntschaft mit Würmern machen, die an mir nagen. O.K., das kann jeder auch im lebenden Zustand erleben. Wir haben dann mit Energiesaugern und Menschen zu tun, die einen nur ausnutzen 😉

In diesem Jahr habe ich gelernt, mich auf Wellen fortzubewegen. Zum einen auf einem Brett und zum anderen in einem Boot, einem Segelboot. Beides hat mir unsagbare Freude gemacht. Es hat mir gezeigt, dass ich mit Ü50 noch immer sportlich etwas dazulernen kann, dass es keine Altersgrenze gibt.

Meine Wege führten mich auf Gipfel und brachten mich an meine Grenzen. Trotzdem habe ich jeden Moment als Genuss erfahren. Ich habe die Sonne auf der Haut gespürt und unbeschreibliche Empfindungen.

Menschen haben meinen Weg gekreuzt, haben mein Leben bereichert und sind wieder gegangen. Besondere Menschen laufen noch immer mit mir. Sie lehren mich, helfen mir und schubsen mich an. Manch einer wird nicht wissen, dass und wie er mir hilft. Aber er tut es und das ist das Wichtigste.

Gefühlsmäßig bin ich durch viele Täler gewandert. Vielleicht auch nur, weil ich es so spüren musste oder wollte.

Ich bin dankbar, dass ich so viel erleben durfte und Erfahrungen mich immer weiter bringen.

In diesem Sinne wünsche ich euch einen guten Abschluss für dieses noch andauernde Jahr. Verabschiedet es in Frieden und Dankbarkeit.

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Das war’s dann wohl…

Genau drei Monate waren es schlussendlich. Jetzt bin ich wieder frei. O.k., frei war ich die ganze Zeit. Nur… Fühlte ich mich in meinen eigenen vier Wänden eingeschränkt. Ich merke schon, ihr habt alle so Fragezeichen in euren Augen.

Gut. Ich beginne von vorne. Genau genommen im Mai. Mitte Mai. Zu der Zeit hatte mich meine Nachbarin und Arbeitskollegin des öfteren mit dem Fahrrad in die Arbeit begleitet. Einmal fing sie an: „Duhu… Sag mal… Bei dir steht doch ein Zimmer frei? Magst das nicht vermieten? Eine Freundin von mir sucht etwas. Die hausen zu Viert in einer 2-Zimmer-Wohnung. Da hat sie nie Ruhe zum Lernen. Die hat bald Prüfungen.“ Ich versprach mir Gedanken zu machen. Außerdem wollte ich die knapp 30jährige Frau kennenlernen.

Ich lernte sie kennen. Sie wirkte offen und machte soweit einen netten Eindruck. Gut, wir wollten es miteinander probieren. Ende Mai bezog sie das Zimmer. Den großen Campingtisch stellte ich ihr als Arbeitsplatz zur Verfügung. Die Hälfte des im Zimmer befindlichen Schrankes durfte sie ebenfalls nutzen. Einen Lattenrost und eine Matratze brachte sie mit. Und viele Kisten mit Bücher, Kleidung etc. Irgendwie viel zu viel für dieses Zimmer. So wirklich verräumt wurde das Ganze auch nie. Wohnzimmer, Küche und Bad sollten gemeinsam genutzt werden und ich bat um Ordnung.

An dieser Stelle sei gesagt, dass ich da kein Fanatiker bin. Einfach ganz normale Ordnung, wie mal saugen, Flecken weg machen oder aufwischen, wenn etwas hinunterfällt etc. und im Bad auf Sauberkeit achten.

Ihr Zimmer war auf der Wetterseite. Deshalb war es mir wichtig, hier die Fenster bei Abwesenheit zu schließen. Es hatte schon häufig herein geregnet und mir ist das Wasser bereits von der Gaubendecke getropft. Das sagte ich ihr auch so.

In der ersten Zeit erzählte sie noch viel. Wenn sie anfing, fand sie selten ein Ende. Die andere Zeit verzog sie sich in ihr Zimmer. Soweit ich mitbekam war sie die meiste Zeit nur am PC und online Filme schauen.

Irgendwann dann mal im Bad, piekste mich irgend etwas in die Füße. Mehrfach. Bei genauerem Hinsehen lagen da Nägel auf dem Badteppich verteilt. Von mir stammten die nicht. Als Manu spät nach Hause kam, machte ich sie darauf aufmerksam. Ich finde es wichtig so etwas direkt anzusprechen. Sie durfte diese gleich noch weg saugen, was ihr ganz offensichtlich nicht wirklich gefiel. Kurze Zeit darauf fand ich die Toilette in unsauberen Zustand vor. Na ja… Gut, sie entschuldigte sich und versprach mehr darauf zu achten. Mit der Zeit sammelte sie das Geschirr im Zimmer, so dass die Reste eintrockneten. Mein Gemüsemesser fand ich generell bei ihr. Und dann kam der Tag, an dem es so richtig schüttete. Vom Himmel Regen im Sturzbach fiel. Ihr Fenster gekippt. Das Wasser sammelte sich auf dem Sims und lief herunter. Eine Pfütze hatte sich bereits gesammelt. Ich schrieb ihr eine WhatsApp mit dem Hinweis, dass in ihrem Zimmer Überschwemmung sei und sie bei der Gelegenheit das Zimmer überhaupt einmal putzen könnte. Inzwischen wohnte sie ja schon etwas mehr als 8 Wochen da und hatte es noch keinmal geschafft zu saugen oder nass zu wischen. Es kam keine Reaktion. Und von da ab sprach sie nicht mehr mit mir. Ging mir aus dem Weg. Ich wartete noch ein paar Tage. Nichts! An dem folgenden Samstag war ich in der Küche. Ich hörte sie ins Bad gehen, dann klappte ihre Zimmertür und ich sah sie die Wohnung verlassen. Kein Wort. Nichts. Per WhatsApp habe ich nachgefragt, ob sie mir aus dem Weg gehen würde oder was los sei. Ob sie eine Auseinandersetzung befürchtete. Es kam keine Antwort. Gelesen war es. Nach einer halben Stunde habe ich ihr dann geschrieben, dass ein gemeinsames Wohnen so keinen Sinn macht und sie zum Ende des Monats ausziehen soll.

Tja. Es ist Ende des Monats. Das Zimmer ist leer. Mein Schlüssel hängt wieder im Kasten. Das Zimmer habe ich picobello geputzt und geräuchert. Und ich, ich habe jetzt wieder meinen Seelenfrieden 🙂

©by UMW