Der Herbst ist da…

Mohnblume

Meteorologisch seit dem ersten September. Kalendarisch dauert es noch. Doch dies nur am Rande. Nach dem regnerischen Montag gestern und einer sternenklaren Nacht, war es heute Morgen trocken. Für mich genau das richtige Wetter um mit dem Fahrrad in die Arbeit zu fahren. Nur noch dreizehn Arbeitstage habe ich vor mir. Das schleicht sich gerade so in meine Gedanken 🙂

Die Luft ist kühl mit 10 Grad. Leicht fröstelt es mich während ich die Fahrradbeleuchtung anbringe und mein Fahrrad aufschließe. Nach kurzer Fahrt bin ich auf Betriebstemperatur. Im Park sehe ich Morgennebel über den Boden kriechen. Es riecht so gut. Frisch. Sauber. Mein Weg führt mich über die Theresienwiese. Hier wird seit Wochen schon fleißig für das Oktoberfest aufgebaut. Der ganze Platz ist abgeriegelt. Morgens bis ca. 9 Uhr ist es noch möglich durchzufahren. Problemlos für mich, denn bis dahin sind es noch knapp drei Stunden. Meine Nase fängt den Geruch nach Zwiebeln ein. Irgendwo scheint jemand Vorbereitungen für die Arbeiterküche zu treffen. So intensiv hatte ich das bisher noch nicht wahrgenommen. Liegt das an den Temperaturen oder ist mein Geruchssinn gerade besonders gut? Später erfreut mich noch der Geruch aus einer Backstube. Ich liebe den Morgen, wenn die Stadt noch im Aufwachen ist, die Gerüche intensiv und der Stadtverkehr mäßig.

Die Sonne hat sich durchgekämpft. Für heute verspricht sie uns einen angenehmen Tag. Ich wünsche euch einen wundervollen Dienstag.

©by UMW

Gerade noch geschafft…

Bei der Hitze mit dem Fahrrad in die Arbeit zu fahren, macht nur am Morgen Spaß. Da ist es noch halbwegs erträglich von den Temperaturen. Allerdings leuchtet mir die Sonne den ganzen Weg ins Gesicht. Mein Weg führt mich ein Stück neben der Isar, deren glitzern mich – je nach Stand der Sonne – ebenfalls blendet. Was bin ich doch wieder empfindlich. O.k. meine Augen sind empfindlich. Am Morgen. Der restliche Körper tut eh nur, was er gewohnt ist. Treten, zum Vorwärtskommen.

Nur noch fünf Minuten bis zum Ziel. Der Hinterreifen beginnt zu eiern. Ich bin auf der Zielgeraden. Das Rad fährt sich inzwischen echt komisch. Am Ziel. Absteigen, absperren. Genauer Blick und die Feststellung: Der Reifen ist platt. Da weiß ich, was ich am Wochenende zu tun habe 😀

©by UMW

Traumhaft

Die Gestirne am Himmel leuchten

Und die Morgenfrische die Nacht verscheucht.

Zaghaft singen die ersten Vögel den Tag herbei

Äsend steht ein Hirsch mit seinem Geweih

Riesig groß der volle Mond dort oben steht

Und hängt doch irgendwie zwischen kahlen Ästen

Erstrahlend die Dämmerung wird zu wundervollem Feste.

©by UMW

 

Nebelmorgen

Kälte umfängt mich, Kälte ist in mir.

Wo ist die Wärme? Fort ist sie – mit dir.

Nebel kriecht über den Boden,

Kriecht durch den dicksten Loden,

Ergreift mich tief im düstren Morgengrauen

Während hoch oben am Himmel

Die Sterne auf mich herunter schauen.

Ganz hell leuchtet jetzt der Morgenstern,

Winkt mir zu, obwohl so fern

Mit seinem Zwinkern schickt er mir Freude

Die Natur ist mein Zeuge

Sie erwärmt meine Seele

Schickt Töne durch die Kehle

die im kalten Nebel juchzend erfrieren.

©by UMW

Die rasante Tram

Aufgrund des Schlechtwetters bin ich heute mit den Öffis unterwegs. Warm genug wäre es heute gewesen, um Fahrrad zu fahren, aber mein Weg führt mich nach der Arbeit noch aus der Stadt raus, so dass ich mich gegen den Drahtesel entschied.

Am Ostbahnhof stieg ich für das letzte Stück in die Tram um. Die Anzeige wies  mich auf eine Wartezeit von drei Minuten hin. Das ist in Ordnung. Bis zu zehn Minuten musste ich hier schon warten, wenn ich in die Rücklichter eines Zuges schauen musste. Heute sah es für mich ganz gut aus. Während der Wartezeit las ich in der BuchApp meines Mobiltelefons bis ich das Rattern der Stahlräder auf den Schienen hörte. Ich blickte auf, wartete auf das Anhalten des Zuges und stieg beim letzten Einstieg in die fast leere Bahn ein. Um meine Ausstiegshaltestelle nicht zu verpassen setzte ich mich so, dass mein Blick in Richtung Ausstieg war. Durch den hintersten Platz hatte ich sowieso einen Panoramablick in alle Richtungen und vor allem habe ich meist diesen Zugteil für mich. Heute setzte sich eine ältere Dame mir gegenüber. Wir lächelten uns zur Begrüßung zu und ich vertiefte mich wieder in mein Buch.

Links von mir hörte ich das Gelächter und Reden zweier Männer. Beide in etwa Mitte Vierzig, einer davon genauso breit wie groß. Also ein richtiges Vierschrot-Kaliber. Die beiden Männer hatten viel Spaß an ihren Erzählungen über ihnen bekannte Personen. Männer tratschen ja nicht 😉

Die Türen der Bahn schlossen sich lautlos und die Tram fuhr an. Es ging mit einem Karacho um die erste Kurve, so dass ich erstaunt hochsah. Was war denn das??? Da flog ein Mann quer und lag auf dem Boden, der andere hing nur noch zur Hälfte auf seinem Sitz. Die Dame mir gegenüber hielt sich erschrocken an einer Strebe fest. Vorne war noch eine weibliche Person von ihrem Sitz gefallen.  Der Vierschrot-Mann rappelte sich wieder hoch und setzte sich lachend auf den Sitz neben seinem Freund. „Welch ein Glück, dass mein Airbag aufging“, lachte dieser und meinte damit seinen großen Bauch. Es wurde gelacht, aber auch geschimpft. Zumal es auch um die nächste Kurve recht rasant ging.

An der nächsten Haltestelle kam der Fahrer nach hinten. Seine Frage war, ob sie Tee (also Alkohol intus hätten), was verneint wurde. Der Vierschröter sagte zu dem Fahrer, dass sie diese Aussage wohl schnell vergessen sollten…

Werkwürdig, dass der Fahrer sich nicht nach dem Befinden fragte, sondern nach Alkoholgenuss. Seinen Fahrstil stellte er nicht in Frage, denn schließlich wird ja alles elektronisch geregelt.

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©by UMW

Morgens…

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Liebe diese Morgen,

wenn die Sonne der Nacht obsiegt

Fühle dich immer geborgen

während dein Gedanke fliegt

Kühle Luft Arme streicht

und die Stille langsam dem Alltag weicht.

©by UMW

 

Der Ruf der Vögel

Es ist morgens. Früh am morgen. Die Dämmerung zieht gerade auf. Morgenröte färbt langsam den grau werdenden Himmel. Nein, kein Regengrau. Es ist so ein Blaugrau. Mit gelben und orangeroten Schlieren. Es verspricht wieder einmal ein wunderschöner Tag zu werden.

Noch ist es kühl. Der Tag bricht an. Angelockt vom Gesang der Vögel. In allen Stimmlagen zwitschert es. Eine Stimme schöner als die andere.

Ilona geht nach draußen. Sie läuft durch das taufeuchte Gras, spürt die Kühle an den Füßen. Ja, sie genießt es. Die Füße wachen auf und schicken Impulse nach oben, so dass der ganze Körper belebt wird. Betört durch das Zwitschern um sie herum setzt sie sich in die Mitte des Gartens. Auf den aus Schwarzweißen Steinen in YinYang Form gelegten Kreis. Ihr Blick wandert in die Ferne, über den Garten hinaus, auf das Blausilber schimmernde Meer. Die Morgenkühle lässt sie erschauern und die Armhärchen stellen sich leicht auf. Sie nimmt es am Rande wahr, schenkt dem jedoch keine weitere Beachtung. Ihr Geist ist ganz auf das Zwitschern der Vögel gerichtet und dem Naturschauspiel über dem Wasser.

Der Himmel verändert sich mit dem Klang des Vogelgesanges. Es war, als wenn der Gesang die Veränderung bewirkte. Mit dem heller werden des Himmels wurde der Gesang leiser. Es vermittelte das Gefühl, als wenn die Sonne zum Firmament gezogen und mit einem Schlussakkord zum erstrahlen gebracht wurde.

Die Frau erhob sich von ihrem Platz, ging über einen kleinen Hügel zum Meer hinunter um in silbrig blauen Wasser kraftvoll nach draußen zu schwimmen.

©UMW