…und weg isser

Begleitet hat er mich nun vier Jahre und ein halbes. Sportlich war er und zuverlässig. Alle zwei Jahre ward es immer eng. Für die TÜV-Plakette. Das war jedesmal ein bangen und fürchten von meiner Seite. Und doch hat er es mit etwas Aufwand und dem damit verbundenen Wechsel von Geldscheinen geschafft. Zuletzt im vergangenen August. Für dieses Jahr hatte ich mir vorgenommen den röhrenden Flitzer abzugeben. Wird er doch im Juni schon achtzehn.

imag1087Jetzt ist es passiert. Innerhalb von zwei Stunden wurde er von einem Interessenten inspiziert. Einiges „Böses“ hat der Mensch festgestellt. Der Preis wurde gedrückt. Verständlich… Dann war er verkauft.

Ich wünsche dem Käufer, dass er die rostigen Stellen beseitigen kann und somit noch viel Freude in den nächsten Jahren mit dem Auto haben kann. Und dem Auto wünsche ich ein artgerechtes Fahren und noch ein langes Leben.

©by UMW

Herzklopfen

Angefangen hat es schon in März. Das Herzklopfen. Nein, meine Lieben. Es ist keine neue Liebe. Hier geht es um meine Liebe zu meinem MX-5, der inzwischen 17 Jahre alt ist und bei dem seit August der TÜV ansteht.

Bereits vor zwei Jahren hatte mir der TÜV erst einmal die Plakette verweigert. Durch einen guten Mechaniker hat der Roadster den Test glücklicherweise doch noch bestanden.

Seit dem Frühjahr diesen Jahres war ich am überlegen, wer mein Fahrzeug zu einem vernünftigen Preis fit machen und dieses Jahr durch diesen Test bringen kann. Der Mechaniker von vor zwei Jahren ist krank. Fällt aus. Ebenso ein anderer Bekannter, der seit seinem Schlaganfall keine Schrauben mehr drehen kann. Ich kann euch beruhigen, es geht ihm ansonsten gut. Trotz seiner Einschränkung.

Über eine Freundin ihren Bekannten dem Nachbarn… Ihr seht, über einige Ecken, habe ich einen Mechaniker empfohlen bekommen. Dazu musste ich zwar ein paar Kilometer bis an den Starnberger See fahren. Was tut der Mensch nicht alles, um für einen vernünftigen Preis gute Arbeit zu bekommen? Wobei das Ergebnis niemand schon im Voraus weiß – trotz Empfehlung.

So lernte ich also einen albanischen KFZ-Mechaniker kennen, bei dem ich am vergangenen Montag gelandet war. Ordentliche Werkstatt am Land, hinter Scheunen. „Wo bin ich denn nur da gelandet?“ war zwar mein erster Gedanke. Wie häufig kann der Schein trügen.

Mein Auto wurde auf der Hebebühne nach oben gefahren. Nun war der Blick freigegeben auf tragende Teile, Bremsleitungen und vor allem extrem viel… Extrem viel leise rieselnde Teilchen. Braune Teilchen. Rost!!! Mir schwante nichts Gutes. Mir wurde schwer ums Herz. Innerlich war ich am Heulen. Der gute Mann wies mich auf einige Schwachpunkte hin. Tja… Einfach war etwas anderes.

Ich überließ dem Mechaniker meinen Roadster und fuhr mit meiner Freundin nach Hause. In einer schlaflosen Nacht war ich am Überlegen. Was sollte ich tun? Ich wälzte mich von Links nach Rechts und umgekehrt. Hatte es Sinn zu reparieren oder direkt einen KFZ-Aufkäufer kontaktieren?

Am nächsten Morgen schrieb ich dem Albaner, dass er nur etwas machen soll, wenn es eine „Summe X“ nicht überschreitet, nannte dabei meine absolute Schmerzgrenze. Seine Antwort „das schaffe ich“ war Balsam für meine Seele.

Schon am Mittwoch erhielt ich Rückmeldung, dass das Auto fertig sei – mit TÜV. Ich war absolut geflasht. Wie hatte er das geschafft? Das fragte ich ihn am Donnerstag bei der Abholung auch. Es lief alles ordentlich ab. Eine TÜV Bescheinigung habe ich, in dem sogar „ohne Mängel“ bescheinigt wurde. Ja, das macht mich glücklich. Und der Preis lag sogar noch unter meiner „Summe X“ 😀 Es gibt sie noch. Die Helden des Alltags. Für mich war definitiv dieser Mann mein Held, ein fleißiger Mechaniker, ein guter Mensch.

Trotzdem alles gut gegangen ist, überlege ich nun – mich schweren Herzens – von diesem Fahrzeug zu trennen. Ob ich ihn für ein anderes Fahrzeug in Zahlung gebe oder im Frühjahr verkaufe, bin ich noch am Abwägen.

©by UMW