Die Stille der Nacht

Das Treffen mit Freunden war wieder einmal ein schöner Abend. Es wurde gegessen, erzählt, gelacht. So verging die Zeit schnell. Sehr schnell. Maria verließ als eine der Letzten das Lokal. Es war bereits nach Mitternacht.

Sie verabschiedete sich von Karin, die mit ihr das Lokal verließ, und ging zu ihrem Fahrrad. Das Fahrrad hatte sie bei Ankunft an einem Verkehrszeichen auf der gegenüberliegenden Seite des Lokals angeschlossen. Alle anderen Plätze waren bereits belegt. Nun stand ihr Drahtesel einsam und verlassen dort.

Maria steckte das Frontlicht an den Lenker, entfernte das Schloss und drehte ihr Fahrrad in Fahrtrichtung. Sie schaltete die Beleuchtung ein, schwang sich aufs Rad und radelte los.

Ihr Weg war vorerst beleuchtet. Auf den Straßen war noch einiges los. Trotz vorgerückter Stunde. Autofahrer, andere Radfahrer und wenige Fußgänger. Sie genoss die herbstliche Luft. Der Fahrtwind suchte sich seinen Weg über Hosenbeine und Halsausschnitt. Maria fröstelte. Vor allem das Stück, als es recht flott den Hügel in die Stadt hinunter ging.

Nach zehn Minuten erreichte sie den Park. Keine Straßenbeleuchtung. Nur das LED-Licht ihrer Fahrradbeleuchtung. Sie stellte das Licht gerade, so dass sie mehr in die Ferne schauen konnte. Neben dem Bach, der hier floss, war es noch kühler. Keine Menschenseele begegnete ihr. Stille. Absolute Stille. Fast schon beängstigend. Trotzdem genoss sie den Weg. Wann ist es in der Stadt, gerade in diesem Park, so ruhig? Nur zu dieser Stunde.

Nach einer viertel Stunde hatte sie den halben Park durchquert und kam auf eine Teerstraße. Sie achtete auf den Straßenverkehr. Es war kein Fahrzeug unterwegs. Sie bog links ab und erreichte nach fünf Minuten eine belebte Straße, die sie überquerte. Nach weiteren fünf Minuten hatte sie ihr Ziel, ihre Wohnung erreicht.

©by UMW

Tiefflug

Im Osten zeigt sich gelbrot die Sonne am Himmel. Hier im Westen ist es grauschwarz und tief bewölkt. Trotzdem nehme ich das Fahrrad für meine Fahrt in die Arbeit. Es hilft den Kreislauf anzukurbeln und macht den Kopf frei. Bei mir zumindest.

Mein Weg führt mich durch den Westpark. Ein Stückchen grüne Lunge hier in der Stadt. Die Temperatur ist angenehm kühl. Optimal zum Radeln. Ich beobachte die Wolken und wie die Sonne versucht sich durchzukämpfen. Heute hat sie es echt schwer.

Während meinem Ritt durch den Park sehe ich eine Wildgans aus der Ferne im Anflug. Genau auf meiner Kopfhöhe, im Tiefflug. Ich drossle meine Geschwindigkeit und gewähre dem Vogel die Vorfahrt. Ein Rauschen vom Vogelflügel lässt mich meinen Kopf einziehen. Ich möchte mir nicht ausmalen, was passiert wäre, wenn ich mit meiner gewohnten Geschwindigkeit weitergefahren wäre. Es war ganz schön knapp.

Die dunklen Wolken verfolgten mich bis zu meiner Arbeitsstätte. Glücklicherweise blieb es trocken. Wenn ich Glück habe, regnet es während der Arbeitszeit 😉

©by UMW

RuheOasen in der Stadt

Nymphenburger Schlosspark

Solange die ganzen kleinen Häuschen wie Badenburg, Amalienburg, Pagodenburg und Magdalenenklause wegen der Kälte geschlossen sind, ist es hier tatsächlich ruhig. Wer in den Sommermonaten zu Besuch kommt, kann Ruhe finden. Dazu darf er sich nur nicht in der Nähe des Schlosses aufhalten. Das Areal ist rießig und bietet Möglichkeiten für lange Spaziergänge.

Ab April öffnen die genannten Häuser und der Park ist wieder überschwemmt von vielen Touristen. Bis dahin sind sämtliche Skulpturen ebenfalls noch in ihre Holzhäuschen verpackt und warten auf die Befreiung im Frühling. Aber… Sobald die Sonne länger ihre warmen Strahlen schickt, geht es im Park rege zu. Die Gärtner bepflanzen die Rabatten und Einfassungen und reinigen die Brunnen.

Kleiner Einblick auf die Schönheit des Parks, der im Moment mehr von Enten als von Besuchern bevölkert ist.

Hier mit Blick auf  die Pagodenburg:20170310_145655

Derzeit ist die Pagodenburg noch verschlossen. Hier gibt es holländische Kacheln zu bewundern und chinesische Pagoden sowie chinesische Tapeten. Ich kann mich nicht erinnern, ob und wann ich darin gewesen wäre. Also werde ich mir das demnächst ansehen 😉

Die Amalienburg ist ebenfalls noch verschlossen. Dieses Schlösschen wurde von Kurfürst Karl-Albrecht für seine jagdbegeisterte lebenslustige Frau Maria Amalia gebaut und ist im Stil des Rokoko gehalten. Da war ich schon einmal drin. Hier sieht man nicht nur die Jagdgöttin Diana sondern auch schöne großzügige Räume mit einem besonderen Charme. Auf dem Dach ist ein Rondell, der Maria Amalia als Ausguck diente.

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Hier habe ich noch ein paar Sehenswürdigkeiten festgehalten, die einen gewissen Charme haben. Ganz unten habe ich den Blick auf Schloss Nymphenburg festgehalten. Im Park davor kann man die Holzhäuschen sehen. Dahinter verbergen sich Skulpturen, die im Frühjahr wieder zum Vorschein kommen.

©UMW