Kreativität (leben)

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„Kreativität leben“

Dieses Thema hat mich heute Morgen überrascht. Es hat sich in meine Gedanken geschlichen. So lange, bis ich mein Laptop aufgeklappt habe, um darüber zu schreiben.

Kreativität funktioniert für mich nur, wenn ich keinen Druck habe. Also, frei im Kopf bin und mich vor allem wohl fühle. Das ist ja nicht immer gegeben. Es gab Zeiten, da hatte ich meine besten Ideen während dem Joggen. Heute laufe ich zu wenig und wenn, dann höre ich auf meinen Körper und achte darauf, die Zipperleins leise zu halten.

Es gibt aber auch die Momente, in denen in einem alles leer ist. Phantasie, Vorstellungsgabe und Kreativität verflogen sind. Das kann passieren, wenn sich Personen selbst unter Druck setzen, weil etwas fertig werden muss (einen Termin hat) oder der Druck von außen kommt. Eine Stresssituation. Trauer.

Was heißt nun aber „Kreativität leben“?

Kreativität bedeutet etwas Neues mit unserer schöpferischen Fähigkeit zu schaffen. Mit Kreativität können wir mehr Selbstvertrauen gewinnen. Uns selbst stärken. Vor allem macht es uns glücklich. Mir geht es so. Sobald ich ein Projekt abgeschlossen habe und mich das Ergebnis zufriedenstellt, bin ich glücklich. Dann fühlte ich mich wirklich genial. Es beflügelt.

Wer Kinder hat, kann täglich deren Kreativität beobachten. Sei es, dass ein Pappkarton ein Haus wird oder eine Klorolle ein Stiftebecher. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Phantasie ist Kreativität, die gelebt werden möchte. Jeder hat davon etwas in sich drin. Wir dürfen es nur herauskitzeln bzw. fördern.

Wie oft, wird kaputtes weggeworfen anstatt repariert?

Es gibt Menschen, die irgendwie alles wieder richten können. Die Ideen haben und Möglichkeit finden, diese Ideen tatsächlich umzusetzen. Ich finde das eine sehr schöne Eigenschaft. Und genau so, lässt sich mit Kreativität leben. Kreativität ausleben.

Jeder, der mit seinen Händen etwas erschafft, ist kreativ und in meinen Augen ein Künstler.

©by UMW

Phantasie…

Wir haben alle unsere Phantasien. Phantasien helfen uns zu träumen und sie bringen unser Leben zum Schäumen. Mit positiver Vorstellungskraft haben wir die Macht, uns unser Leben zu „erträumen“. Solange wir bei uns selbst bleiben, haben wir die Möglichkeit, dass sich unser Leben nach unseren Vorstellungen verändert. Glaubt ihr nicht? Ihr lächelt oder lacht sogar schallend? Kann ich verstehen.

Probiert es dennoch einfach einmal aus. Habt euer Ziel vor Augen, seht es positiv und bleibt positiv. Egal, welche Hürden sich euch in den Weg stellen. Die Hürden sind Lernaufgaben und daran dürfen und können wir wachsen. Wichtig ist es auch, sich selbst nicht unter Druck zu setzen. Wenn die Zeit für etwas reif ist, wird es passieren. Zu diesem Zeitpunkt geht es auf einmal ganz leicht. Komisch, oder?

Mir selbst ist aufgefallen, sobald ich etwas mit Leichtigkeit angehe und bei mir selbst bleibe, hat es eine andere Qualität. Sobald ich versuche etwas mit einem gewissen Druck durchzusetzen oder etwas unbedingt festhalten will, fühle ich eine Schwere, die mich in einen Sog nach unten zieht und depressiv werden lässt. Wer da schon einmal fest saß, weiß wovon ich rede. Je weiter wir unten sind, desto schwieriger wird es sich davon zu befreien. Sobald wir das aber erkennen, haben wir die Chance wieder „ans Licht“ zu kommen. Wenige mit eigener Kraft, meist mit guten Freunden oder auch mit professioneller Unterstützung.

Phantasien können uns in eine andere Welt katapultieren. In eine Welt, die schön und gut ist und in der wir das tun, wonach uns der Sinn steht. Sei es mit den Delphinen zu schwimmen, Meerjungfrau zu sein, den Weltfrieden zu stabilisieren oder an einem Strand am anderen Ende der Welt die Wellen bezwingen und den Sonnenuntergang zu beobachten. Phantasie kennt keine Grenzen 🙂

Ich bin bekennende Tagträumerin. Selbst in der Arbeit ist ein Lächeln auf den Lippen für die Kollegen schöner anzusehen, als wenn man mit verbissenem Gesicht dasitzt. Sie brauchen ja nicht zu wissen, wo ich mit meinen Gedanken gerade weile 😉 Wichtig ist, dass meine Arbeit vernünftig gemacht ist und ich ansprechbar bin und in dem Moment auch bei der Sache 😀

Mein Tipp: Lebt eure Phantasie und nehmt sie so gut es geht mit in die Realität! Jeder ist sein eigener Steuermann in seinem Leben…

©UMW

 

Ungestillter Hunger 

Ich habe Hunger nach deiner Haut,

könnte schreien  – unsagbar laut.

Gefühle für dich, meinen Mann,

werden gezähmt so gut ich kann.

Ich will dich fühlen und spüren,

unsere Phantasie soll uns führen

durch die Nächte und an Tagen.

Bald! Bald! Lass es uns erneut wagen.

Gipfelstürmer sein

im Land von Lust, Liebe und Sein!

©UMW

Der Baum

Sie wohnte an der Zufahrt zur Siedlung, am Berg. Ländlich. Auf der einen Seite des Berges war die Kleinstadt. Die Wohnstatt lag in Richtung des Dorfes, umgeben von Grün, auf der anderen Bergseite. Sehr idyllisch. Ihre Freundin wohnte oberhalb der Siedlung, direkt neben dem Wald. Über Lichtzeichen hielten sie Kontakt, wenn ein Treffen wieder einmal nicht klappte. Chili musste nach ihrer Arbeit noch immer am elterlichen Hof mitarbeiten. So blieb ihr nur wenig Zeit ihre Freundin Barb zu treffen und beschränkte sich auf das Wochenende.

Chili und Barb trafen sich meist Samstagabend in einer Bar in der Stadt. Zusammen mit anderen Freunden wurde geratscht, gelästert und auch Unternehmungen ausgemacht.

Im Frühjahr gab es für Chili immer besonders viel zu tun. Darunter gehörte es Körbe für die sommerlichen Märkte zu flechten. Die Körbe dienten zum Teil dazu die eigenen Produkte zu transportieren, zum anderen Teil wurden sie am Markt verkauft. Chilis Körbe waren weit bekannt und beliebt, weil sie sehr besonders waren. Die junge Frau hatte eine eigene Flechtart, die es sonst nirgends gab. Die Zweige dafür holte sie selbst aus dem Wald, von einer Lichtung zu der sonst niemand ging. Verziert waren die Körbe mit Perlen, Lederschnüren oder Metallplättchen. Sie war da sehr kreativ, denn sie liebte diese Arbeit mehr als alles andere. Davon leben konnte sie jedoch nicht und lernte deshalb noch „etwas Handfestes“, wie es ihr Vater nannte. Buchhaltung konnte nicht schaden, war nur absolut langweilig, obwohl es Chili leicht von der Hand ging. Flechtware wurde nicht mehr so gebraucht. Das war längst schon von Plastik abgelöst worden.

Die junge Frau war gerne im Wald. Streifte da auch einfach einmal nur so herum und hörte den Vögeln zu und beobachtete die Wolken, wenn sie sich auf die Lichtung legte. Das hatte etwas so entspannendes. Dabei vergaß sie häufig die Zeit und kam erst nach dem Essen zu Hause an. Inzwischen blieb das Donnerwetter zwar aus, aber mit einem dummen Spruch durfte sie noch immer rechnen. Daran störte sie sich jedoch nicht.

Chili hatte einen ganz besonderen Bezug zum Wald. Wobei sich dieses Gefühl hauptsächlich auf ihre Lichtung belief. Manchmal meinte sie den Wald an dieser Stelle atmen zu hören. Das Holz knarrte lauter als sonst und hin und wieder fühlte sie etwas. Sie konnte es nur nicht benennen. Es war etwas da, meinte sie. Fühlbar. Sehen konnte sie nichts. Hin und wieder umarmte sie einen der Bäume, wenn sie das Bedürfnis dazu hatte oder sie das Gefühl hatte, ein Baum lockte sie.

Heute war wieder so ein Tag, an dem sie den Rückzug dringend brauchte. In der Arbeit hatte sie sich geärgert, weil etwas nicht lief wie sie es sich gewünscht hatte und zu Hause war der Vater wieder extrem garstig gewesen.

Es dämmerte schon, als sie förmlich in den Wald floh. Vielleicht konnte sie ja auch verwertbare Zweige für ihre Körbe finden. Erst einmal kam sie außer Atem auf ihrer Lichtung an. Atmete fürs erste tief ein und aus und ließ sich dann an einen Baum mit einer starken Borke sinken. Es war ihr, als wenn der Baum sie auffinge und eher weich wäre. Weich?! Irgendetwas stimmte nicht. Da fühlte sie, wie sie von Zweigen umfangen wurde. Es war wie eine Umarmung, genauso sanft. In ihrem Rücken flüsterte eine knarzige dunkle warme Stimme: „Fürchte dich nicht. Im Zwielicht, der Zwischenzeit, werden wir lebendig. Ich fühle, dass du meine Stärke brauchst. Lass dich fallen.“ Chili fühlte sich aufgehoben. So ein Gefühl hatte sie noch bei nichts und niemand gehabt. Sie lies sich fallen und verschmolz immer mehr mit dem Baum bis sie mit ihm eins war. Unvorstellbar! Die Kraft und Energie des Baumes pulsierte durch sie hindurch und erfüllte sie. Das Zeitgefühl verschwand und sie atmete mit und durch den Baum. Nach einer unbestimmten Zeit entließ sie der Baum mit einem sanften Ruck. Inzwischen war es Morgen geworden. Ungläubig sah sie die Morgendämmerung heraufziehen, sie drehte sich noch einmal zu dem Baum um. Dieser war inzwischen wieder ein Baum, wie jeder andere, und umarmte ihn abschließend. Chili war als wenn sie ein ganz besonderes Bündnis mit diesem Baum eingegangen wäre.

Erfüllt von einer ganz besonderen Kraft, einer ungeahnten Erdung, lief sie mit einem Lächeln nach Hause.

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