Sehnsucht

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Ein sehnen nach… Oder auch ein inniges Verlangen nach einer Situation, einem Menschen, einem Gegenstand. Etwas, was im Moment unerreichbar scheint. (so beschreibt es WIKIPEDIA)

Es gibt derzeit wenige Menschen, die mit der momentanen Situation zufrieden sind. Die Mehrheit ist unzufrieden. So wie ich.

Sosehr ich meine Zeit mit meiner Familie genieße, so sehr möchte ich wieder mein eigenes Leben. Damit meine ich meine Freiheit, das zu tun, was ich möchte. In dem Raum und Rahmen meiner Möglichkeiten. Meine sieben Sachen packen und meiner Sucht frönen. Meiner Sucht nach Wasser – in, auf und am. Wie es sich eben ergibt.

Ich möchte wieder unterwegs sein, neue Leute und fremde Kulturen kennenlernen. Fremden Sprachen lauschen und dabei lernen.

Wie lange müssen wir noch warten, bis die Grenzen öffnen? Bis wir unserer Reiselust wieder nachgehen können?

Hey Scottie: Beam me to the sea… 😀

©by UMW

Quer durch Bayern

Eine Seefahrt, die ist lustig. Eine Seefahrt, die ist schön….
Halt! Stopp! soweit sind wir noch nicht. Das dauert noch… Ein wenig Geduld bitte noch, die Herrschaften.

Eine Bahnfahrt ist’s. Aber super lustig. Zumindest als Beobachter. Als Zuhörer. Ungewollt, gewollt. Als sogenannter Spanner.

Das erste Stück bis Regensburg verlief die Bahnfahrt ruhig und mit ausreichend Platz und Beinfreiheit. Ab Regensburg, in einen Regionalzug, ging es schon eher enger zu. Beinfreiheit so viel wie in einer Sardinenbüchse. Für eine Stunde ist das jedoch auszuhalten.

Neben uns vier ältere Damen. Starker Oberpfälzer Dialekt. Pfundsweiber. Super lustig. Mit einem Ohr höre ich den Vieren zu. Mir wurde dieser Dialekt ebenfalls einst mit in die Wiege gelegt 😉 Leise grinse ich in mich hinein und höre ihren Erzählungen zu verschiedenen Begebenheiten zu. Nein… Ausgeplaudert wird nicht 😉 Das war nur für meine eigene Kurzweiligkeit. Gönnt euch doch bei Gelegenheit selbst einmal wieder so eine Bahnfahrt und lauscht auf eure Mitfahrer. Selten gibt es ein besseres Kino für die Ohren.

Am Ziel strecken wir uns wieder auseinander und steigern aus. Meine Tochter und ich. Der letzte Besuch vor der großen Reise bei meiner Mutter – zu ihrem Geburtstag.

©by UMW

Im Buch des Lebens

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…um den Kollegen den Abschied zu versüßen 😉

Das nächste Kapitel ist abgeschlossen. Die Weckfunktion mit dem Titel „Arbeit“ ist gelöscht. Diese hatte heute Morgen zum letzten Mal ihren Dienst getan.

An dem kalten Morgen, mit nur einem Grad über dem Gefrierpunkt, ersparte ich mir heute die Fahrradfahrt und gönnte mir die Wärme in einem Sharing-Auto. Viel zu schnell, und vor allem zu früh, war ich an meinem Arbeitsplatz.

Während der PC hochfuhr, brachte ich zum letzten Mal in dieser Stätte, die Kaffeemaschine zum Laufen und erledigte den Küchendienst. Der erste Kaffee weckte meine Lebensgeister und ich widmete mich den Mails. Aufräumen, ausräumen und wegwerfen.

Eine Abschiedsmail an alle Kollegen hatte ich versandt, mit dem Link zum Blog. Viele sind gespannt und wollen diesen immer wieder einmal besuchen und sich über den Stand der Reise erkundigen. Das Interesse freut mich natürlich sehr.

Viele Umarmungen und herzliche Worte mit guten Wünschen begleiteten mich auf meiner Runde durch die Räume. Der Eine oder Andere wäre gerne dabei und beneidete den Mut einen Traum zu realisieren.

Ein Reisebuch für die besuchten Häfen, Ankerplätze, Städte und auch Windstärke sowie die Stimmung der Crew etc., habe ich zum Abschied geschenkt bekommen. Damit haben sie mir sehr viel Freude gemacht. So darf ich bei meinen Einträgen immer an sie denken 😀

Bevor es jedoch soweit ist, gibt es noch einiges zu erledigen.

©by UMW

Es lichtet sich

Nach dem dritten Versuch wurde nun der 2,5 Meter lange Schlafzimmerschrank abgeholt. Inseriert war er als „zu verschenken“ bei zwei Kleinanzeigenanbietern. Zweimal sind die Interessenten nicht erschienen. Keine Absage. Ist das der Zeitgeist?

Heute kam ein älterer Herr, baute das Unikum ab, verstaute es in seinem Hänger und karrte es in seine Heimat in Bergnähe. Das Abbauen war das Geringste am Ganzen. Viel aufwendiger war es die Einzeleile nach unten zu bekommen. Fünf Etagen mit gesamt 84 Stufen spürt man dann schon in den Knochen. Dieser Mann hatte es geschafft.

Bis auf die Küche sind nun alle großen Möbel bei neuen Besitzern. Das beruhigt mich. Trotz allem ist noch immer genug da. Einiges wartet noch auf neue Besitzer. Es sind noch etwas mehr als 12 Wochen, in der ich Zeit habe alles los zu werden. Es macht mich nervös. Wirklich durchatmen kann ich erst, wenn ich die Türe hinter mir ins Schloss ziehe und den Schlüssel bei der Hausverwaltung abgebe.

Bis dahin gibt es noch einiges zu erledigen. Manchmal meine ich, die Zeit läuft schneller als ich meine Aufgaben bewältigen kann. Doch dann erledigt sich manchen fast von selbst.

Es ist aufregend. Noch immer.

©by UMW

… und weiter geht’s

Inzwischen habe ich gekündigt. An allen Fronten. Telefon, Mobiltelefon, Versicherungen, Wohnung und die Arbeit. Trotz dreimonatiger Kündigungsfrist habe ich fairerweise jetzt schon Bescheid gegeben.

Mit dem Mobiltelefon war es anfangs etwas schwierig. Ich habe mich dann auf mein Sonderkündigungsrecht berufen. Speziell hier auf §45 Abs. 8 Telekommunikationsgesetz. Da ich im Ausland nicht beliefert werden kann und in meinem Fall das Land komplett verlasse, tritt das Sonderkündigungsrecht in Kraft. Meine Abmeldebestätigung benötigen sie noch. Die kann ich ihnen erst im September liefern.

Von den Versicherungen habe ich derzeit noch keine Rückmeldung erhalten. Es wird auch hier dahin verlaufen, dass ich meine Abmeldebestätigung einreichen muss.

Zwar sind es noch vier Monate  bevor es losgeht. Ich gehe davon aus, dass mir die Zeit davonläuft. Im Sommer ist das meist der Fall.

Mit der Wohnungsauflösung, dem Mobiliar etc. geht es ebenfalls voran. Wenn ich Glück habe, nehmen Kollegen das eine oder andere Möbel ab. Das wäre wirklich fein.

Die Kleidung ist inzwischen soweit minimiert, dass ich noch vernünftig bekleidet zur Arbeit gehen kann. Das, was zu viel war und nicht mehr gebraucht wird, ist bereits entsorgt bzw. hat neue Trägerinnen.

Ein aufatmen war es für mich, dass ich jetzt offen über mein Vorhaben reden kann. Alle wichtigen Personen, inklusive meiner Mutter, wissen Bescheid.

©by UMW

Schlaflos in….

Nix mit Seattle. Dafür aber schlaflos in München. Es sind die Gedanken, die mich immer wieder wach halten und treiben.

Ich verkaufe mein Hab und Gut. Zumindest schon einmal im Geiste. Bin sowieso am Ausmisten. Wie bereits in meinen vorangegangenen Beiträgen geschrieben. Dabei kommen mir immer wieder Ideen, die ich in Google auf Möglichkeit überprüfe. Soweit bin ich also schon.

Was mir heute Nacht bewusst wurde… Seit geraumer Zeit, also schon mehr als ein Jahr, trage ich mich mit dem Thema Umzug. Allein das hat mir vor kurzem das Gefühl gegeben, bald weg zu sein. Schon komisch, dass genau dann dieser – nennen wir es einmal Vorschlag – mit der Weltumsegelung kam. Weiß das Unterbewusstsein mehr als ich oder steckt das schon so tief in meinem „raus-aus-dieser-Tretmühle-wollen“?

Die einzige Hemmschwelle sind derzeit meine Kinder. Den Mittleren unterstütze ich noch. Das ist der Kausus Knacksus. Ich muss während der Reise arbeiten. Fünfzehn Wochenstunden reichen da vollkommen aus. Das setzt jedoch Internet voraus. Inzwischen sollte das weltweit verfügbar sein. Ansonsten lässt sich das bestimmt variabel gestalten. Anpassen an die gegebenen Möglichkeiten. Das ist ein Ziel für den Moment. Herauszufinden, welche Firmen Aufträge soweit vergeben, dass beide Parteien glücklich sind

Es lässt mich schlichtweg nicht los 🙂

©by UMW

Erinnerung

Gerade heute schwelge ich in der Ferne. Vor einem Jahr weilte ich in Andalusien. Mein erstes Surfabenteuer – Wellenreiten lernen. Dieses Jahr habe ich es noch nicht geschafft. Vielleicht später im Jahr, im Herbst oder Winter. Schlimmstenfalls erst im nächsten Jahr.

Doch, natürlich möchte ich auch dieses Jahr ans Meer. Ich werde es auch realisieren. Nur das WANN weiß ich noch nicht. Auch das WAS ist für mich noch ungeklärt. Im vergangenen Jahr war ich Wellenreiten und auf einem Segelboot unterwegs. Irgendwie möchte ich Beides wiederholen.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten wieder auf ein Segelboot zu kommen, eine davon ist sich als Crewmitglied zu bewerben. Wenn es zeitlich passt und innerhalb Europa, dann werde ich es tun. Auch wenn ich nicht weiß, auf wen ich mich einlasse und wie der Skipper ist. Da bin ich doch etwas „verwöhnt“. Natürlich werde ich versuchen, vorab möglichst viel über die Person, das Boot und die Crew herauszufinden. Spätestens vor Ort habe ich die Möglichkeit abzusagen, umzuswitchen oder was auch immer, wenn die Sympathie fehlt oder mein Gefühl ein Warnsignal sendet.

Der Plan ist im Kopf, die Umsetzung fehlt. Es ist ja noch Zeit. Ein bisschen… Und bis ich soweit bin, habe ich meine Erinnerungen 😉

©by UMW