Dodekanes (Teil 1)

Leros – Nisis Plati – Kos (Griechenland)

Nachdem wir uns von der Boje in Levitika losgemacht hatten, ließen wir sozusagen die Kykladen hinter uns. Das Wetter war genial und ein angenehmer Wind ließ uns nach Leros segeln.

Da Schlechtwetter für die Nacht und den nächsten Tag angesagt worden war, fühlten wir uns dieses Mal in einer Marina besser aufgehoben. Wir nutzten die Zeit, um Wäsche zu waschen. Unser Versuch im Ort etwas einzukaufen, blieb ohne Erfolg. Mittwochnachmittag war überall geschlossen. Glücklicherweise bestand keine Dringlichkeit, wobei ich ein paar Kleinigkeiten schon gerne nachgekauft hätte. Was soll es. Dann wird das eben bei nächster Gelegenheit erledigt.

img_20191114_165741289_hdr5200444839934014554.jpgDonnerstagvormittag lösten wir die Leinen und starteten weiter in Richtung Süden. Nach einer guten Stunde unter Motor war uns der Wind gnädig, so dass wir die Segel hissen konnten. Am frühen Nachmittag ankerten wir vor Nisis Plati, einer Insel zwischen Kalymnos und Kos. Das Wasser war, wie bisher überall in Griechenland, herrlich klar. Die Farben von Türkis bis Tiefblau wunderschön. Wir hätten uns nie vorstellen können, Mitte November noch im Meer zu schwimmen. Die Wassertemperaturen von ca. 22 Grad liessen es jedoch zu.

In der Nacht regnete es und morgens um 7 Uhr erfreute uns ein Regenbogen, der sich über die Insel Kalymnos spannte. Anker auf hieß es dann nach Frühstück und dem morgendlichen Schwimmen.

img_20191115_150628572_hdr1131256741373408301.jpgUnter Segel erreichten wir nach gut 20 Seemeilen den Süden der Insel Kos. Hier ankerten wir vor Kamori. Auch dieses Hafenörtchen scheint völlig ausgestorben. Sämtliche Supermärkte und Restaurants hatten geschlossen. Morgen ziehen wir weiter…

©by UMW

Kykladen (Teil 4)

Despotiko – Poros – Rineira – Mykonos – Donousa – Amorgos – Levitika (Griechenland)

In den letzten Tagen waren wir häufig ohne WLAN. Deshalb die letzten Beiträge ohne Fotos. Und durch die Offline-Zeit hat sich die Aktualisierung etwas hingezogen. Die Kyladen haben wir heute Morgen hinter uns gelassen. Dazu mehr im nächsten Beitrag 😉

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Siphnos – Stadthafen Vathy

Siphnos verließen wir gegen Mittag. Früher starten hat nicht geklappt, da der Hafenmeister irgendwie unauffindbar war. Unter vollen Segeln erreichten wir eine kleine Insel vor Poros (Despotiko) und fanden eine Bucht, in der lediglich wir und ein KAT lagen. Kein Schwell war hier spürbar und der Anker lag gut auf Sand. Nach einer ruhigen Nach wollten wir um 10 Uhr starten.

Doch dieses Mal machte uns der Anker einen Strich durch die Rechnung. Die Elektronik reagierte nicht. Jan prüfte alle Möglichkeiten. Schlussendlich fand er den Fehler bei einem korrodierten Kabel. Glücklicherweise hatten wir alles an Board, was für die Reparatur nötig war. Der Start verzögerte sich mit dem Reparaturaufwand um drei Stunden.

Unser neues Ziel war Paros. Hier ankerten wir in der Bucht „Beach Marmar“, die wieder uns alleine gehörte. Bereits um 9 Uhr ging es am nächsten Morgen, nach unserer Schwimmeinheit, weiter. Bei 13 Knoten segelten wir erst einmal los. Das klappte eine Weile, doch der Wind verließ uns wieder. So wurde die Insel Rineira unser nächstes Ziel. Vor der Insel Rineira, in der Bucht Ormos Schino, ankerten wir. 

Ein kleiner Thuna hatte sich an unserer Angelleine verfangen. Wir hatten es nicht bemerkt, so dass der Fisch schon fast freiwillig in unser Boot hüpfte und unser Abendessen bereicherte.

Nach einer Nacht mit viel Schwell ging es unter Fock in das nahe gelegene Mykonos. Wir ankerten in einer Bucht – nahe einem Supermarkt. Es war ein Katzensprung mit dem Dingi. Unsere Vorräte wurden wieder aufgefüllt. Danach ankerten wir in der „Little Italy“-Bucht und schlenderten durch diesen Inselteil. Mit den wenigen Touristen war es sehr schön hier. Nach einer Nacht in der Supermarkt-Bucht – ja, wir hatten noch einmal neu geankert – erhielten wir am nächsten Vormittag Diesel über einen Tankwagen im nahen Hafen.

Von da aus ging es unter Motor und Segel im Wechsel nach Donoussa. Hier ankerten wir, diesmal über Fels-/Sand-Mix. Hier waren wieder einmal die technischen Fähigkeiten von Jan gefragt. Die Wasserpumpe war defekt. Ein Leck. Wasser sprühte in alle Richtungen. Der innenliegende Ballon des Druckbehälters hatte einen Riss. Auf längere Zeit hatte sich so nun Rost in den außenliegenden Behälter gefressen. Nach zwei Stunden Arbeit an dem Ding war es endlich wieder dicht und das verspätete Abendessen schwer verdient.

IMG_20191110_152938122_HDRAm Sonntag verließen wir die Bucht gegen 10 Uhr. Mit 10 Knoten segelten wir erst einmal gemütlich dahin. Mit einem Mal änderte sich das. 25 Knoten Wind trieben uns gewaltig dahin und wir erreichten am Nachmittag die Insel Amorgos, die völlig in Wolken lag. Wir ankerten im Sand vor dem Hafen in Katapola. Es war sehr unruhig. Der Wind drehte in der Nacht mehrmals und der Schwell tat noch sein Übriges für eine ungemütliche Nacht. Auch am Morgen lag die Insel hinter Wolken und ließ uns diesen unwirtlichen Ort schon bald verlassen.

 

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Nach einer Stunde unter Motor setzten wir die Segel. Die Wetter- und Windvorhersage stimmte mit der Realität überhaupt nicht überein. So blies uns der Wind nach Levitika und nicht, wie anfangs gedacht, zur Schmetterlingsinsel (Astypalaia). Da stimmte die Windrichtungsvorhersage in keinster Weise. Glücklicherweise war der Wind so konstant, dass wir eine relativ ruhige Fahrt hatten. Am späten Nachmittag machten wir an einer Muringboje fest. 

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Eine Taverne gehörte ebenfalls dem Bojenbesitzer. So blieb an diesem Abend die Küche kalt und wir ließen uns mit einem leckeren Essen und Wein an Land verwöhnen. Eine ruhige Nacht bescherte uns endlich einen erholsamen Schlaf.

©by UMW

Im Buch des Lebens

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…um den Kollegen den Abschied zu versüßen 😉

Das nächste Kapitel ist abgeschlossen. Die Weckfunktion mit dem Titel „Arbeit“ ist gelöscht. Diese hatte heute Morgen zum letzten Mal ihren Dienst getan.

An dem kalten Morgen, mit nur einem Grad über dem Gefrierpunkt, ersparte ich mir heute die Fahrradfahrt und gönnte mir die Wärme in einem Sharing-Auto. Viel zu schnell, und vor allem zu früh, war ich an meinem Arbeitsplatz.

Während der PC hochfuhr, brachte ich zum letzten Mal in dieser Stätte, die Kaffeemaschine zum Laufen und erledigte den Küchendienst. Der erste Kaffee weckte meine Lebensgeister und ich widmete mich den Mails. Aufräumen, ausräumen und wegwerfen.

Eine Abschiedsmail an alle Kollegen hatte ich versandt, mit dem Link zum Blog. Viele sind gespannt und wollen diesen immer wieder einmal besuchen und sich über den Stand der Reise erkundigen. Das Interesse freut mich natürlich sehr.

Viele Umarmungen und herzliche Worte mit guten Wünschen begleiteten mich auf meiner Runde durch die Räume. Der Eine oder Andere wäre gerne dabei und beneidete den Mut einen Traum zu realisieren.

Ein Reisebuch für die besuchten Häfen, Ankerplätze, Städte und auch Windstärke sowie die Stimmung der Crew etc., habe ich zum Abschied geschenkt bekommen. Damit haben sie mir sehr viel Freude gemacht. So darf ich bei meinen Einträgen immer an sie denken 😀

Bevor es jedoch soweit ist, gibt es noch einiges zu erledigen.

©by UMW