Am Haken

Photo by Pixabay on Pexels.com

Maria, Maria… Tja, was soll erzählt werden? Was ist ihr passiert oder was hat sie – wieder einmal – angestellt. Keine Sorge, ganz so dramatisch ist es nun auch wieder nicht.

Nach einem regnerischen Vormittag klarte der Himmel am Nachmittag auf. Die Sonne kämpfte sich durch die Wolkendecke. Es dauerte nur wenige Minuten bis der Planet von einem strahlendblauen Himmel erstrahlte.

Und Maria strahlte mit der Sonne um die Wette, konnte sie nun doch noch eine Runde im See schwimmen. Sie packte ein Handtuch, ein Laken und die Wasserflasche in ihren Rucksack, schlüpfte in die Schlappen und schnappte sich ihr Fahrrad und fuhr die fünfzehn Minuten zu ihrem Badeplatz. Es war herrlich leer.

Nachdem das Fahrrad abgesperrt und Laken sowie Handtuch ausgelegt waren, ging sie zielstrebig ins Wasser. Die Wassertemperatur erschien ihr gleich warm oder kalt wie die Lufttemperatur. Es dürfte bei ca. 22-23 Grad liegen. Mit kräftigen Zügen durchpflügte sie den See. Das war es, was ihr an diesem Tag noch gefehlt hatte.

Die Sonne hatte noch ein paar Touristen mit Elektrobötchen auf den See gebracht und ein grünes Ruderboot schaukelte ebenfalls auf dem See. Maria achtete darauf, dass sie den Booten nicht zu nahe kam und hoffte, dass auch sie gesehen wurde.

Der im grünen Ruderboot saß mit dem Rücken zu ihr und kam immer näher. Maria wich schon nach links aus. Auf einen Zusammenstoß hatte sie wahrlich keine Lust. Sollte sie mal rufen? Da drehte sich der Ruderer um, sah sie und lenkte auf die andere Seite. Maria atmete auf. Kein Zusammenstoß. Doch irgendetwas zupfte an ihrer Bikinihose. Was war das denn? Da sah sie die beiden Angeln, die der Ruderer am Boot befestigt hatte. Hatte er sie „geangelt“? Gut sichtbar bog sich eine der Angeln. Der Ruderer und Maria sahen sich erschrocken an. Während sie versuchte sich vom Angelhaken zu lösen lies er noch etwas von der Schnur raus. Nach mehreren Minuten war die Frau wieder frei, so dass der Angler seine Angelschnur zurückholen konnte. Beide lachten, denn glücklicherweise war nichts passiert. Maria meinte nur noch: „Das wäre jetzt ein ungenießbarer Fang gewesen“ und zwinkerte ihm zu. Er lachte schallend. „Genau… Und so ein großer Fisch hängt glücklicherweise auch nicht jeden Tag an der Angel.“

Die Beiden verabschiedeten sich lachend und jeder tat das, was er vorher schon getan hatte. Er ruderte und sie schwamm zur Liegewiese zurück.  

©by UMW

Der nächste Tag…

Aufgewacht schon früh am Morgen. Schmerzen in den Armen, in den Schultern. Gestreckt, gedehnt und „Autsch“ am Po. Was ist denn passiert? Was war am vorangegangenen Tag los? Überlegungen über Überlegungen.

So langsam erwachte Maria und nach und nach ihr Körper mit ihr. Fieberhaft gingen ihre Gedanken auf die Reise. Und so langsam dämmerte es ihr. Sie hatte am See Beach-Volleyball gespielt! Als einzige Frau hatte sie mitgespielt. Mit britchen und baggern Bälle abgewehrt und zugespielt. Dabei hatte sie viel Einsatz gezeigt und war einmal von zwei Mitspielern ihrer Mannschaft überrannt worden. Ihr Ohr hatte Bekanntschaft mit dem Knie des anderen gemacht. Ganz schön schmerzhaft, erinnerte sie sich.

Die Bewegungen waren ungewohnt. Richtig. Dazu hatte sie noch zwei Drittel des Sees durchschwommen. Alles klar! Vielleicht doch etwas zu viel für das erste Mal. Sie schwingt die Beine aus dem Bett, humpelt in die Küche. Zeit für den ersten Cappuccino.

Danach war Yoga angesagt um die malträtierten Muskeln zu dehnen und den Körper auf einen entspannten Tag vorzubereiten.

Mit dem zweiten Cappuccino konnte Maria erst wirklich in den Tag starten.

©by UMW

Tage wie diese

An diesem wundervollen Tag, mit Sonnenschein auf strahlendblauem Himmel, wurde ich durch Vogelgezwitscher aufgeweckt. Ein liebevoller Kuss und ein schöner Cappuccino ließen den Morgen wundervoll starten.

Während ich den Tag mit Freunden bei Volleyball und Grill geplant hatte, der auch wunderschön war, mit schwimmen im 16 Grad frischem See, hatte sich mein Freund einen Kitetag verordnet. Die Sehnsucht nach Wind und Wasser quälte ihn schon länger und ich gönnte es ihm von Herzen, da für einen See im Königswinkel guter Wind angesagt war. Mit dem Motorrad brach er auf, um sich mit seinem Sohn zu treffen und mit ihm gemeinsam im Auto weiter zu fahren. Ich bat ihn nur um eine kurze Rückmeldung, wenn er angekommen wäre. Diese kam dann nach einer längeren Zeit als er üblicherweise zum Fahren brauchte. Sein Motorrad zeigte auf der Fahrt Kupplungsprobleme, die er zu Hause zu beheben versuchte. Als er seine Grenzen bei der Reparatur erreichte rief er ein Servicemobil. Es stellte sich heraus, dass das Getriebe des Motorrades defekt war. Ein neues Motorrad mit nur 5000 km, so ein Shit! Im Laufe des Nachmittags sollte ein neues Getriebe angeliefert werden. Nur war sein Tag somit „gelaufen“! Der Monteur kam dann auch erst gegen 21 Uhr. Nach 22 Uhr war das Motorrad endlich fertig und fuhr wieder. Wenigstens das!

©UMW

 

Die Einladung

Ein Anruf von einem Bekannten während Maria im Park spazieren ging. Sie war überrascht. Raphael lud sie zu einem verlängertem Wellness Wochenende ein. Sie waren zwar bereits miteinander ausgegangen; bisher hatte es sich jedoch lediglich auf einer freundschaftlichen Ebene bewegt. Das verlängerte Wochenende war schon für kommenden Donnerstag bis Montag geplant. Er habe schon gebucht. Maria war erst einmal sehr überrascht und bat um Bedenkzeit. Sie erhielt noch die Info, dass gemeinsame Bekannte auch dabei seien und er ihr eine Mail mit den Daten schicken wolle. Sie dankte dafür und setzte in Gedanken versunken ihren Spaziergang fort.

Bis Maria zu Hause eintraf, waren zwei Stunden vergangen. Die Einladung hatte sie bereits vergessen. Bei einer Tasse Kaffee erinnerte sie sich an Raphael, schaltete den PC an und inzwischen war tatsächlich die angekündigte Mail von ihm eingegangen.

Sie öffnete die Mail, denn neugierig war sie ja schon. Das Wellness Wochenende sollte in einer privaten Villa stattfinden. Die Lage des Anwesens wäre schon sehr verlockend – direkt in den österreichischen Bergen! In der Villa sollten Sauna, Pool und Whirlpool vorhanden sein. Dazu die Wanderwege direkt vor der Haustür. Wirklich sehr verlockend. Angekündigt waren auch erotische Parties und zum Tanzen wurde gute Musik versprochen. Raphael hatte extra noch dazu geschrieben, dass es ganz ohne Verpflichtung für sie sei. Er wolle sie dabei haben, weil sie gut in die Gruppe passen würde, da sie sehr unkompliziert und immer positiv sei. Vor allem wollte er wieder mit ihr tanzen.

Maria starrte auf die Mail, sah sich immer wieder die Bilder an und überlegte. Gut, sie war Single. Was sprach also dagegen? Die Leute waren bis auf die Schnepfe Klara alle schwer in Ordnung.

In dem Moment klingelte es an ihrer Wohnungstür. Ach ja, Zenzi hatte sich zu einem Mädelsabend angekündigt. Die konnte sie gleich mal fragen, was sie zu dieser Einladung sagt. Maria holte den kalten Prosecco aus dem Kühlschrank und zwei Gläser aus der Anrichte. Die zwei Frauen gingen ins Wohnzimmer und kuschelten sich auf die breite Couch. Die Flasche Prosecco wurde geköpft, schäumend in die Gläser gegossen und auf einen schönen Abend und die Liebe angestoßen. Zenzi war wieder einmal verliebt und erzählte ausführlich über ihre neue Errungenschaft. Sie sprudelte förmlich über so glücklich war sie. Maria wünschte ihr ganz viel Glück und vor allem endlich einmal etwas Dauerhaftes. Sie selbst war schon länger Single und wahrscheinlich viel zu wählerisch. Als Zenzi dann fragte, ob es bei ihr Neuigkeiten gäbe, erzählte Maria von der Einladung. Zenzi sah überrascht auf und meinte, das sei ja schon fast ein unmoralisches Angebot. Wieso? Na ja… Erotische Parties? Alles ein bisschen lockerer! Ob sich Maria das vorstellen könne? Der Reiz sei ja schon da und Raphael wäre auch nicht zu verachten mit seinem trainierten Körper und den blonden Locken. In Gedanken nannte sie ihn „Captain Locke“ 🙂 So ein bisschen kam Maria nun doch ins Schwärmen. Vor allem könne er tanzen wie ein junger Gott – behauptete sie.

Nach der Flasche Prosecco waren beide Frauen etwas angeschickert und kicherten lautstark. Zenzi forderte Maria auf, endlich die Antwort an Raphael abzuschicken, denn sie kannte die Freundin zu gut und wusste, dass sie sich wieder drücken würde. Angetrunken und deshalb mutig verfasste Maria das Antwortschreiben an Raphael und teilte ihm mit, dass sie gerne das Wellness Wochenende mit ihm verbringen wolle.

Ob es sich nun tatsächlich um ein unmoralisches Angebot handelt und was sich an dem Wochenende abgespielt hat, wird vielleicht bei anderer Gelegenheit verraten.

©UMW