Eisnebel

Eispanzer umfängt

fliegende Gedanken

hinter lebhafter Stirn.

Gedanken dicht gedrängt

werden eingezwängt

schnell abgehängt.

Gefühle vereist

Energie entzogen

um Vieles betrogen

von waberndem Nebel

umeisend geschützt.

Pochendes rührt sich in Rebellion

kommt wieder in Aktion.

Wärmendes drängt nach außen mit Kraft,

spürt das Falsch an dieser Haft.

Feurig kommt es zu Explosionen

zerstört wird das Gefängnis aus Kälte und Eis,

gezahlt wurde ein hoher Preis!

Befreit ist das Herz aus kaltem Grab

rebellisch wirbelt es seinen Stab.

Langsam kehrt wieder Liebe ein

und sucht vorsichtig nach dem Verbindungsstein

der zwei Herzen zum Ganzen macht.

Noch ist da eine Kluft zu überwinden

rechte Worte sind zu finden

um freundschaftlich sich neu zu binden.

Mut, Wille und Kraft sind uns gegeben

und stärken für ein schönes Leben!

©UMW

Die Wandlung

Die Sehnsucht schwelt

erhitzt das Blut

zum Leben braucht es Mut.

In die Ferne will ich schweifen

die Seelenflügel sind gespannt

und wolln nach Sternen greifen.

Doch unten hält die Teufelsbrut

gar fest mich hier auf Erden

so zerfalle ich in Ascheglut

und will zum Phönix werden.

©UMW

Unvollständig

Es war an der Zeit, dass Charlie wieder einmal aufbrach, um seinen Geschäften nach zu gehen. Leicht fiel es ihm diesmal nicht. Seine Geliebte konnte er nicht mitnehmen, da er in geheimer Mission unterwegs war. Sie brachte ihn zum Bahnhof. Beide vermieden Abschiede, das hatte immer einen so komischen Beigeschmack. Am Eingang zu den Zügen küssten und verabschiedeten sie sich mit einer innigen Umarmung.

Mit seinem Gepäck im Schlepp suchte er das richtige Gleis und den Schnellzug nach Schweden. Er fuhr mit dem Nachtzug, so konnte er ein wenig schlafen. Zumindest wollte er es versuchen. Ein Schaffner half ihm sein Gepäck in das gebuchte Abteil zu verladen. Glücklicherweise war er der zweite Reisende von vier und konnte deshalb ein Oberbett belegen. Ordentlich stellte er seine Schuhe an den vorgegebenen Platz und kletterte auf sein Bett. Gelangweilt streckte er sich aus und sah zur nahen Decke über sich. Gedankenverloren beobachtete er eine Fliege, die um das Licht summte. Der andere Reisende, ein untersetzter Mann mit dunklen Haaren sah ihn an und bot ihm etwas zu trinken an. Wodka! „Komm Brüderchen“, lass uns anstoßen, sagte dieser. Charlie dankte für den Alkohol, lehnte jedoch für den Moment ab, da er erst noch etwas essen wollte.

In diesem Augenblick wurde die Abteiltüre aufgestoßen und zwei weitere Männer traten laut redend ein – die letzten beiden Reisenden für dieses Schlafabteil. Beide ließen sich auf die unteren Betten fallen. Charlie schwang beide Beine über seinen Schlafplatz und sprang nach unten, grüßte die Neuankömmlinge kurz, nickte dem Wodkaspender freundlich zu und ging dann los um den Restaurantwagen zu suchen. Dort setzte er sich an einen kleinen Tisch und nahm eben noch den Sonnenuntergang wahr. Glutrot versank die Sonne in einem See und zauberte ein orangefarbiges Licht auf dem Gewässer. Schade, dass er keinen Fotoapparat dabei hatte, das wäre sicher ein zauberhaftes Bild geworden. Beim Restaurantchef bestellte er ein Steak in Medium mit Rosmarin-Kartoffel, dazu ein kühles Bier. Er dankte dem Mann und bezahlte direkt. Nach dem Essen fühlte er sich angenehm satt.

So ging er langsam und nun gut gelaunt in sein Abteil zurück. Mit Schwung betrat er den Raum, in dem die anderen Männer sich schon zotige Witze erzählten, laut lachten und dem Wodka des untersetzten Menschen bereits ordentlich zugesprochen hatten. Ihm wurde direkt ein Wodka angeboten, den er als Verdauungsschnaps sehr gerne annahm. Mit einem Prost in Richtung der anderen stürzte er den Inhalt seines Glases hinunter. Nach drei Gläsern für ihn war die Flasche bereits leer. Die Männer löschten das Licht und legten sich in ihre Schlafkojen.

Charlie hing erst einmal seinen Gedanken nach. Wie immer blieben sie bei Lotti hängen. Was sie wohl machte? Ihm war als fehlte ein Teil von ihm, ein bisschen von seiner Seele. Er wünschte… Nun gut, es war das letzte Mal, dass er in dieser Mission unterwegs war. Danach stand der Zukunft mit seiner Geliebten nichts mehr im Wege.

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Nahtod

 

Wie ist das, wenn man dem Tod schon ins Auge geschaut hat? Das Leben noch einmal an einem vorbei zieht und man der Meinung ist, dass es zum Sterben zu früh sei. Gerade wenn man Kinder hat und das Gefühl, dass die Nachkommen einen noch brauchen, will man sich dem Tod kaum ergeben. Die Kinder sind somit wohl der stärkste Magnet im Diesseits, die einen hier halten können.

Warum wollte die Seele sich verabschieden? Was war der Knockout? Wir haben die Möglichkeit uns die Zeit vor der Nahtod-Erfahrung anzusehen und das weitere Leben besser zu machen.

Ich kenne viele Menschen, die ungern oder gar nicht über den Tod sprechen wollen. Für mich gehört der Tod zum Leben. Meiner Meinung nach lebt ein Mensch bewusster, der um die Erkenntnis von Leben und Tod weiß.

Das Leben ist schön in seiner bunten Vielfalt und wir dürfen es genießen! Und der Tod? Den stelle ich mir vor, wie in der alten Verfilmung „Der Brandner Kasper“ (von 1949)

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Rückzug

Momente der Stille

tragen die Melodie der Seele

und bringen ungewohnte Saiten zum Schwingen.

Rückzug in sich selbst

um zu hören, was die Seele will

um erfrischt den Realitäten zu trotzen.

©UWE

Zeit für Entspannung

(oder: Waterworld)

Trübes Wetter draußen

Müde und lustloses chillen drinnen.

Diesen Kreislauf wollen wir durchbrechen

und packen für einen Thermenbesuch.

Steigerung beim Aufwärmen bis rauf zu 95 Grad

und eiskaltes Abduschen bringen

den Organismus zum Schwingen.

Ruhen im Solestollen und

schwimmen im Solewasser

befreien die Atemwege.

Zeit für sich selbst

Zeit für einander

Zeit im Wasser

Entspannung für Körper, Geist und Seele!

©UMW