Die Vergessenen

Ja, wer kennt das nicht. Sie stehen immer ganz hinten, werden vergessen und ihre Leistungen übersehen. Für diese Menschen ist es immer schwierig auf sich aufmerksam zu machen und zu beweisen, dass sie Großes leisten.

Wie oft machen sie unmögliches möglich? Retten Dinge und bringen Lösungen wo andere schon aufgegeben haben? Vielleicht ist es an manchen Stellen schwieriger, doch mit Geduld ist Vieles machbar.

Wenn solche Menschen in den hintersten Bereich verbannt werden, völlig abgeschottet, gibt das mitunter Anlass zu Überlegungen. Auf der einen Seite darf die Ruhe und Abgeschiedenheit genossen werden, andererseits dauert es bis ein „huhu“ gehört wird. Komisch wirkt es dann, wenn vergessen wurde, der Putzfirma mitzuteilen, dass ganz hinten noch ein Bereich zu reinigen ist oder der zuständige Sicherheitsdienst die Zutrittstüren für die Mitarbeiter ungeöffnet ließ.

Na? Wisst ihr von wem oder was ich schreibe? Es ist die Serviceabteilung der Firmen. Diese werden häufig stiefmütterlich behandelt. Auch schon bemerkt?

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Technik & „Sie“

Maria ist schon immer technisch interessiert. Sie hat eine gewisse Ahnung, wie etwas abläuft bzw. erkennt hier die Zusammenhänge. Was ihr Unverständnis bereitet fragt sie nach oder bedient sich der googeligen Suchmaschine. Es sei jedoch gesagt, dass sie sich scheut aus sicherheitstechnischen Gründen selbst schrauben zu wollen, da es ihr bisher keiner vernünftig gezeigt hatte. Da sitzt ihr dann doch immer die Angst im Nacken etwas falsch zu machen.

Bei ihrem Motorrad hatte sie die Batterie ausgebaut. Seit einiger Zeit wartet sie auf die Ersatzbatterie. Der DPD lässt sich dieses Mal Zeit und die Möglichkeit, den Versand umzuleiten geben sie ihr nicht. Anrufe und Mails von ihr und dem Versender waren im Nirwana verlaufen. Glücklicherweise eilt ja nichts. Bis zum Frühjahr ist es noch weit. Dennoch… Noch vor dem Wintereinbruch wollte sie das Motorrad in die Werkstatt zum Service bringen. Der TÜV ist überfällig. Die Temperaturen waren schon häufiger auch im Winter im zweistelligen Bereich. Vielleicht hat sie ja Glück und es klappt noch in den nächsten Tagen.

Zum Ende des Sommers hatte Maria schon einmal Probleme mit Ihrem Automobil. Der Keilriemen war gerissen. Wobei schlussendlich beide Keilriemen getauscht wurden. Und wenn das Fahrzeug schon bei einem Mechaniker war, wurde das Öl gleich gewechselt. Was die technische Pflege angeht, war Maria etwas nachlässig. Sie beschränkt sich dabei auf das Minimum und weiß auch nicht wirklich, was außer Öl wichtig ist. Nun fiel ihr aber auf, dass die Kühlflüssigkeit unter dem Minimum liegt. Sie konnte sich aber erinnern, dass noch genug im Behälter war als der Keilriemen riss. Wie dem auch ist, hier möchte sie nun schleunigst Abhilfe schaffen. Einen Motorschaden kann sie sich nicht leisten und will sie dem Auto auch nicht antun. Sicherheitshalber lässt sie das Fahrzeug vorerst in der Garage stehen.

In der Betriebsanleitung fand sie keine Aussage über die genaue Bezeichnung des Kühlmittels. Also recherchierte sie im Internet. Sie fand einige gute Hinweise. Anhand der Schlüsselnummern fand sie das richtige Kühlmittel und bestellte es. Nun hofft sie, dass sich das Einfüllen problemlos gestalten lässt. Für sie ist es spannend. Sobald sie es geschafft hat, weiß sie, dass sie wieder einmal stolz auf sich sein kann.

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Sonderfahrt

Hin und wieder passieren unvorhergesehene Dinge, die das Leben aufregend halten. Wer mag denn schon Langeweile?

Sonderfahrten hatte ich bisher nur wenige in meinem Leben. Das ist auch gut so, denn meist hängen Sonderfahrten mit Unfällen jeglicher Art zusammen. Nach einem Skiunfall hatte ich vor einigen Jahren das Vergnügen sowohl mit dem Akija als auch mit dem Schneemobil ins Tal gebracht zu werden. Das war aufregend – keine Frage. Allerdings stehe ich ungern im Mittelpunkt, was ich aber unweigerlich tat. Das Publikum ist einfach viel zu sensationsgeil.

Sonntag Vormittag unterwegs auf der A8 in Richtung Salzburg. Salzburg war nicht geplant, aber der Königssee. Schon lange war ich nicht mehr an diesem See. Dazu fällt mir meine Schul-Abschluss-Klasse ein. Obwohl… So ganz stimmt das nicht, denn auch danach war ich nochmals in dieser Gegend – zum Wandern. Es ist eine schöne Gegend dort und es gibt auch einige kleinere Spazierwege. Bei dem trüben Wetter hatten wir das als kleines Ausflugsziel geplant. Nur, wie heißt es so schön: Erstens kommt es so und zweitens anders als geplant. Das hat sich wieder einmal bewahrheitet.

Der Einfachheit halber hatte ich die Strecke ins Navi vom Mobiltelefon eingegeben. Da es in Prien selbst ein Netzproblem gibt, bin ich außerhalb kurz auf eine Parkmöglichkeit gefahren um die Einstellung vorzunehmen. Das hat glücklicherweise geklappt.

Mein altes Fahrzeug (Baujahr 2001) mag keine Feuchtigkeit und quietschte in der Vergangenheit immer. Normalerweise war das quietschen jedoch nur kurzzeitig. Nur an diesem Tag hat er sich nicht so schnell wie üblich beruhigt. Meist erfolgte das Quietschende innerhalb der ersten 500 Meter. An diesem Tag wartete ich vergeblich. Beim Ausfahren vom Parkplatz erneut dieses Störgeräusch. Dieses Mal erschien mir jedoch auch die Motorleistung reduziert. Irgendwie war mein Sporti heute doch etwas arg schwerfällig (Mir ging es ja auch nicht besser).

Nach einiger Zeit fiel mein Blick wieder auf das Display. Da leuchtete das Zeichen mit der Batterie auf. Oh weh, oh Schreck! Das ist nicht die Batterie wurde ich belehrt, das ist das Zeichen für eine Motorstörung. Der Aufforderung die nächste Raststätte anzufahren kam ich da gerne nach. Hier stellten wir das Fahrzeug ab und öffneten die Motorhaube. Es dampfte etwas. Das Kühlwasser kochte über. Meine bessere Hälfte ließ seinen geschulten Blick durch den Mororraum schweifen und fand genau das, was er schon angenommen hatte. Der Keilriemen war gerissen. Mist! Mist! Mist!

Da hieß es jetzt den Automobilclub anrufen und zusehen, dass die das Teil tauschten. Ich habe dem Telefonmensch sogar die Teilenummer mitgeteilt (die war auf dem kaputten Keilriemen aufgedruckt, also eine einfache Übung). Nach etwa einer Stunde kam ein Servicemensch, der den Schaden aufnahm. Nein, ein Ersatzteil hatte er nicht und sämtliche Leihfahrzeuge waren aus. So ein Bullshit! Dieser Servicemensch aus Traunstein fuhr wieder und meinte es würd jemand aus Rosenheim kommen, der uns heimfahren würde. Das dauerte dann nochmals 1,5 Stunden. Inzwischen verlief die Zeit mit  ein paar Kaffees, teueren Toilettengängen und einer Currywurst mit Pommes. Ein Mittagessen wäre uns in einer gemütlichen Dorfwirtschaft wesentlich lieber gewesen. Für den Tag war uns das nicht vergönnt.

Der Rosenheimer Service kam und wir luden gemeinsam das Auto auf dieses Abschleppfahrzeug auf. Es war ein netter älterer Herr mit dem ich durch den Sonntags-Ferienrückreise-Stau die nächsten zwei Stunden verbringen durfte. Erst fuhren wir über Prien, um meinen Freund im Medicalpark abzusetzen um uns dann wieder auf die übervolle Autobahn zu klemmen. Mir war, als wenn sich sämtliche Schleicher, Linksfahrer und sonstigen Sonntagsfahrer auf der Autobahn befunden hätten. Diese SONDERFAHRT brachte mich mit einem halben Tank voll Sprit wieder nach Hause. Mein Auto war für den Tag sparsam unterwegs und durfte Huckepack fahren. Glücklicherweise konnte ich mich recht gut mit dem Fahrer unterhalten.

Nach gut zwei Stunden Fahrt durch den Stau und angenehmen Gesprächen wurde das Fahrzeug vor meiner Garage heruntergelassen und auf dem Tiefgaragenplatz geparkt. Ich dankte dem freundlichen Heimbring-Service und wünschte ihm noch eine angenehme Rückfahrt nach Rosenheim.

Das Ersatzteil werde ich so schnell wie möglich besorgen, damit mein Liebster es einbauen kann, sobald er Zeit dafür findet. Und: Künftig werde ich doch dem Hinweis auf einen etwaigen Fehler schneller nachkommen 😉

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