Funny

B2Run in München und ich mitten drin. Aufgrund meines andauernden disharmonischen Körpers durch Laufnase (etwas muss ja laufen) und Reizhusten hatte ich lediglich als Fan teilgenommen. Es wird halt Zeit, dass ich Salzwasser atmen darf 😀

In einer Meute von zehn Fahrradfahrern bin ich als Teil von den Läufern und Fans mit dem Fahrrad, innerhalb einer guten halben Stunde, vom Büro zum Olympiastadion geradelt. Die anderen Firmenteilnehmer erreichten das Stadion mit den Öffentlichen oder dem eigenen Fahrzeug.

Oberhalb des Zieleinlaufes hatte unsere Firma ihren Bereich mit einer Flagge abgesteckt. Läufer und Fans wurden mit Wasser und Isogetränken versorgt. Eine der Läuferinnen übergab uns TIMEX-Glocken zum Anfeuern. Diese Glocken hatte sie bereits beim Iron-Man verwendet. Diese Dinger sind so laut, dass sie meilenweit hörbar sind. Unterhaltung ist da natürlich nur noch bedingt möglich. Wir haben uns dementsprechend zeitweise angeschrien 🙂

Für die richtige Stimmung versorgten wir uns an einem Getränkestand mit Weinschorle und Bier. Nein, nein…. Alles im Rahmen und ganz ohne Trunkenheit. Schließlich waren wir mit Kollegen. Da zeigen wir uns auch privat von der „guten“ Seite.

Nachdem die Läufer gestartet waren, warteten wir. Für 6 km rechnete ich mit den ersten Zieleinläufen nach 18 Minuten. Mit meiner Schätzung lag ich tatsächlich richtig. Unser erster männlicher Kollege lief nach etwa 20 oder 25 Minuten ein. Jedes Mal, wenn wir einen unserer Läufer oder Läuferinnen einlaufen sahen, bimmelten wir mit diesen Glocken und feuerten unsere Sportler an. Nach etwas weniger als einer Stunde waren die meisten unserer Teilnehmer im Ziel eingelaufen. Einen meiner Kollegen vermissten wir noch.

Nach Rückfrage bei den anderen hatte ihn keiner mehr gesehen. Dieser Kollege hatte das sowieso nur als Spaß gesehen und sich mit Stirn- und Schweißband in Neonpink ausgestattet. Wir schauten immer wieder zu den Zieleinläufern. Nichts. Dann hörte ich seine Stimme. Von den oberen Rängen. Ich drehte mich um. Da war er! Unser Showläufer… Ganz frisch sah er aus. Fragend sah ich ihn an und wollte wissen, ob er denn den Lauf ausgelassen hätte. Er verneinte. Ganze zwei Kilometer war er dabei. Doch an dieser Markierung sah er seine Frau und der Lauf war für ihn vergessen. Na ja, jeder versteht sportlich eben anders 😉

Es war eine angenehme Veranstaltung im Kreise der Kollegen.

©by UMW

…und weg isser

Begleitet hat er mich nun vier Jahre und ein halbes. Sportlich war er und zuverlässig. Alle zwei Jahre ward es immer eng. Für die TÜV-Plakette. Das war jedesmal ein bangen und fürchten von meiner Seite. Und doch hat er es mit etwas Aufwand und dem damit verbundenen Wechsel von Geldscheinen geschafft. Zuletzt im vergangenen August. Für dieses Jahr hatte ich mir vorgenommen den röhrenden Flitzer abzugeben. Wird er doch im Juni schon achtzehn.

imag1087Jetzt ist es passiert. Innerhalb von zwei Stunden wurde er von einem Interessenten inspiziert. Einiges „Böses“ hat der Mensch festgestellt. Der Preis wurde gedrückt. Verständlich… Dann war er verkauft.

Ich wünsche dem Käufer, dass er die rostigen Stellen beseitigen kann und somit noch viel Freude in den nächsten Jahren mit dem Auto haben kann. Und dem Auto wünsche ich ein artgerechtes Fahren und noch ein langes Leben.

©by UMW

Schifoan…

Seit 1976 hat sich Wolfgang Ambros damit in die Herzen der Schiliebhaber gesungen – und auch in meines. Zu meinem Bedauern schaffe ich es nur selten meine Ski jeden Freitag aufs Auto zu „montieren“ – und.. bei mir liegen die Schi auf dem Beifahrersitz. Hinzukommen noch andere Interessen und dann streikt auch manchmal das Wetter. Somit ist das nix mit jedem Freitag…

Doch vergangenen Freitag hab ich es geschafft und war übers Wochenende beim Schifahren im Zillertal. Hier sind die Abfahrten „flacher“, wie mir heute ein Einheimischer sagte. Die Gäste wollen so etwas und keine besonders großen Herausforderungen. Für mich sind die Abfahrten genau richtig, Blau sowieso und die Roten sind auch gut machbar.

Über Spontacts habe ich mich mit zwei Mädels zusammen getan. Ich organisierte eine Unterkunft, die ich über das Fremdenverkehrsamt vermittelt bekam. Es waren einfache Zimmer, sauber und ein reichliches Frühstück zu einem sehr guten Preis. Für die Schi gab es einen Raum mit einem beheizbaren Schuhtrockner für die Schistiefel und einen „Backofen“ zum Trocknen von Jacke, Handschuhe etc. Die alten Leutchen, beide sicher schon weit über siebzig, setzten sich mit an den Frühstückstisch und erzählten so einige Anekdoten. Er hatte damals beim Aufbau des Skigebietes in Hochzillertal mitgeholfen. Heute bekommen seine Gäste noch immer einen Nachlass auf die Skikarte.

Samstag und Sonntag hatten wir ein Traumwetter in diesem Paradies. Wir waren früh auf der Piste und das war wichtig. Durch die warmen Temperaturen wurde der Schnee nach dem Mittag zunehmend weicher und erschwerte das Schifahren bzw. strengte ungemein an. Beim Kurvenfahren wurden so manche Schneehaufen aufgehäuft. Das schuf eine Buckelpiste, die so manch einen zu Fall brachte. So manchesmal hörten und sahen wir die Bergrettung mit Hubschraubern, die jemanden von der Piste holen mussten. Dieser Schnee ist nicht ungefährlich.

Wir waren froh, als wir am Sonntag Nachmittag gesund und munter wieder in unsere Autos steigen durften. Die Eine hatte noch einen weiten Weg vor sich – nach Berlin und meine Beifahrerin und ich zwei Stunden über den Achensee zurück nach München. Bei dem wunderbaren Wetter konnten wir mit dem Cabrio offen durch eine zauberhafte Landschaft fahren.

Ein paar Eindrücke möchte ich euch vermitteln:

Ein paradiesiches Wochenende hat seinen Ausklang gefunden und ab morgen hat uns der Alltag wieder. In diesem Sinne wünsche ich euch morgen einen guten Start in eine angenehme Woche!

©by UMW

Fitness im Studio

Seit Dezember, also vor den guten Neujahrsvorsätzen, bin ich bereits wieder in einem Studio angemeldet. Nach zehn Jahren! Dazu durchgerungen habe ich mich, nachdem es durch die Witterung unmöglich ist, mit dem Fahrrad in die Arbeit zu fahren. Zudem kommt, dass es beim Verlassen des Hauses dunkel ist sowie auch beim nach Hause kommen. Erschwerend ist, dass ich bei Bewegungsmangel unausstehlich werde. Ja! Eine Selbsterkenntnis. Und so ekelig, wie ich mich da empfinde, möchte ich mich niemanden zumuten. Um hier durch meinen Rückzug in die Einsamkeit nicht komplett zu versinken und gegen diese Unausstehlichkeit vorzugehen, bin ich wieder am Trainieren. Im Studio. Ausdauertraining auf dem Laufband, vielleicht noch auf dem Spinning-Fahrrad. Zumba habe ich ebenfalls ausprobiert. Die Kurse sind jedoch so voll, dass es mir keinen Spaß macht. Wenn die Neujahrsvorsatz-Sportler wegfallen, soll es besser werden. Mal sehen…

Mit mir selbst geht es bereits aufwärts. Das Training gibt mir ein gutes Gefühl. Ich muss mir das vor Augen halten und mir bei Lustlosigkeit nur selbst kräftig in den Hintern treten 😀

©by UMW

Die rasante Tram

Aufgrund des Schlechtwetters bin ich heute mit den Öffis unterwegs. Warm genug wäre es heute gewesen, um Fahrrad zu fahren, aber mein Weg führt mich nach der Arbeit noch aus der Stadt raus, so dass ich mich gegen den Drahtesel entschied.

Am Ostbahnhof stieg ich für das letzte Stück in die Tram um. Die Anzeige wies  mich auf eine Wartezeit von drei Minuten hin. Das ist in Ordnung. Bis zu zehn Minuten musste ich hier schon warten, wenn ich in die Rücklichter eines Zuges schauen musste. Heute sah es für mich ganz gut aus. Während der Wartezeit las ich in der BuchApp meines Mobiltelefons bis ich das Rattern der Stahlräder auf den Schienen hörte. Ich blickte auf, wartete auf das Anhalten des Zuges und stieg beim letzten Einstieg in die fast leere Bahn ein. Um meine Ausstiegshaltestelle nicht zu verpassen setzte ich mich so, dass mein Blick in Richtung Ausstieg war. Durch den hintersten Platz hatte ich sowieso einen Panoramablick in alle Richtungen und vor allem habe ich meist diesen Zugteil für mich. Heute setzte sich eine ältere Dame mir gegenüber. Wir lächelten uns zur Begrüßung zu und ich vertiefte mich wieder in mein Buch.

Links von mir hörte ich das Gelächter und Reden zweier Männer. Beide in etwa Mitte Vierzig, einer davon genauso breit wie groß. Also ein richtiges Vierschrot-Kaliber. Die beiden Männer hatten viel Spaß an ihren Erzählungen über ihnen bekannte Personen. Männer tratschen ja nicht 😉

Die Türen der Bahn schlossen sich lautlos und die Tram fuhr an. Es ging mit einem Karacho um die erste Kurve, so dass ich erstaunt hochsah. Was war denn das??? Da flog ein Mann quer und lag auf dem Boden, der andere hing nur noch zur Hälfte auf seinem Sitz. Die Dame mir gegenüber hielt sich erschrocken an einer Strebe fest. Vorne war noch eine weibliche Person von ihrem Sitz gefallen.  Der Vierschrot-Mann rappelte sich wieder hoch und setzte sich lachend auf den Sitz neben seinem Freund. „Welch ein Glück, dass mein Airbag aufging“, lachte dieser und meinte damit seinen großen Bauch. Es wurde gelacht, aber auch geschimpft. Zumal es auch um die nächste Kurve recht rasant ging.

An der nächsten Haltestelle kam der Fahrer nach hinten. Seine Frage war, ob sie Tee (also Alkohol intus hätten), was verneint wurde. Der Vierschröter sagte zu dem Fahrer, dass sie diese Aussage wohl schnell vergessen sollten…

Werkwürdig, dass der Fahrer sich nicht nach dem Befinden fragte, sondern nach Alkoholgenuss. Seinen Fahrstil stellte er nicht in Frage, denn schließlich wird ja alles elektronisch geregelt.

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©by UMW

Ringelsöckchen und Rastalocken

Die Ferienzeit war vorbei und Timo stand müde an der U-Bahn-Haltestelle, die ihn zur Uni bringen sollte. Mit halb geschlossenen Augen sah er zu Boden, während er, angelehnt an einen Pfeiler, versuchte aufrecht zu stehen. Am Tag davor war es doch nochmal etwas spät geworden. Mit der kleinen Quirligen hatte er sich recht gut unterhalten und darüber die Zeit vergessen. Wie hieß sie denn nochmal? Es wollte ihm schlichtweg nicht einfallen. Er wusste ja nicht einmal, ob er sie überhaupt wiedersah.

Wichtig war jetzt den Tag einigermaßen wach zu überstehen. Eine Dosis Kaffee hatte er schon intus, die nächste wollte er sich in der Cafeteria holen.

Er hing so seinen Gedanken nach. Der Wind der einfahrenden U-Bahn und das Rattern weckte ihn aus seinem Sekundenschlaf. Schlurfend stieg er in die U-Bahn und setzte sich auf den nächsten freien Platz. Lautstark unterhielten sich jüngere Schüler. Dieser Lärm machte ihn fast wahnsinnig.

An der nächsten Station drückten noch ein paar mehr Menschen in die Bahn. „Hey, rutsch doch mal! Zwei Plätze brauchst du halbe Portion sicher nicht“, hörte er eine weibliche Stimme zu ihm sagen. Im nächsten Moment gab sie ihm schon einen Rempler und drückte ihn in Richtung Fenster. Grimmig linste er rüber. Das Erste, was er sah, waren Ringelsöckchen in Blau-Grün. Am anderen Fuß waren sie Grün-Gelb. Da musste sogar er in seiner schlechten Laune lächeln. Von den Füßen sah er hoch und blickte in ein Gesicht mit vollen Lippen und strahlend blauen Augen. Umrahmt wurde das zarte Gesicht von Rastalocken. Und sie lächelte.

Ah, hallo Toni. Das bist ja du!“ sagte sie zu ihm.

Ich bin Timo“, antwortete er. „Ich hab gerade an dich gedacht und dein Name fällt mir nicht mehr ein.“

Fröhlich sagte sie: „Ist schon gut. Ich bin Tari.“

Tari wirkte völlig frisch und ausgeruht. Mit ihrer angenehmen Art verbannte sie die schlechte Stimmung bei Timo. Seine Müdigkeit war ebenfalls mit verflogen. Die junge Frau hatte ihm schon am Abend davor sehr gefallen. Auch bei ihr schien es so. Sie knüpften direkt an dem Gespräch vom Vorabend an und diskutierten mit Eifer über die eierlegende Wollmilchsau.

Glücklicherweise mussten beide in unterschiedliche Vorlesungssäle. Ansonsten wären sie sicherlich aus dem Raum verbannt worden. Es ist schon aufregend, was ein paar Ringelsöckchen bewirken können 🙂

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Die rasende Lola

…oder der Unsinn von Roten Ampeln 🙂

Der Spätsommermorgen dämmerte und trotz der heruntergekühlten 15 Grad war es sehr angenehm. Frau Lola reckte ihre Nase in die Luft um den Morgengeruch tief zu inhalieren. Vergnügt lief sie zu ihrem Fahrrad, schnallte ihre Tasche fest und fuhr los. Gemächlich erst einmal. Sie rollte auf eine Kreuzung zu. Die Ampel leuchtete in Rot. Die Kreuzung ist frei. Die Radlerin radelt fix über diese Kreuzung und fragt sich wieder einmal, warum um diese Zeit die Ampeln von so abgelegenen Kreuzungen überhaupt schon in Betrieb waren.

Wie jeden Morgen fuhr sie auch heute wieder an der Großbaustelle vorbei und wurde von den Blicken und Lachen der Bauarbeiter begrüßt. Sie fuhr lächelnd vorbei und freute sich über die Freundlichkeit der Männer. Schon kam die nächste Kreuzung in ihr Blickfeld. Eine große Kreuzung, an der sie meist anhielt. Eine sechsspurige Straße ist schon sehr breit. Die Ampelschaltung hier ist zwar etwas ungünstig, denn normale – vor allem ältere Passanten – schafften es nie auf einmal die komplette Straße fußläufig zu überqueren. Klar, mit dem Fahrrad ist das kein Problem. Lola hatte es hier sogar ganz gut abgepasst. Sie erreichte die Kreuzung bei Grünlicht und fuhr im flotten Tempo über die Straße.

Inzwischen hatte die Frau ihre Betriebstemperatur erreicht und fuhr in ihrer zügigen Geschwindigkeit. Es ging im flotten Tempo durch einen Park und auf der anderen Seite der Grünanlage erneut über eine beampelte Kreuzung. Nach einer berauschenden Bergabfahrt hatte sie die Isar erreicht. Auf dieser Strecke lieferte sie sich immer Rennen mit den anderen Radlern. Gegen die, mit dem Radleroutfit und / oder E-Bikes, kam sie nicht an. Da hatte sie selten eine Chance, außer vielleicht an der Ampel, die sie im genau richtigen Moment der Grünphase erreichte und die wartenden Strampler überholen konnte. Nach zweidrittel des Weges kam sie nun endlich an die unsinnigsten Ampeln überhaupt an. Selten war um die frühe Morgenstunde ein anderes Fahrzeug zu sehen. Die Ampelschaltung ist extrem lang auf Rotphase, so dass hier selten irgend ein Zweirad-Fahrer anhält. Die Kreuzung ist sehr übersichtlich und in alle Straßen gut einsehbar. Gerade in diesem Viertel empfand Lola die Ampeln als absolut überflüssig. Auch die nächste und übernächste Ampel wurde von ihr als „Grün“ angesehen und überfahren.

Nach gut 45 Minuten hat die rasende Radlerin ihr Ziel erreicht. Voller Elan betritt sie das Firmengebäude.

©by UMW