Alle Jahre etwas Neues

Um nicht einzurosten versuche ich jedes Jahr etwas Neues auszuprobieren oder etwas Neues zu beginnen. In den vergangenen vier Jahren war das vorwiegend im sportlichen Bereich mit Wellenreiten, Segeln, SUP paddeln, Tauchen und für das geistige Fortkommen die spanische Sprache. Nicht alles kann ich wirklich weiter nutzen. Wellen finden sich eher selten oder eher gar nicht an den bayrischen Seen und was die Sprache anbelangt… Die ist wieder „hinten runtergefallen“, da andere Dinge mehr Wichtigkeit erhalten haben.

Dieses Jahr steht durch die Zeit ohne Arbeit vor allem unter dem Aspekt der Weiterbildung. So kann ich inzwischen Abrechnungen in DATEV erstellen. An SAP verzweifle ich. Da fehlt mir von den Dozenten Struktur. Es wird nur im Programm herumgesprungen und die Online-Teilnehmer sitzen die meiste Zeit mit Fragezeichen herum. Es ist mehr ein Auswendiglernen als praktische Erfahrung. Für mich ist klar, ich will dieses System zukünftig nicht verwenden.

Zum Ausgleich braucht es etwas Sportliches. Deshalb habe ich mich für etwas Ganzkörperliches entschieden. Ich nehme an einem FMA Survival Training teil. Hier lerne ich vorwiegend Selbstverteidigung. Dazu gehört Abwehrtechnik und das richtige Fallen. Selbstverständlich wird auch das Einsetzen von richtiger Schlagtechnik gelernt. Vor allem erfolgt hier das Training mit und ohne Waffen. Gestern war meine zweite Doppelstunde. Es hat wieder richtig Spaß gemacht. Ich liebe es, wenn der Schweiß rinnt und ich spüre, dass ich etwas gemacht habe. Heute spüre ich fast jeden Muskel und ich scheine gestern „falsch“ gefallen zu sein. Meine Schulter meckert. Aber EGAL – Spaß hat es gemacht. Genau das ist mir am wichtigsten. Gefordert werden beide Gehirnhälften und das ist wichtig. Wer weiß, was die Zukunft so bringt.

Ich wäre nicht ich, wenn es nur bei dem Einen bliebe. Deshalb habe ich mir ein Akkordeon besorgt, gebraucht versteht sich. Hierzu braucht es auch zwei Gehirnhälften. Die Klaviatur möchte bedient werden und der Bass natürlich ebenfalls. Gleichzeitig ziehen oder drücken. Ganz schön schwierig. Tägliche Übungen sollten hoffentlich bald Erfolge zeigen. Einen Versuch ist es Wert, denn es ist ein schönes und vielseitig einsetzbares Instrument.

Meine Empfehlung: Probiert immer wieder Neues. Dadurch ergeben sich viele Entwicklungsmöglichkeiten und es hält den Geist fit.

  ©by UMW

Eisig am Wörthsee

Sehr sehr kalt war es heute morgen, als ich mich zum Treffpunkt aufmachte. Eine Freundin wollte mich unterwegs aufpicken. Allerdings musste ich dazu erst einmal zwanzig Minuten mit der Trambahn fahren.

Strahlendblauer Himmel und knapp zehn Grad unter Null. Das war schon knackig. Während meiner Wartezeit lief ich umher, um mich warm zu halten. Glücklicherweise dauerte es nicht so lange bis sie mich einsammelte. An unserem Parkplatz angekommen, standen außer unserem Auto nur eine Handvoll Autos auf dem Platz. Der Rundweg um den See war mit knapp 12 Kilometern ausgeschildert. Wir schafften den Weg in etwa zwei Stunden. 

So viel frische Luft sorgt auf jeden Fall für eine Verjüngungskur. Die Haut ist gut durchblutet und sieht angenehm frisch aus. Viel Vitamin D ist auch garantiert. Bewegung ist die beste Vorsorge gegen jegliche Viren. Also Leute: Husch! Husch! Raus in die Natur und stärkt euer Immunsystem 🙂

©by UMW

Racer

Heute Morgen gab es wieder einmal eine lustige Situation.

Ein Mann auf einem Rennrad neben mir. Sportlich bekleidet mit Klickies an den Füßen, Radlshort, Trikot und Helm mit leuchtenden LEDs.

Ich selber auf einem MTB mit Gepäckträger, meine Tasche mit einem Expander befestigt. Unterwegs war ich bürotauglich mit Rock, Shirt und Sandalen. Die Haare zusammen gebunden in einem wilden Knoten. Ihr seht… Absolut unterschiedlich im sportlichen Erscheinungsbild.

Den Weg fahre ich täglich. Dadurch sind mir die Ampelschaltungen sehr bekannt und ich starte dadurch meist kurz vor der Grünphase. Dabei beobachte ich die Schaltung für die Trambahnen und auch den Verkehrsfluss. Eben alles im Blick. So auch an dieser Ampel wieder. Natürlich wurde ich kurz darauf erneut überholt. Welcher Mann lässt sich schon von einer Frau abhängen. Dazu noch von einer, die augenscheinlich zwanzig Jahre älter ist?! An der nächsten Ampel war ich wieder neben ihm. Grinsend natürlich. Das kann ich nämlich recht gut!

Dasselbe Spiel am nächsten und übernächsten Verkehrslicht. Jedes Mal wurde ich mit aggressiven Geklingel überholt. Weit kam der Typ nur nie. Eine Fahrradlänge war ich meist hinter ihm.

Kurz vor meiner Arbeitsstätte fuhr er dann geradeaus. Ich bog links ab. Welch ein lustiger Morgen. Ein bisschen Wettstreit schadet nicht um den Puls zu beschleunigen. Für mich war es ein tierischer Spaß 😀

©by UMW

Funny

B2Run in München und ich mitten drin. Aufgrund meines andauernden disharmonischen Körpers durch Laufnase (etwas muss ja laufen) und Reizhusten hatte ich lediglich als Fan teilgenommen. Es wird halt Zeit, dass ich Salzwasser atmen darf 😀

In einer Meute von zehn Fahrradfahrern bin ich als Teil von den Läufern und Fans mit dem Fahrrad, innerhalb einer guten halben Stunde, vom Büro zum Olympiastadion geradelt. Die anderen Firmenteilnehmer erreichten das Stadion mit den Öffentlichen oder dem eigenen Fahrzeug.

Oberhalb des Zieleinlaufes hatte unsere Firma ihren Bereich mit einer Flagge abgesteckt. Läufer und Fans wurden mit Wasser und Isogetränken versorgt. Eine der Läuferinnen übergab uns TIMEX-Glocken zum Anfeuern. Diese Glocken hatte sie bereits beim Iron-Man verwendet. Diese Dinger sind so laut, dass sie meilenweit hörbar sind. Unterhaltung ist da natürlich nur noch bedingt möglich. Wir haben uns dementsprechend zeitweise angeschrien 🙂

Für die richtige Stimmung versorgten wir uns an einem Getränkestand mit Weinschorle und Bier. Nein, nein…. Alles im Rahmen und ganz ohne Trunkenheit. Schließlich waren wir mit Kollegen. Da zeigen wir uns auch privat von der „guten“ Seite.

Nachdem die Läufer gestartet waren, warteten wir. Für 6 km rechnete ich mit den ersten Zieleinläufen nach 18 Minuten. Mit meiner Schätzung lag ich tatsächlich richtig. Unser erster männlicher Kollege lief nach etwa 20 oder 25 Minuten ein. Jedes Mal, wenn wir einen unserer Läufer oder Läuferinnen einlaufen sahen, bimmelten wir mit diesen Glocken und feuerten unsere Sportler an. Nach etwas weniger als einer Stunde waren die meisten unserer Teilnehmer im Ziel eingelaufen. Einen meiner Kollegen vermissten wir noch.

Nach Rückfrage bei den anderen hatte ihn keiner mehr gesehen. Dieser Kollege hatte das sowieso nur als Spaß gesehen und sich mit Stirn- und Schweißband in Neonpink ausgestattet. Wir schauten immer wieder zu den Zieleinläufern. Nichts. Dann hörte ich seine Stimme. Von den oberen Rängen. Ich drehte mich um. Da war er! Unser Showläufer… Ganz frisch sah er aus. Fragend sah ich ihn an und wollte wissen, ob er denn den Lauf ausgelassen hätte. Er verneinte. Ganze zwei Kilometer war er dabei. Doch an dieser Markierung sah er seine Frau und der Lauf war für ihn vergessen. Na ja, jeder versteht sportlich eben anders 😉

Es war eine angenehme Veranstaltung im Kreise der Kollegen.

©by UMW

Weggeputzt

Vielleicht habe ich es hier schon einmal erwähnt. In meinem Domizil wohne ich nun seit 27 Jahre. Die Wohnung könnte Geschichten erzählen, die nur ich in meinem Kopf bewahre. Mein Kapitel hier wird Ende September abgeschlossen. Die Geschichte in diesen Räumen.

Bis ich die Türe nach mir schließen kann, sind noch einige Schönheitsreparaturen zu erledigen. Viele Freunde und Bekannte meinten zwar, dass ich Besenrein abgeben könnte. Dem ist jedoch nicht so. Meinen Vertrag habe ich beim Mieterverein prüfen lassen und es hat alles seine Richtigkeit. Was ich genau machen muss, wurde mir in einem Schreiben von der Hausverwaltung nach der Vorabnahme mitgeteilt. Sämtliche Löcher müssen geschlossen werden – und davon gibt’s in meiner Wohnung mehr als genug. Außerdem müssen alle Wände weiß sein. Bei meiner letzten Streichaktion hatte ich sowieso schon die farbigen Wände überstrichen. Nur die Küche hat noch eine grüne Schräge, die übertüncht werden muss und meine Abstellkammer hatte bisher noch nie frische Farbe bekommen, da diese mein Dachkeller war. Dementsprechend unschön sind hier die Wände.

Das Regenwetter war mein Motivator um mit dem Aufhübschen der Wohnung zu beginnen. Da ich bis September hier wohnen bleibe und noch einiges zu verkaufen, verschenken und wegzuwerfen habe, zieht sich das alles in die Länge. So habe ich nun mit der Abstellkammer begonnen. Die Löcher in den Wänden hatte ich bereits am Abend davor zugespachtelt.

Der Samstag begann sportlich. Meinen Weg zum Carsharing-Fahrzeug lief ich flott durch Nieselregen. Mein Weg führte mich zum nächsten Baumarkt. Eine gut deckende alpinweiße Farbe wanderte in den Einkaufswagen. Schließlich liebe ich die Alpen und Schnee. Da kann mich nur diese Farbe überzeugen. Einen Farbroller gab es gratis dazu. Hinzu kamen ein Malerteppich, ein Flachpinsel und ein kleiner Farbroller für die Ecken. Nachdem alles Material von mir in die 5. Etage geschleppt worden und das Fahrzeug im richtigen Bereich geparkt war, konnte es losgehen.

Den Boden legte ich mit Malerteppich und Zeitungspapier aus. Erst einmal wusste ich gar nicht, wo ich beginnen sollte. Die Kammer ist eine einzige Schräge und irgendwie verwinkelt. Ganz nebenbei bemerkt, mag ich weißeln überhaupt nicht. Es bleibt mir nur nichts anderes übrig. Also begann ich hockend in der kleinsten Ecke und arbeitete mich nach oben vor. Nach oben in den Bereich, in dem ich endlich stehen konnte und sogar noch den Tritt brauchte, um die Ecken in ein sauberes weiß verwandeln zu können.

Rechtzeitig zum Nachmittagskaffee war ich fertig. Der Raum strahlt mich weiß an. Meine Haare hatten ebenso Farbe abbekommen wie meine Kleidung und die Arme. Die Unterarme fühlten sich stark strapaziert an. Das gibt einen Muskelkater! Den Muskelkater fühlte ich ebenso im Rücken und komischerweise in der Taille. Mit welchen Verrenkungen war ich denn am Werk?

Glücklich bin ich nun, dass der Anfang gemacht ist. Jetzt warten nur noch Flur, Küche und ein Zimmer auf ein schönes Weiß.

©by UMW

Ein Tag im Paradies

Sommer. Endlich Sommer! Die Sonne leuchtet als glühender Ball und lässt das Meer glitzern. Maria sitzt auf ihrer Terrasse und beobachtet die Wellen, die an der nahen Küste auslaufen. Es ist alles sehr gemächlich. Wunderbar ruhig und entspannt.

Lola kommt mit einem Tablett und zwei Drinks auf die Terrasse. Ein Glas reicht sie Maria. Fragend sieht diese das bunte Getränk an. „Was ist da drin?“ „Probier es doch“, lächelte Lola.

Vorsichtig zieht Maria am Stohhalm. Nur nicht zu viel. Wer weiß, was da mit reingemixt worden ist, überlegt sie. Nach dem vorsichtigen Schluck zieht sie noch einmal kräftig am Strohhalm. „Wow! Das ist ja richtig lecker!“ rief sie erfreut auf. „Also Lola, raus damit. Was hast du gemixt?“

Himbeeren, Melone, Zitrone und Orange. Und Leitungswasser,“ grinste die Angesprochene. „Lecker, gell?“ „Ja, das ist ein richtiger Powersmoothie. Genau richtig bei diesem Wetter.“ Mit Genugtuung lässt sich Lola auf die gepolsterte Liege fallen und schaut ebenfalls aufs Meer.

Faul räkelt sich Maria und meint: „Irgendwie fad nur so rumzuhängen. Komm, lass uns eine Runde surfen. Da bauen sich gerade schöne Wellen auf.“ Schon springt sie auf, zieht das Bikinihöschen an die richtige Stelle und schnappt sich ihr Board.

Oh Mann, bist du ungemütlich Maria!“ Schimpft die Freundin. Sie steht trotzdem auf und folgt Maria mit ihrem Board. Sie muss ganz schön laufen um Maria aufzuholen. „Hey, was hast du es denn so eilig? Warte auf mich!“ jammert sie.

Maria bleibt stehen und dreht sich grinsend um. „Kennst mich doch. Es ist mein Element. Da gibt es dann kein halten mehr für mich.“

Zum Aklimatisieren bleiben beide erst einmal im Wasser stehen, tauchen kurz unter und beobachten den Lauf der Wellen.

Nach einer Weile legt Maria sich auf ihr Board und paddelt kraftvoll auf das offene Meer. Lola folgt ihr mit gleicher Intensität. Die erste Welle kommt ihnen entgegen. Beide tauchen unten durch und kommen prustend wieder an die Oberfläche. „Herrlich!“ schnaufen die Frauen genussvoll auf. Noch ein kleines Stück wird auf das offene Meer hinaus gepaddelt.

Dann setzen sie sich auf ihr Brett. Beobachten die Wellen. Da, ganz weit draußen sehen sie eine schöne Welle herankommen. Sie nicken sich zu. Warten. Noch ein Weilchen. Beide liegen inzwischen angespannt auf ihrem Board. Noch einmal ein Blick nach hinten. Da ist sie. Jetzt! Schnell! Kurz mit der Welle gepaddelt. Den richtigen Schub abgewartet. Rauf aufs Board. Kurz ausbalancieren. Auf der Welle in Richtung Strand reiten. Sich diesem Gefühl vollkommen ergeben. Genießend mit der Welle einssein. Fast gleichzeitig kommen die Frauen im Flachwasser an. Glücklich nach diesem genialen Ritt.

Noch mehrmals schwimmen sie den Wellen entgegen. Reiten auf der einen oder anderen Welle. Aber so kraftvoll wie die erste Welle war keine mehr. Der Tag neigt sich dem Ende zu. Die Sonne steht tief. Maria und Lola sind erschöpft von ihrer sportlichen Aktivität. Zufrieden gehen beide zurück. Zeit für ein Steak und eine große Schüssel Salat. Das haben sie sich nach dem anstrengenden Tag verdient.

Mit einem Glas Moijto beobachten sie den Sonnenuntergang. Wieder findet ein wunderschöner Tag im Paradies sein Ende.

©by UMW

Der olympische Geist

Folgende Botschaft habe ich heute per Mail von Petra Schübert (Starline-Seminare) erhalten und diese hat mich zum Nachdenken gebracht…

das Geheimnis des Lebens ist GEBEN: Als zwei 5000 Meter Läuferinnen stürzen, scheint ihr olympischer Traum im Vorlauf beendet. Nikki Hamblin war während des Laufs zu Fall gekommen. DÀgostino war daraufhin über sie gestolpert und ebenfalls gestürzt. Während Hamblin sich noch orientierte, spürte sie bereits die Hand von DÀgostino auf ihrer Schulter, die zu ihr sagte:“Komm hoch, komm hoch. Wir müssen ins Ziel laufen. Das sind die Olympischen Spiele, wir müssen das zu Ende bringen“. Hamblin stand auf, DÀgostino hatte sich bei dem Sturz selbst am Knie verletzt und kam erst einmal nicht auf die Beine. Hamblin drehte sich um und wartete, um zu sehen, ob sie ihr helfen kann. Beide erreichten mit deutlichen Rückstand als Vorletzte und Letzte das Ziel. „Ich bin DÀgostino so dankbar dafür, dass sie mir geholfen hat“, sagte Hamblin nach dem Rennen: „Sie hat den olympischen Geist bewiesen. Ich bin davon so beeindruckt und inspiriert“. Beide, die sich vorher noch nie begegnet waren haben für einen besonderen Moment bei den olympischen Spielen gesorgt und werden sicherlich eine ganz besondere Verbindung ihr Leben lang haben. 

Für mich ist DAS sportliches Verhalten! In unserer Gesellschaft lässt es immer mehr zu wünschen übrig. Viele Menschen sind nur auf sich bedacht, sehen nichts mehr außer das, was ihnen in ihrem Scheuklappen-Denken vorgegaukelt wird. Es wird Zeit aufzuwachen und sich wieder an diese Disziplin zu erinnern.

Ich bin überzeugt, dass in einem Miteinander mehr erreicht werden kann.

In diesem Sinne einen wunderbaren Dienstag!

©UMW