Der Stundenklau

Es war wieder einer dieser Samstage im Jahr, an denen die Sonne regierte und einem zu Akitivitäten „zwang“.

Nach einem sonnigen Tag, den Mara mit einem Spaziergang an der frischen Luft und im nahen Park verbrachte, war sie so gut gelaunt, dass sie den Abend gemeinsam mit Freunden verbringen wollte. Sie telefonierte und kurzfristig war sie zum Mädelsabend mit Tanz verabredet. Mit engen Jeans, Bluse und ihren Lieblingsstiefeletten verließ sie die Wohnung. Beschwingt lieft sie zur U-Bahn. Mit einem offenen Blick und einem Lächeln sah sie sich in der Bahn um. Andere Fahrgäste lächelten zurück und so manch einer sprach sie an. In kurzen Gesprächen wurde sich vorwiegend über das Wetter unterhalten. Nach einer halben Stunde war sie am Ziel angekommen, verabschiedete sich von dem einen oder anderen Mitfahrer und stieg fröhlich aus dem Waggon.

Im Laufschritt lief sie die Rolltreppe nach oben. Am verabredeten Platz sah sie ihre Freundinnen bereits warten. Sie war wieder einmal, mit ihren fünf Minuten Verspätung, die letzte. Zur Begrüßung drückten und küssten sich die Frauen. Nachdem sie sich schon lange nicht mehr gesehen hatten, war schon bald ein lustiges Geschnatter zu vernehmen. Sie gingen in die Tanzbar, suchten sich einen Platz zwischen Bar und Tanzfläche und bestellten sich erst einmal einen Aperol-Sprizz zum Ankommen. Als die offizielle Party losging und der DJ tanzbare Musik auflegte, waren die Frauen nicht mehr zu halten. Ungezwungen tanzten sie den ganzen Abend und hatten viel Spaß. Die Zeit verging wie im Flug. Ein Blick zur Uhr zeigte ihnen, dass es bereits eine Stunde nach Mitternacht war. Bis sie sich zum Gehen aufgerafft hatten, war noch einmal eine halbe Stunde vergangen. Aber dann eilte es, denn Keine wollte eine Stunde auf die nächste Bahn warten. Nach den obligatorischen Abschiedsküsschen ging jede zu Ihrem Bahnsteig.

Claudia kam mit Mara in die selbe U-Bahn, musste dann aber nach einigen Stationen in eine andere Bahn umsteigen. So war dieses Stück für Mara doch noch recht kurzweilig. Zu dieser Uhrzeit war die U-Bahn bis auf zwei Mitfahrer leer. Schon nach kurzer Zeit war Mara an ihrem Zielbahnhof angekommen und ging innerhalb zehn Minuten nach Hause.

Mara betrat die Wohnung, legte Mantel und Schuhe ab und war einen Blick auf die Uhr. „Ach, doch schon gleich 2 Uhr!“ dachte sie und ging schnurrstracks ins Badezimmer. Sie machte sich für die Nacht fertig, nahm das Mobiltelefon und hing es an die Stromversorgung. Dabei fiel ihr Blick nochmals auf die Uhrzeit. Es war 3 Uhr! Innerhalb von zehn Minuten! Wer hat diese Stunde geklaut?

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Big great Family-Christmas

Alle Jahre wieder…

Mir geht es heute einmal um Firmen-Weihnachtsfeiern. In den vergangenen Jahren durfte ich einige dieser Feiern mitmachen. Wie geht es euch da, wenn ihr an diese „Feierlichkeiten“ denkt? Immer nur sitzen und essen? Mehr ist es doch meist nicht.

Eine ausgefallene Weihnachtsfeier von mir liegt inzwischen etwa vierzehn Jahre zurück.  Wir waren knapp über zehn Mitarbeiter. Abgeholt wurden wir Mittags von Großraumtaxis, die uns zu einem Barkeeper Lehrgang brachten. Wir durften selbst mixen – nach Anleitung – und erhielten danach ein Zertifikat. Beschwipst wie wir waren, haben wir uns an der nächsten Station beim Beach Volleyball  ausgetobt. Der Abschluss dieses Events fand in einem urigen Lokal mit Essen statt. Es hatte richtig Spaß gemacht, weil ja doch Verschiedenes geboten war. Für eine kleine Gruppe genau richtig.

Nach dieser langen Zeit durfte ich eine Weihnachtsparty erleben, die so schnell nicht zu toppen ist. Wir hatten ein Event-Lokal für uns, also die Firma – für knapp 240 Mitarbeiter. Früher war das ein „richtiges“ Lokal und hier fanden einmal im Monat tolle Brunches und Ü30-Parties statt. Inzwischen wird es nur noch für Feierlichkeiten vermietet. Es ist eine wunderschönes Gebäude mit einer hohen Decke und einer Galerie.

Zur Ankunft wurden wir im Garten mit Glühwein empfangen. Der Hit dieses Jahr ein Apfel-Holunderpunsch mit Gin. Selbstverständlich wurde auch alkoholfreies angeboten. An Feuertonnen konnten wir uns warmhalten. Die Stimmung war durch die Beleuchtung sehr weihnachtlich und mit den Kollegen sind wir schnell ins Gespräch gekommen.

Um Erkältungen vorzubeugen wurden wir nach einer Weile ins Lokal gebeten. Jeder Mitarbeiter erhielt sein Namensschild, damit wir auch noch fremde Kollegen mit Namen ansprechen konnten. Ich wurde gleich gerügt, weil meine Haare mein Schildchen verdeckten. Mein Spruch darauf: „Das fördert die Kommunikation. Ihr dürft mich gerne ansprechen.“ Der Lacher war auf meiner Seite und das Eis gebrochen.

Ein breites Buffetangebot stellte sämtliche Hungergelüste zufrieden. Es ging sehr gesittet zu und die Wartezeiten hielten sich in Grenzen.

Zwischen Hauptgericht und Dessert kam mein – unser Auftritt, also des 17köpfigen Chors. Wir sangen vier Lieder, begleitet von Gitarre, Schlagzeug und einem Klavier. Es kam richtig gut an und wir erhielten viele Komplimente. Die Wünsche nach Zugabe konnten wir nicht erfüllen, denn unser Repertoire beinhaltete nur die vier Lieder.

Nach dem Dessert wurde die Tanzfläche eröffnet. Erst einmal von der Minderheit – uns Frauen. Wir machen vielleicht 20 % der Belegschaft aus. Es gesellten sich jedoch schnell die männlichen Kollegen dazu. Ich habe noch NIE so viele Männer auf der Tanzfläche gesehen. Vor allem nie so viele, die den ganzen Abend mit- und durch getanzt haben. Bei Hardrock Liedern wurde ich gehead bangt und alle wurden wieder in die Jugend zurück versetzt.

Da wir eine sehr internationale Belegschaft sind gab es dann einen Querschnitt aus verschiedenen Nationen, zu denen alle mitmachten. Mein Herz jubelte, als endlich Salsa und Merengue gespielt wurde. Mein kubanischer Kollege wirbelte mit mir herum, so dass auch ich in den Genuss kam. Er scheint mich sowieso recht gern zu mögen. Mein Namensschildchen hat er sich so aufgeklebt damit er mich an seinem Herzen hat 😀 Die Jungs sind einfach nur süß… Einer der anderen Südamerikaner war begeistert, dass ich nicht nur die spanische Sprache lerne sondern auch noch Salsa tanze.

An dem Abend habe ich getanzt bis zum Umfallen. Wir hatten so viel Spaß! Miteinander herum geblödelt, gesungen und geredet. Es ist schön, wenn eine Firma ihren Mitarbeitern Wertschätzung entgegen bringt, durch gemeinsames Feiern eine Verbindung schafft und so das Gefühl einer großen Familie vermittelt.

Die Nacht war schon fast vorüber als ich zu Hause ankam. Meine Füße schmerzten auch noch am Tag danach. Ein tolles Gefühl!

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Tanz der Wellen (Wellenreiten)

Den Lauf der Wellen kannst du nicht aufhalten.

Du kannst aber lernen darauf zu surfen (von unbekannt)

Dieses Motto habe ich nun seit einer Weile auf WhatsApp und es erinnert mich daran, dass das Leben unaufhaltsam verläuft.

Mit jeder Welle haben wir eine Aufgabe zu bewältigen. Es gibt die kleinen unauffälligen, die sanft und leicht am Strand auslaufen, die wir ohne Schwierigkeiten überwinden. Jede Schwierigkeit verschafft uns eine größere Welle, eine Herausforderung. Diese Herausforderungen sind wichtig, um daran zu wachsen. Es sind Dinge, die uns als Menschen formen und Stärke geben. Ohne diese würden wir uns wahrscheinlich langweilen. Genau das macht unser Leben bunt.

Es gibt aber auch diese Wellen, die uns durchschüttelten wie ein Nussschalenboot auf dem Ozean. Klippen haben wir umfahren und sind nass bis auf die Haut geworden, konnten uns in dieser schwierigen Zeit irgendwie behaupten. Wir tauchten ab bis in die tiefsten Täler und wenn wir von unserer Lebensfreude und von Freunden begleitet wurden, hatten wir die Möglichkeit durch diese Stürme zu gleiten um wieder in ruhigere Gewässer zu kommen.

Am heftigsten sind jedoch die Wellenbrecher. Das sind die Wellen, die mit voller Wucht Fahrt aufnehmen, um uns gegen Hindernisse zu werfen und uns auf den Boden drücken ohne dass wir Luft holen können. Es sind die Momente, in denen uns die Luft schier weg bleibt. Wie oft verlieren wir hier die Geduld mit uns, den Glauben an unsere Herzenssache, den Lebensmut? Wenn uns diese Todeswellen nicht zerreissen, dürfen wir uns fragen, ob wir nicht doch ein göttliches Wesen sind. Wir erstarken daran, müssen aber dennoch aufpassen nicht zu verhärten.

Wer den Wellen ausweicht, wird unweigerlich überrollt werden. Je größer die Wellen sind, umso mehr Übung braucht es darauf zu tanzen. Lasst es uns im Kleinen beginnen und dabei immer das Ziel vor Augen halten. Let’s dance 🙂

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Black & Blond

In meiner Jugend gab es Disco-Nachmittage für die U18, also die Teenies zwischen 15 und 18 Jahren. Diese Veranstaltung wurde in meiner Geburtsstadt im Pfarrsaal abgehalten. Ja, tatsächlich. Und da ließen es sich die Pfarreien auch nicht nehmen gegenseitig zu konkurrieren. Diese Parties fanden vielleicht einmal im Quartal statt. Häufiger glaube ich kaum. Dafür waren sie dann auch sehr begehrt und gut besucht.

Wir waren jedes Mal  um die zehn Teenager, die sich zum Abrocken getroffen hatte. Abrocken im wahrsten Sinne des Wortes. Dieses Bild habe ich immer wieder vor Augen:

Meine Freundin Lydia mit langen schwarz gelockten Haaren und ich mit langen blonden Haaren. Wir beide im Kreis unserer Freunde headbangend und auf dem Boden rockend. Die Haare miteinander vermischt.

So ein ruhiger und zurückhaltender, vor allem schüchterner Mensch ich war, auf diesen Parties konnte ich loslassen. Es war dunkel… Und ich eins mit dem Wummern des Basses, der Musik.

Uns kannte man wegen dem Black & Blond. Wir waren bekannt wie bunte Hunde, zumindest da 🙂

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Wonna dance…

In Gedanken bei vergangenen Tagen

möchte ich gerade jetzt ein Tänzchen wagen.

Das Gefühl mit der Musik zu schweben

erfasst mich und gibt mir mehr Leben.

Du führst mich übers Parkett

während ich mich an dich lehne.

Eins sein mit dir

Eins sein mit der Musik

Ein Körper in wiegender Bewegung.

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Dance me…

Eine Legende hat sich verabschiedet. Und ich bin Leonhard Cohen für dieses Lied so dankbar. Es ist mein Lied. Ich bin eins mit diesem Lied. Da stecken für mich so viele Emotionen und es macht mich glücklich.

Dieses Video empfinde ich für dieses Lied besonders:

Poseidon und seine Nixe

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aus Wikipedia „Poseidon“

Es begab sich, dass Poseidon seinen Palast verließ, um sich wieder einmal in seinem Reich umzusehen. Sein Weib war ihm schon seit Wochen zuwider, so dass er deren Gekeife einfach nicht mehr ertrug. Kinder hatte sie ihm genug geboren und die Lust auf die sexuellen Freuden waren ihr inzwischen ein Gräuel. So packte der Meergott seinen Dreizack und fuhr wild um sich schlagend durch die Meere. Die Wellen schlugen furchterregend über ihm zusammen und bäumten sich immer höher auf. Schiffe, die gerade auf dem Meer unterwegs waren, konnten sich auf den schäumenden Wellen nur schwer halten, so dass doch einige zu Bruch gingen und als Strandgut wieder an Land gespült wurden.

Nach gut zehn Tagen des herum Wütens beruhigte sich Poseidon wieder und ging an einem sonnigen Tag an den Strand einer kleinen wild zerklüfteten Insel an Land. Nachdenklich setzte er sich im Schatten des Gesteins nieder und sah weit auf das Meer hinaus. Dabei war er erschöpft eingeschlafen.

Drei Tagen tiefen Schlafs waren Poseidon vergönnt bis ihn zarte Klänge erweckten, die an seinem Ohr vorbei streichelten. Er streckte sich und erhob seinen sportlichen Körper zu seiner vollen Größe. Poseidon blickte in die Richtung, aus der die Musik kam und sah eine Gestalt, die sich zu der Melodie sehr graziös bewegte. Es schien als sei dieses Geschöpf eins mit der Musik.

nixe
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Die junge Frau war im Wasser, ihr Oberkörper von einer Flut blonder Locken umgeben. Poseidon war entzückt und ging auf die Frau zu. Als er kurz hinter ihr zu stehen kam, drehte sich die Frau um und sah ihn aus himmelblauen Augen lächelnd an. Überwältigt von ihrer Schönheit bekam Poseidon erst einmal kein Wort heraus. Ihr Lächeln wurde breiter und zeigte zwei Reihen perlenweißer Zähne. „Hat es dir die Stimme verschlagen, Hübscher?“ fragte sie ihn. „So etwas Schönes wie du ist mir bisher noch nicht begegnet. Ich bin wohl noch etwas überwältigt,“ antwortete er mit seinem dröhnenden Bass darauf und küsste sie leidenschaftlich. Mit einem „Komm“ umfing er sie und zog sie mit sich in die Tiefen des Meeres. Dort bauten sie sich einen gemeinsamen Palast und blieben bis zum Ende ihrer Tage.

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