Rock the road…

So oder so ähnlich ging es Maria.

In der Nacht hatte es nochmals ordentlich geregnet, doch die Sonne konnte sich am Morgen durchsetzen. Angenehmes Wetter – zumindest von den Temperaturen. Leicht bewölkt war es. Dies machte den Himmel nur interessanter.

Es war der Tag, an dem Maria ihre Garage leer räumen wollte. Ab Montag war von der Hausverwaltung eine Generalrenovierung für die Tiefgarage angesagt. Insofern musste alles raus. Auto, Winterreifen, Motorrad, Fahrrad – alles, was sich auf zwei Garagenplätzen verteilte.

Da es dumm gewesen wäre, das Motorrad nur hoch zu stellen, wollte Maria zumindest bis zur Tankstelle fahren. Wenigstens die Luft prüfen und dann vielleicht kurz um den Block, damit sich auch die Batterie freuen konnte.

Nach ihrem Morgen-Cappuccino schlüpfte Maria in Motorrad-Jeans, Wollsocken, Bikerstiefel und sie schnappte sich ihre Lederjacke für Heldinnen. Geld war in die Tasche gepackt und auch das Mobiltelefon fand einen Platz.

Bevor sie ihren Helm aufsetzte wurde das Motorrad erst einmal gestartet. Ohne Probleme sprang sie an und schnurrte vor sich hin. Das Fahrzeug wurde aus der Garage geschoben und das Gitter wieder verschlossen. Als erstes ging es planmäßig zur Tankstelle. Dieses Luftgerät funktionierte nicht. „Bin ich zu blöd dazu?“ fragte sich die Frau, doch irgend wie ging es nicht. Sie schaute sich um. Vielleicht konnte ihr ja jemand helfen. Es gab keine Person, die sie gerne angesprochen hätte. Aber da… Zwei Männer mit einem Hänger hatten dieses mobile Luftfüllgerät. Die sprach sie an, scherzten kurz und kamen ins Gespräch. Der Ältere hatte Interesse an einer GS. Maria sagte ihm, dass sie eine GS hätte und diese auch verkaufen wolle. Er kam mit zum Motorrad und sah es sich an. Nickte… „Neue Kette? Ja, ich sehe es…“ „Wo ist sie inseriert?“wollte er noch wissen. Maria sagte es ihm und er wollte es sich zu Hause ansehen. Aber wahrscheinlich ist ihm die Motorisierung sowieso zu wenig mit 50 PS. Die meisten Männer wollen mehr PS zum Aufdrehen und schneller vorwärts kommen. Ein Versuch war es Wert und warum soll es nicht einfach so durch ein Miteinanderreden zum Verkauf kommen?

Nachdem der Luftdruck in Ordnung war fuhr Maria vom Platz. An der Ampel bog sie links ab. Fuhr ein Stück, bog rechts ab und entschied sich Richtung Innsbruck zu fahren. Sie könnte ja zum Achensee fahren. Ganz ohne Navi war das sicher eine Herausforderung. Vor allem, da sie spätestens um 16 Uhr zurück sein musste. Der Freund ihrer Tochter wollte ihre Winterreifen bei sich zwischenlagern. Bis dahin hatte sie fast 5 Stunden. Das sollte reichen.

So fuhr Maria über Tölz zum Sylvensteinspeicher, weiter zum Achensee und darüber hinaus bis sie über Serpentinen nach unten ankam und nicht wusste, wo sie abbiegen müsste um zurück nach München zu kommen. Die Auswahlmöglichkeiten mit Zillertal oder Autobahn nach München kamen beide heute nicht in Frage. So fuhr sie bis zum nächsten Kreisverkehr und von da aus wieder den Weg zurück.

Am Achensee bog sie dann links ab, Richtung Eng. Durch diese Mautstraße fuhr sie nach Wallgau. Eine wunderschöne Ecke mit einer tollen Aussicht auf Berge und den Fluss. Türkises Wasser strahlte sie an. Pause wollte sie keine machen, denn so viel Zeit blieb ihr nicht mehr bis sie zu Hause sein musste.

Nach der Mautstraße fuhr sie Richtung Kochel am See, passierte unterwegs den Walchen-, den Kochel- und auch noch den Starnberger See.

Punkt genau um 16 Uhr traf sie zu Hause ein.

Wie wir wieder einmal sehen, so ein Kurztrip kann sich ganz schnell ganz schön auswachsen 😉

©by UMW

Meine Helden

Der Tag begann bewölkt. Mit schweren dunklen Wolken. Bis zum frühen Nachmittag riss die Wolkendecke immer weiter auf. Es war angenehm warm. Das richtige Wetter für eine Motorradtour.

Wir waren gerade beim Stöbern im Baumarkt als uns die WhatsApp von Frido, mit der Frage nach „Lust auf Motorrad fahren“ erreichte. Das Wetter war prädestiniert für eine kleine Tour um den Starnberger See. Vielleicht sogar mit einem erfrischenden Sprung ins Wasser. Also vereinbarten wir eine Uhrzeit zu der wir uns treffen wollten. Wieder zu Hause packte ich ein Handtuch und Trinkwasser ein.

Kurz nach drei Uhr am Nachmittag ging es dann los. Erst einmal zum obligatorischen Luftcheck an die Tankstelle und dann war Abfahrt. Ich bin ein vorsichtiger und gemächlicher Fahrer im Vergleich zu den beiden männlichen Fahrern. Charlie und Frido sind beide von Haus aus zügiger unterwegs, deshalb war es für mich hart immer hinten dran zu bleiben. Bei dieser Fahrt versuchte ich etwas mehr den Anschluss zu halten. Somit mussten die Männer auch nicht zu lange auf mich warten. Ich konnte mich ein wenig besser anpassen, da mir die Strecke bekannt war. So verlief die Fahrt gut und machte auch mir richtig Spaß.

Weil es so gut lief, schlug ich vor ohne Stopp am See weiter zu fahren und auch noch den Ammersee zur Runde dazu zu nehmen. Charlie fand die Idee super und auch Frido nahm den Vorschlag an.

Wir waren gerade wieder einmal abgebogen, als es einen Schlag gab. Mein Motorrad – ja, wieder einmal das Meinige! – bremste herunter. Ich blieb zittrig stehen. Was war denn dieses Mal? Frido, der auf meiner Höhe war sah an meinem Motorrad herunter und stellte fest, dass die Kette herausgesprungen war. So ein Mist! Meine Lady war mein zügiges fahren wohl nicht gewöhnt, so dass sich die Kette gelängt hatte. Das Missgeschick passierte genau vor einer Sanitärfirma. Charlie ging ums Haus herum, um vielleicht Jemanden zu finden, der uns Werkzeug leihen könnte. Tatsächlich fand sich ein Retter. Und wir trafen es richtig gut – Glück im Unglück sozusagen. Es war ein Mitarbeiter von BMW, der gerade von einem Experience Motorrad-Training zurück kam und bereitwillig das Werkzeug und seine Arbeitskraft einsetzte. Meine Helden machten mein 16jähriges BMW-Kälbchen wieder flott, so dass ich weiter fahren konnte. Der fremde Held wollte auch nichts für seine Mühe. Bekanntlich trifft sich Mensch immer zweimal im Leben…

Bei uns ging die Fahrt weiter. Ich war anfangs noch etwas ängstlich unterwegs, da ich dasselbe Malheur nochmals befürchtete. Nach einer kurzen Eispause am Ammersee hatte ich mich beruhigt und legte das letzte Stück nach Hause erneut zügig zurück.

©UMW