Im Nirgendwo

Es sind dunkle Gedanken, die uns tiefer sinken lassen, immer tiefer. Keinerlei Gefühle, weder für uns selbst noch für andere Personen. Wo stecken wir? Auslöser kann so vieles sein.

Eine Freundin kämpfte damit über Jahre nach einem schweren Sportunfall mit mehreren Operationen. Die vielen Narkosen und das Koma hatten sie schachmatt gesetzt. Sie funktionierte nur noch, ging ihrer Arbeit nach. Keiner nahm ihre Not war oder half ihr. Sie war auf sich alleine gestellt. Lange Zeit ging das. Bis sich irgendwann Probleme einstellten, bei der ein Arzt dann eine Depression diagnostizierte. Viele Jahre schwamm sie in diesem Dunkelfeld. Erst durch einen BurnOut wurde das Umfeld darauf aufmerksam und nun wurde sie endlich durch das Umfeld wahr genommen.

Das schlimme ist, der Mensch verliert dadurch den Kontakt zu seinem sozialen Umfeld. Er sieht sich nur noch als Belastung und kann (aus Stolz) dargebotene Hände nur schwer annehmen und stößt gar liebende Menschen zurück.

Häufig reagiert aber auch das Umfeld falsch. Diesem Menschen wird häufig noch mehr zugemutet als er gerade (v)ertragen kann. Belastungen durch Familie, Beruf und der selbsterzeugte Druck. Der Mensch zerbricht oder tut Dinge, die er kurz danach schon wieder bedauert.

Dabei wäre es wichtig, dem Menschen die Ruhe zu gönnen, die er zur Heilung benötigt, ihn dahingehend zu unterstützen und zu schonen. Ja, es ist schwer! Vor allem wenn dieser Mensch sowieso immer alles alleine stemmt und selten unter normalen Umständen Hilfe annehmen kann.

Manchmal können wir jedoch im Verborgenen etwas tun. Irgendwann ist es spürbar und irgendwann werden die Gedanken und Gefühle wieder licht. In dem Moment sollten wir diese Person wieder annehmen, auffangen und wirklich für ihn da sein.

…und Liebe heilt auch, wenn sie gerade nicht angenommen werden kann 🙂

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Makaber…

Es war einer dieser Tage, an dem Claire mit dem Himmel um die Wette weinte. Mit tränennassem Gesicht fuhr sie auf ihrem Fahrrad dahin und nahm von ihrer Umgebung nur wenig wahr. Neben ihr fuhr ein großer LKW mit Anhänger. Sehr nah. Gefährlich nahe. Jeder Mensch hält hier extremen Sicherheitsabstand. Claire fuhr mit dem geringen Abstand weiter. Nur wenige Millimeter trennten Sie von dem Ungetüm, das sie ohne weiteres bei einem leichten Schaukeln ihrerseits vom Fahrrad reissen konnte. Wollte sie es nicht wahrhaben oder was war los mit ihr?

Die Frau fuhr ihren Weg weiter. Mit den Gedanken war sie bei all ihren Problematiken, die sie lösen wollte und musste. Sie war überfordert. Vieles wurde ihr zu viel. Die versproche Unterstützung war ihr gerade verwehrt. Das Leben ging weiter. Nur wie lange noch, wenn sie nicht aufpasste? Auf ihrem Weg parkte ein großes Fahrzeug. Ein Leichenwagen. Fast wäre sie mit ihrer sportlichen Geschwindigkeit hinein gefahren. Vollbremsung! Wie Makaber war das denn???

Aufwachen, Claire! Ihre Schutzengel waren glücklicherweise wieder mit ihr. Mit einem Mal hörte Claire in ihren Gedanken: „Nichts ist so, wie es aussieht!“ Genau diese Worte gaben ihr Trost und sie wusste, dass sich alles zum Guten fügen wird.

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