Tauchstation

Manchmal gibt es Zeiten,

in denen wird alles zu viel.

Krankheit und Stress schwimmen im Kiel,

verhindern das Gleiten.

Wichtig ist es herunter zu fahren,

zu verhindern was kaputt macht

wie vor vielen Jahren.

Bitte lebe – mit Bedacht!

©UMW

Nachteule

Wieder einmal liege ich wach. Der Nacken schmerzt und der Kopf pocht. An Schlaf ist erst einmal nicht zu denken. Ich sehe die Finsternis und höre die Stille. Meine Gedanken rasen. Neben mir ein leises schnarchen. Mit meiner Unruhe will ich seinen Schlaf nicht stören So stehe ich auf und gebe dem Wunsch nach Wasser nach, die Kehle ist sowieso ausgetrocknet. Der Kater schleicht maunzend um mich herum und holt sich bei dieser Gelegenheit seine Streicheleinheiten. Während ich schreibe liegt er schnurrend bei mir. Alte Kamellen geistern durch meine Gedanken. Die Woche war mental anstrengend. Kommende Woche wird es auch wieder. Zwischenzeitlich wird der Kater frech und schlägt mir seine Krallen in Wade und Zehen. Mein Gefährte kommt ebenfalls aus dem Schlafzimmer, hat mich gesucht und holt mich wieder ins Bett. Zeit noch ein wenig Schlaf zu bekommen…

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Unruhe

Sie ist da und treibt mich um.

In mir die Frage: Warum?

So viele Gedanken in meinem Kopf.

Soll ich diese befreien?

Es brodelt wie in einem Hexenkesseltopf,

drum lasse ich den Gedanken ihren Lauf.

Sie purzeln heraus und überschlagen sich hurtig,

stehen lustig zu Hauff und wirbelnd

wie ein Sturm zerschlagen sie alles.

Dann ist plötzlich Stille…

Befreite Gedanken vertreiben Unruhe.

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Stimmen

Wer spricht da?

Niemand zu sehn!

Es sind die Stimmen im Kopf.

Unruhe, Missgunst und Neid

plappern dahin und nehmen sich Raum.

Warum? Worum geht es?

Pack’s zusammen,

das dumme Gesocks und

bring sie zum Schweigen.

Tod den Stimmen im Kopf!

©UMW

Der Besuch

s6302604Es war stockdunkle Nacht als Chili mitten in der Nacht erwachte. Sie hatte das Gefühl, dass ein Licht brannte. In ihrem Zimmer. Vorsichtig öffnete sie ihre Augen. Tatsächlich, da flackerte ein Licht. Das Licht kam von einer Kerze in einer Laterne. Wer benutzte noch so eine altmodische Laterne? dachte sie noch, als sie eine uralte Frau zu ihren Füßen entdeckte. Man konnte die Alte nicht wirklich erkennen. Es war zu dunkel und sie hatte ein langes dunkles Kopftuch auf. Der Rock, den sie trug, war mit vielen bunten Flicken repariert worden und es sah nach mehreren Schichten aus. Das Weiblein hatte ein freundliches Gesicht und lächelte mit einem zahnlosen Mund. An ihrer Seite saß ein zotteliger grauhaariger Wolf. Seine Zunge hing ihm zwischen den gefährlichen Zähnen heraus.

Was war das? Chili blinzelte. Träumte sie? Sie zwickte sich selbst und schüttelte dann den Kopf. Das gab es doch nicht. Ein Wolf und eine alte Frau in ihrem Zimmer. Wo waren die denn her gekommen? Fragend sah sie die Alte an. Diese nickte nur und der Kopf schaukelte auf ihrem Hals hin und her. „Mach dir keine Gedanken, alles hat seine Richtigkeit.“ sagte sie.

In dem Moment wurde Chili bewusst, dass ihr die Alte laufend bunte Nägel in die Füße hämmerte. Spüren konnte sie es nicht, aber sie sah das farbige Metall aufblitzen. Die junge Frau zuckte zurück und sah ärgerlich auf. „Was soll das?“ fragte sie. „Lass Mädchen. Bleib ruhig,“ erwiderte die Alte. „Es ist wichtig für dich. Sie geben dir auf deinem Weg Beständigkeit und Durchhaltevermögen. Du wirst schon bald deiner Bestimmung folgen und dabei helfen sie dir.“ Damit war alles gesagt. Es wurde kein weiteres Wort gesprochen.

Irgendwann war Chili weg gedämmert. Ihr Unterbewusstsein bekam noch mit, wie der Wolf ihr über die Fußsohlen leckte bevor dieser mit der Alten wieder verschwand.

Am nächsten Tag sah sich Chili ihre Fußsohlen an, konnte jedoch keine sichtbare Veränderung feststellen. Hatte sie das nur geträumt? Missmutig schüttelte sie ihren Kopf. Musste sie langsam an ihrem Verstand zweifeln?

Nachdenklich fuhr sie ins Büro, erledigte ihre täglichen Aufgaben und versuchte nach der Arbeit noch etwas Entspannung im Wald zu finden. Aber heute kam sie nicht wirklich zur Ruhe.

Zur gewohnten Zeit ging sie erschöpft schlafen. Erneut wurde sie von Lichtergeflacker geweckt. Die Alte saß wie in der Nacht zuvor bei ihren Füßen und schlug weitere Nägel ein. Mit einem Kopfnicken grüßte sie freundlich, sprach aber nichts. Schon nach wenigen Minuten stand sie auf, der Wolf leckte über ihre Fußsohlen und beide verließen das Zimmer.

Das Ganze wiederholte sich an drei mal drei Tagen. In dieser Zeit gewann Chili ungeahnte Stärke, Willen und Wissen.  Sie spürte, dass etwas in ihr gärte. Nach drei mal sieben Tagen schien es abgeschlossen zu sein. Ihre Unruhe legte sich. Nun stellte sie sich die Frage: Für was sollte das von Nutzen gewesen sein?

So vergingen die Tage, Wochen und Monate. Und langsam vergaß Chili diese nächtlichen Besuche.

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VORFREUDE

Nervös der Magen

Appetitlosigkeit

Unruhe im Kopf

Gedanken abschweifend

Verlangsamend das Tun

Morgen, ja morgen

wird alles vergessen sein.

©UMW