Walking in the rain…

Die Sonne brannte den ganzen Tag heiß vom Himmel. Die Luft war drückend schwül, so dass die Menschen es vorzogen in ihren Häusern zu bleiben. Sämtliche Vierbeiner suchten sich einen Platz im Schatten, bevorzugt auf kühlenden Fliesen im Bad oder der Küche.

Am Abend wurde es etwas erträglicher, so dass sie mit dem Hund eine Runde spazieren gehen wollte. Vor allem, damit das Tier seine Notdurft verrichten konnte. Der Himmel war inzwischen Eisengrau. In der Ferne grollte der Donner. Sie ließ sich davon nicht beeindrucken.

Dem Hund wurde das Halsband angelegt. Eine Leine verband Mensch und Hund, da es in Richtung Wald gehen sollte.

Als sie das Haus verließen, fielen schon die ersten Tropfen. Es nieselte leise vor sich hin. Die Regentröpfchen fielen auf ihr Haar und die nackten Arme. Der Hund schüttelte sich. Für die Frau war es ein Genuss. Den Gedanken an einen Schirm verwarf sie sofort wieder. Es war warm und die Nässe tat ihr gut.

In der Ferne konnte sie schon einen blauen Streif am Himmel sehen. Die regenschweren Wolken regneten sich ab und zogen weiter.

Schon nach wenigen Minuten lachte wieder die Sonne vom Himmel. Der Geruch nach feuchter Erde zog in ihre Nase und da war noch ein Geruch. Es war der Duft nach reifem Hafer, der ihre Nase verwöhnte. Es war ein genussvoller Spaziergang.

©by UMW

Der Himmel so blau…

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Ja, es ist Frühling. Der April zeigte sich bisher von seiner schönsten Seite, als müsste er uns entschädigen. Entschädigen für den Virus, der Angst und Schrecken verbreitet. Entschädigen für die Panik, die von Politik und Medien verbreitet wird. Nein, das Thema lasse ich heute.

Ostern naht mit bunt bemalten Eiern, selbst gebackenen Lämmchen und Rüblitorte. Freude auf die warme Zeit und das Ende der Pandemie.

Ostern, besonders der heutige Karfreitag, steht unter anderem fürs „Kreuz tragen“. Unser Kreuz lässt sich vielleicht im Covid-19 finden. Wir müssen es tragen, ob wir wollen oder nicht. Es wurde uns aufgebürdet. Jedem einzelnen von uns. Wir dürfen weder Freunde besuchen noch reisen, sind eingeschränkt.

Jetzt habe ich schon wieder angefangen! Es lässt sich nicht ausschalten, begleitet es mich gerade überall, in allem was ich tue. Egal, wie sehr ich versuche es auszublenden.

Trotzdem oder wohl auch deshalb, freue ich mich derzeit darüber, dass ich ländlich wohne. Mit einem meiner Kinder Zeit verbringen und hier wohnen darf. Im nahen Wald lässt es sich in Ruhe und ohne Menschenansammlung, spazieren gehen. Mir geht es gut. Dieses Glück kann mir niemand nehmen.

Der Himmel ist blau, die Sonne wärmt die Haut und bringt die Sträucher zum Blühen. Die Farbenpracht vermittelt uns Leben und Freude. Sie macht uns bewusst, dass es weiter geht. Immer. Das Leben ist ein Kreislauf.

© by UMW

Waldbaden, ein neuer Trend

Habt ihr schon einmal davon gehört?

Für mich klingt das nach einem Naturfreibad. Mitten im Wald. Als Jugendliche war ich einmal in so einem Bad. Mit Wasser im Becken – das versteht sich von selbst. Baden heißt für mich schwimmen, plantschen, Wasser verspritzen.

Doch nun wurde ich eines besseren belehrt. Nicht nur einmal…

Mit Waldbaden verdienen findige Eventmanager heute tatsächlich Geld. Genau genommen gehen Sie hierzu mit Interessierten in den Wald und atmen die Waldluft tief ein.

Für mich hört sich das ziemlich schräg an. Ich bin gerne und oft im Wald zum Spazieren oder Laufen. Wer sich bewegt, atmet automatisch tiefer ein und kann sich so in der Natur erholen.

Mir kommt es immer mehr so vor, als wenn immer mehr Menschen abseits der Natur leben anstatt mittendrin. Da ist alles abgekapselt und separiert. Der Bezug fehlt zu allem, was Leben bedeutet. Finde nur ich das beängstigend?

©by UMW

Time to race

Sonne lockt mit

blauem Himmel

Drahtesel ruft

mit aufgeregtem Gewieher

lustvolles Gestrampel

durch Wald und Wiese

am Bach entlang

dem nächsten Biergarten entgegen

Zufriedenheit pur und

den Schlaf verdient

sinkst du abends

in Orpheus Arme

©Umw

Überwindung

Morgens das Wetter noch trüb

Kälte drückt uns tief ins Bett

Doch die Vögel locken mit ihrem Gesang

Die Lust auf Bewegung treibt uns

In unsere Sportkleidung

So folgen wir dem Ruf unserer Körper.

Der innere Schweinehund hat verloren

Gegenseitig ermunternd sind wir dem

Ruf nach draußen gefolgt

Finden uns im Wald wieder

Bei kühler Luft werden die Gedanken geklärt

Die Bewegung bringt den Kreislauf in Schwung

Mit Spaß zu zweit finden wir einen

Gemeinsamen Rhythmus

Sind dankbar für die Überwindung.

©UMW

 

Der Besuch

s6302604Es war stockdunkle Nacht als Chili mitten in der Nacht erwachte. Sie hatte das Gefühl, dass ein Licht brannte. In ihrem Zimmer. Vorsichtig öffnete sie ihre Augen. Tatsächlich, da flackerte ein Licht. Das Licht kam von einer Kerze in einer Laterne. Wer benutzte noch so eine altmodische Laterne? dachte sie noch, als sie eine uralte Frau zu ihren Füßen entdeckte. Man konnte die Alte nicht wirklich erkennen. Es war zu dunkel und sie hatte ein langes dunkles Kopftuch auf. Der Rock, den sie trug, war mit vielen bunten Flicken repariert worden und es sah nach mehreren Schichten aus. Das Weiblein hatte ein freundliches Gesicht und lächelte mit einem zahnlosen Mund. An ihrer Seite saß ein zotteliger grauhaariger Wolf. Seine Zunge hing ihm zwischen den gefährlichen Zähnen heraus.

Was war das? Chili blinzelte. Träumte sie? Sie zwickte sich selbst und schüttelte dann den Kopf. Das gab es doch nicht. Ein Wolf und eine alte Frau in ihrem Zimmer. Wo waren die denn her gekommen? Fragend sah sie die Alte an. Diese nickte nur und der Kopf schaukelte auf ihrem Hals hin und her. „Mach dir keine Gedanken, alles hat seine Richtigkeit.“ sagte sie.

In dem Moment wurde Chili bewusst, dass ihr die Alte laufend bunte Nägel in die Füße hämmerte. Spüren konnte sie es nicht, aber sie sah das farbige Metall aufblitzen. Die junge Frau zuckte zurück und sah ärgerlich auf. „Was soll das?“ fragte sie. „Lass Mädchen. Bleib ruhig,“ erwiderte die Alte. „Es ist wichtig für dich. Sie geben dir auf deinem Weg Beständigkeit und Durchhaltevermögen. Du wirst schon bald deiner Bestimmung folgen und dabei helfen sie dir.“ Damit war alles gesagt. Es wurde kein weiteres Wort gesprochen.

Irgendwann war Chili weg gedämmert. Ihr Unterbewusstsein bekam noch mit, wie der Wolf ihr über die Fußsohlen leckte bevor dieser mit der Alten wieder verschwand.

Am nächsten Tag sah sich Chili ihre Fußsohlen an, konnte jedoch keine sichtbare Veränderung feststellen. Hatte sie das nur geträumt? Missmutig schüttelte sie ihren Kopf. Musste sie langsam an ihrem Verstand zweifeln?

Nachdenklich fuhr sie ins Büro, erledigte ihre täglichen Aufgaben und versuchte nach der Arbeit noch etwas Entspannung im Wald zu finden. Aber heute kam sie nicht wirklich zur Ruhe.

Zur gewohnten Zeit ging sie erschöpft schlafen. Erneut wurde sie von Lichtergeflacker geweckt. Die Alte saß wie in der Nacht zuvor bei ihren Füßen und schlug weitere Nägel ein. Mit einem Kopfnicken grüßte sie freundlich, sprach aber nichts. Schon nach wenigen Minuten stand sie auf, der Wolf leckte über ihre Fußsohlen und beide verließen das Zimmer.

Das Ganze wiederholte sich an drei mal drei Tagen. In dieser Zeit gewann Chili ungeahnte Stärke, Willen und Wissen.  Sie spürte, dass etwas in ihr gärte. Nach drei mal sieben Tagen schien es abgeschlossen zu sein. Ihre Unruhe legte sich. Nun stellte sie sich die Frage: Für was sollte das von Nutzen gewesen sein?

So vergingen die Tage, Wochen und Monate. Und langsam vergaß Chili diese nächtlichen Besuche.

©UMW