Seewind

Getriebene Wolken

tief hängend über dem See.

An einem Baum,

beobachtend ich steh’.

Bunte Schirme am Himmel tanzen im Wind

Kitesurfer pflügen durchs Wasser geschwind.

Gekonnt gesprung’ne Loops in der Luft.

Der See versprüht einen besonderen Duft.

Regen peitscht in fröhliche Gesichter

während Kälte bis zu den Knochen kriecht.

Es wird immer dunkler, das letzte Licht erbricht,

vertrieben die letzten Sportler und ich

bleiben die stürmischen Elemente unter sich.

©UMW

 

Der Clochard

Fröhlich lief er seines Weges

schaute hier und schaute da,

grüßte die Fremden,

er war ein Clochard.

 

Die Sonne schien heiß

auf den lustigen Knaben

ein bisschen Wasser

tät’ ihn jetzt laben

und ein Stück Brot

für seinen Magen.

 

Suchend schaut er sich um,

wo er denn bitten könnte

um die kleinen Gaben.

Sah da ein Häuschen, gar

freundlich sah’s aus.

 

Hoffnungsvoll klingelnd

sah er der Tür entgegen.

Da trat eine Alte keifend heraus,

schwang ihren Besen und bissig

fegte sie ihn hinfort von ihrem Rasen.

 

Derweil gegenüber ein Mädchen stand

und sah wie der Verjagte am

Straßenrand verweilte.

Sie rief ihn und bat ihn zu sich,

lud ihn dann ein ihr Gast zu sein.

©UMW

 

Zeit für Entspannung

(oder: Waterworld)

Trübes Wetter draußen

Müde und lustloses chillen drinnen.

Diesen Kreislauf wollen wir durchbrechen

und packen für einen Thermenbesuch.

Steigerung beim Aufwärmen bis rauf zu 95 Grad

und eiskaltes Abduschen bringen

den Organismus zum Schwingen.

Ruhen im Solestollen und

schwimmen im Solewasser

befreien die Atemwege.

Zeit für sich selbst

Zeit für einander

Zeit im Wasser

Entspannung für Körper, Geist und Seele!

©UMW

Regen

Ich höre es an meinem Fenster klopfen.

Bin noch im Traum und frage mich,

wer da wohl Einlass möchte.

Da wird mir bewusst,

es sind die Regentropfen.

Leise flüsternd am Fenster zerplatzend

rinnen sie am Glas herunter.

Was wollten sie mir sagen?

Blicke aus staunenden Augen so

verflüchtigen sie sich

in Wasserrinnsalen und

geben mir keine Antwort

auf ungestellte Fragen.

©UMW

Bodysurf

Schaumweiß gekrönte Wellen locken mich,

ziehen mich an und ich will mich ergeben.

So stelle ich mich der Brandung und

lasse die Wellen auf mich zurollen,

spüre mich erbeben,

fühle mein Leben.

 

Beginne das Spiel mit den Wellen,

tauche ein in dieses Mein-Element.

Übergebe mich dem sanften Wiegen,

bin ich eins mit der Welle und selbst.

Salziges Wasser durchdringt mich

und wir sind untrennbar Eins.

 ©UMW

HERBST

Mit einem sonnigwarmen Wetter hat er

uns in Beschlag genommen.

Golden und rot glühten da die Blätter,

die nun taumelig auf die Erde segeln.

Inzwischen ist es trist und grau.

Der Nebel wabert an den Flussufern

und gibt den Blick kaum frei

auf Wasser oder Berg.

Der erste Schnee auf der Zugspitze

bringt eisige Kälte in die Stadt.

Wo ist der goldene Herbst geblieben?

Es ist Oktober und für den Winter zu früh.

Ich möchte durch dürre Blätter toben

und Gipfel erstürmen im Sonnenschein.

Du schöner bunter Herbst,

Du, lass dich erbarmen und sei.

©UMW

Barfuss

Barfuss durch Pfützen laufend

hinterlasse ich Fußabdrücke auf dem Teer.

Barfuss hinterlasse ich Spuren im Sand

bis das Meer sich den Strand zurück erobert.

 …und barfuss tanze ich am liebsten!

©UMW