Ängste, Komfortzonen und andere Hindernisse

Seit Tagen sorgen Gedanken für schlaflose Nächte. Mir ist schleierhaft, wie ich so neben der Spur den Weg in die Arbeit finde. Auf dem Fahrrad versteht sich.

In Gedanken räume ich meine Wohnung aus. Verkaufe, verschenke und überlege, was ich in meinem Leben tatsächlich brauche. Was für mich wichtig ist. Was das Minimum ist an dem, was Mensch (ich) tatsächlich braucht.

Zurzeit habe ich viel im Netz geschaut, mit welcher Arbeit ich mich weltweit über Wasser halten kann. Es gibt schon einiges, was machbar ist. Das eine oder andere kann ich tatsächlich. Texten… Oder etwas Prüfen und Gegenlesen. Zweimal habe ich mich schon beworben, die erste Absage hat sich in meinem Postkasten eingefunden. Und mein Mut… Der hat sich daraufhin in die hinterste Ecke verzogen. So schnell darf ich nicht aufgeben.

Es ist noch nichts ausgegoren. Alles unfreif. Mir fehlen Informationen. Vor allem: Traue ich mir das wirklich zu? Alles aufzugeben und ins Ungewisse zu starten.

Endlich habe ich eine Arbeit, in der ich mich wohl fühle. Zwar stagniert es dort mit Aufträgen und wohin hier die Reise geht, ist auch ungewiss. Die Firma ist trotz der Flaute im schwarzen Bereich. Schreibt Gewinne. Nur ich sehe da weiter. Wie lange kann das funktionieren?

Meine Kinder sind auch ein Thema. Finanzielle Unterstützung braucht hauptsächlich mein Mittlerer noch, so lange bis er mit dem Studium fertig ist. Das kann noch zwei Jahre dauern.

Trotz all dieser Widerstände habe ich das Gefühl, dass die Entscheidung schon getroffen ist. Ich traue mich nur nicht, sie zu sehen.

Erst brauche ich ein Gespräch. Etwas mehr Klarheit. Ich will mich in nichts hineinsteigern, was dann doch im Sande verlauft. Das hatte ich alles schon…

Kann ein Mensch mit Ü50, der in Sicherheit aufgewachsen – mit Absicherungen für viele Lebenslagen – alles von sich werfen?

©by UMW