Ein glücklicher Tag

Gähnend streckt sich Maria in ihrem Schlafsack und öffnet blinzelnd die Augen. Mit einem Blick durchs Fliegennetz kann sie schon erkennen, dass es ein wunderschöner Sonnentag ist. Sie krabbelt über Marius hinweg ins Freie. Vor ihrer kleinen Hütte atmet sie die frische Luft tief in ihre Lungen und beobachtet die weißen Schaumkrönchen, die träge an den Strand rollen. Welch ein schöner Tag!

Ein wolkenloser strahlend blauer Himmel. Reste vom Morgendunst verflüchtigen sich in der wärmer werdenden Sonne. Ein leichter Windhauch umstreicht Maria. Zeit, um auch ihren Körper auf den Tag vorzubereiten. Yoga. Mit Genuss widmet sich die Frau ihren Übungen. Der Körper wird mit verschiedenen Asanas gestreckt und gedehnt. Mit einem Namaste beendet sie ihre Session.

Ein kurzer Blick zur Hütte sagt ihr, dass Marius noch immer schläft. Sie läuft ans Wasser. Vorsichtig streckt sie die Zehen hinein, überlegt kurz und stürzt sich dann in das kühle Nass. Puh, das war frisch! Fröstelnd läuft sie zurück, holt sich ihr Handtuch und wickelt sich hinein. Glücklich schaut sie übers Wasser.

„Na Süße, schon fleißig gewesen?“ Marius setzt sich neben sie und zieht sie an sich. Nickend strahlt sie ihn an. „Ja. Herrlich war es.“

„Komm, lass uns frühstücken und dann mit den Boards ein wenig herumpaddeln.“ Nickend greift sie nach seiner Hand. Er zieht sie mit einem Ruck zu sich und küsst sie auf die Nasenspitze.

Während er Kaffee aufsetzt, stellt sie Wurst, Käse, Marmelade, Butter und Honig auf den Tisch. Flink schneidet sie Paprika, Tomate und Gurke. Mit wenigen Handgriffen arrangiert sie alles auf einem kleinen Teller. Zwischenzeitlich hat Marius ein paar Eier verrührt, gewürzt und in die erhitzte Pfanne gegeben. Hand in Hand wuseln sie in der Küche herum.  

„Setz dich,“ weist Marius sie an. „Kaffee und Eier sind fertig.“

„Fehlt noch etwas?“ frägt Maria und scannt den Frühstückstisch. Verneinend schüttelt sie den Kopf und lässt sich auf einen Stuhl plumpsen. Nach einem großen Schluck Kaffee nimmt sie eine Ladung Rührei auf ihre Gabel. „Mmmh“, stöhnt sie auf. „Die sind sowas von lecker. Danke fürs Brutzeln.“ „Für dich immer gerne“, lächelt er. „… und dir danke fürs Schnibbeln von dem leckeren Gemüse.“

Ein Blick zur Uhr zeigt den Beiden, dass es bereits 11 Uhr ist. „Raus jetzt mit uns, diesen Wahnsinnstag genießen.“ Sie stupst ihn an und drängt ihn nach draußen. „Sollen wir ein wenig paddeln gehen? Mit den SUPs?“ fragend schaut Marius zu Maria. Sie nickt. „Ja. Komm!“

Sie gehen um die Hütte herum und nehmen die Boards von der Halterung, schnappen sich die Paddel und laufen in den See. Die Boards platschen aufs Wasser. Knieend paddeln beide los. Nach wenigen Paddelschlägen stehen sie auf, balancieren kurz aus und paddeln ruhig am Ufer entlang. Einige Boote segeln bei leichter Brise an ihnen vorbei. Eine Crew winkt ihnen fröhlich zu. Maria hebt das Paddel zum Gruß und grinst. In dem Moment stößt Marius mit seinem Board an Marias. Sie verliert das Gleichgewicht, schaukelt kurz hin und her bevor sie lachend ins Wasser fällt.

Prustend taucht sie auf und zieht sich auf ihr Board. Schallendes Gelächter von Marius und den Bootsleuten erwartete sie. Maria stimmt mit ein. „Kurze Pause für mich,“ kichert sie und legt sich aufs Board. Die Sonne trocknet ihre Haut. „So im Liegen ist es ganz schön heiß. Lass uns zurück paddeln. Meine Flasche Wasser ist auch schon leer.“ Zustimmend wendet Marius sein Board. Die Sonne ist zwischenzeitlich vom Zenit nach Osten gewandert. Er schätzt die Zeit auf 15 Uhr, was ihm durch einen Blick auf die Uhr bestätigt wird. „Die Zeit vergeht ganz schön schnell!“ meint er. Sie nickt und stakt ihr Paddel ins Wasser. „Die Sonne schafft mich,“ murmelt sie. Sie kniet sich aufs Board um schneller vorwärts zu kommen. Nach einer guten Stunde erreichen sie ihre Hütte. Maria zieht ihr Board an den Strand, läuft ins Haus und leert eine Flasche Wasser. „Das habe ich jetzt gebraucht,“ stöhnt sie auf. Marius folgt ihr und macht es ihr nach. „Oh ja. Das war knapp jetzt. Wir haben die Zeit sauber unterschätzt! Glücklicherweise ging es nochmal gut.“ Beim nach draußen gehen bat er sie sich auszuruhen. „Ich räume schnell noch die Boards weg.“

Maria legt sich in die Hängematte und ist gleich eingeschlafen. Nach einer Stunde wacht sie erfrischt auf und beobachtet Marius, der gerade den Grill vorbereitet.

Mit Schwung verlässt sie ihren Ruheplatz und geht zu ihm hinüber. Dabei fällt ihr Blick auf das Segelboot, das nahe ihrer Hütte ankert. In dem Moment kommt das Dinghi um das Boot herum und steuert auf sie zu. Es sind die Leute von Nachmittag. Mit einem Hallo begrüßen sie sich. Die Bootsleute bringen eine Tasche voll mit Bier mit. Aus einer anderen Tasche holt eine der beiden Frauen noch Fleisch und Kartoffelsalat und stellt es auf den Tisch.

„Das ist ja cool!“ freut sich Maria. Die Crew stellt sich kurz vor, bevor sie sich auf den Sitzmöglichkeiten niederlassen.

Abwechselnd stellen sie sich an den Grill und legen die Leckereien auf. Mit Bier und Wein wird auf den Abend angestoßen.

Leuchtende Sterne verleihen dem Abend etwas Mystisches. Der Klang einer Gitarre und einer rauchig dunklen Stimme vermitteln Romantik pur in dieser lauen Nacht und lassen diesen wundervollen Tag ausklingen.

©by UMW  

Saronischer Golf / Ostküste Peleponnes und Kykladen (Teil 1)

Athen – Anávissos – Sounion – Kea – Andros – Kythnos – Páros – Athen (Griechenland)

Sicherlich seid ihr schon neugierig, was es Neues an Board gibt bzw. in den letzten Tagen gab. Der Einfachheit halber fasse ich diese Rundreise zusammen.

Am 15. Oktober starteten wir von Athen mit Freunden als zusätzliche, zeitlich begrenzte, Crewmitglieder. Ulrike und Robert waren in der vorangegangenen Nacht bei uns eingetroffen. Um die Mittagszeit machten wir die Muringleinen los und ließen den Hafen der Marina Zea hinter uns. Wir setzten die Segel, denn erst einmal sah es ganz gut aus mit dem Wind. Nur ärgerte uns dieser und flaute bereits nach einer Weile wieder ab. Wir schafften nur wenige Seemeilen und ankerten für diese Nacht in der Bucht bei Anávissos (Ormos Anavyssou).

Am nächsten Mittag, ja wir kamen nicht wirklich aus dem Quark…, lichteten wir wieder kurz vor Mittag den Anker. Eine morgendliche Schwimmeinheit und ein ausgiebiges Frühstück haben aber auch etwas für sich. Zudem sind wir nicht auf der Flucht 😉 Der Wind spielte wieder mit uns. Eine Segelyacht unter Motor ist nur halb so viel Spaß, deshalb kamen wir auch diesen Tag nicht besonders weit und hatten bereits am Nachmittag den Anker in Sounion geworfen. Mit dem Dingi ging es an Land, um zum Poseidontempel hoch zu laufen und zu besichtigen.

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Das Gelände ist sehr weitläufig und es gibt viele Mauerreste zu bestaunen. Dieses Bauwerk wurde 444 v. Christus erbaut. Es wird angenommen, dass Hephaistos (Athener Stadtbaumeister) diesen Tempel erbaut hat.

 

Unser nächstes Ziel, für den nächsten Tag, war Kea. Unter Segel warfen wir eine Angelleine aus. Wir wollten zumindest die Chance nutzen. Vor allem, wenn wir schon die ganze Angelausrüstung dabeihaben, will diese auch benutzt werden. Wir konnten unser Glück gar nicht fassen, als sich tatsächlich ein Ruck in der Leine bemerkbar machte.  IMG-20191018-WA0001.jpgEin Fisch hing daran. Schnell wurde die Leine aufgerollt. Der Fisch hatte eine gute Größe und es war eine Art Thunfisch, ein Bonito. Wir konnten es erst gar nicht wirklich glauben. Unsere Abendessenplanung wurde nochmals überdacht, denn nun konnten wir frischen Fisch auf den Tisch bringen.

Den Anker warfen wir in Agos Nikolaos.

Aufgrund von Windstille wurden am nächsten Tag 26 Seemeilen unter Motor nach Andros gefahren. Auch hier war uns unterwegs das Anglerglück wieder hold. Eine Goldmakrele schnappte nach unserem Köder.

IMG_20191018_134049863_HDRWelch unglaubliches Glück wir für unser Essen hatten!

Zwei Nächte ankerten wir vor Andros in Batsi. Mit dem Dingi fuhren wir an Land und stockten wieder unsere Lebensmittel auf. Batsi ist ein wirklich hübscher Ort, gerade in der Nachsaison. Wir hatten vor, mit dem Bus nach Gavrion rüber zu fahren. Das wurde nichts, denn der Bus fuhr nicht wie angeschrieben. So haben wir uns das Örtchen eben etwas näher angeschaut und ansonsten die Ruhe genossen.

Für den 20. Oktober war erträglicher Wind angesagt. Zumindest von der Vorhersage. Doch der Meltemi ließ grüßen. Wir segelten gut 6 Stunden mit rund 10 Knoten bis nach Kythnos. Wir ankerten in einer Bucht mit Sandbank auf der Seite Ormos Phykiada.

Der Schwell war in der Nacht gut spürbar. Der Anker hielt glücklicherweise gut.

Am nächsten Morgen war es der Meltemi, dass wir bereits um 9.30 Uhr den Anker lichteten. Wir setzten die Segel und fuhren über 4 Stunden mit durchschnittlich 10 Knoten. Der Realwind wurde zeitweise mit 25 Knoten angezeigt. Nach den 4 Stunden reduzierte sich die Geschwindigkeit auf 6 Knoten. Bei der geringeren Geschwindigkeit durfte ich das erste Mal ans Steuer. Nach Anfangsschwierigkeiten konnte ich dann doch den Kurs einigermaßen halten. Das ist schon ein tolles Gefühl. Die Souveränität von Jan werde ich hier so schnell nicht erreichen. Trotzdem, oder gerade deshalb, ist es ein schönes Ziel 🙂 Nach diesen anstrengenden 45 Seemeilen erreichten wir Paros. Mit dem Dingi ruderten wir nach Paros und flanierten noch ein wenig bevor wir, zurück an Board, uns in unsere Kojen verzogen.

Anker hoch hieß es am nächsten Morgen gegen 10 Uhr und Paros hinter uns lassen. Langsam fuhren wir an verschiedenen Buchten vorbei, bevor es wieder auf das offene Meer hinausging. Beim Segelsetzen gab es Schwierigkeiten. Die Dirk hatte sich verhängt und die Reffung wollte nicht wie sie sollte. Mit einigen Kletteraktionen von Jan und der tatkräftigen Unterstützung von Robert konnten die Widrigkeiten beseitigt werden. Mit 8 Knoten wurde Strecke gemacht. So ganz konnte der Kurs nicht gehalten werden, was dann jedoch rechtzeitig mi Kreuzen wieder ausgeglichen wurde. Als dann nichts mehr ging, waren wir bereits vor Athen und holten die Segel ein. Den Rest ging es unter Motor. In der Zea Marina bändigten wir am späten Nachmittag die Makamae wieder mit Murings.

Bis Samstag leisten mir Ulrike und Robert noch Gesellschaft, bis es für die beiden wieder in die Heimat zurück geht. Mit meiner Namensvetterin gab es immer Leckeres auf den Tisch. Diesen Standard werde ich so nur schwer halten können. Jan befindet sich seit heute Mittag auf dem Weg nach München. Einige Erledigungen hat er noch und wird ab Sonntag wieder an Board sein.

In der Zwischenzeit schaue ich mir Athen an und besorge Kleinigkeiten, von denen unterwegs aufgefallen ist, dass sie noch gut wären. Einen Waschsalon habe ich mir heute im Vorbeilaufen einmal angesehen. Den werde ich in den nächsten Tagen auch einmal aufsuchen.

Hinweis: Nachdem wir die Bilder immer so zusammenwürfeln, kann ich mitunter nicht mehr auseinanderhalten von wem sie nun sind. Das Video ist von Jan, ebenfalls das Ankern an der Sandbucht. Den Bonito hat m. E. Robert fotografiert und die Goldmakrele Ulrike. Vielen Dank auf jeden Fall allen für Ihr Zutun 🙂

©by UMW

Abschied

Schau nach vorne, nie zurück!

Vor dir, vor dir liegt das Glück.

Die Vergangenheit, die ist vorbei.

Was war, ist heute einerlei.

imag0173Setze neu deine Segel im Wind,

Segle mit vielen Knoten geschwind

Aus dem Sumpf, der zäh dich umgibt.

Es sind böse Menschen, die gierig sich die Lippen lecken.

Böse sind sie und manipulativ am Pläne hecken.

Lass sie ins Leere laufen!

In hohen Wellen werden sie Dank Neptun ersaufen!

 

 

Nimm das Steuer in deine eigene Hand,

Suche dir dein La-La-Land.

Es ist ganz nah und niemals fern,

Es ist in dir, drum hab dich selber gern.

©by UMW

Strandparty

Wieder einmal bin ich in der Ferne

Schwimme im azurblauen Meer

Bunte Bänder flattern am Speer

Erfrischend ihr Knattern in der Wärme

Drücke meine Füße in schneeweißen Sand

Stehe vor ihm, mit dem ich mich verband

 

Viele kommen zu diesem großen Feste

aus aller Welt ganz besondere Gäste

fröhlich kommen zu Hauf angefahren

in bunten Gewändern und hoch getürmten Haaren

Laut rufen die Trommeln und laden geschwind

weit getragen die Töne vom Wind

Hoch springend viele Delfine im schäumenden Wasser

mit einem Tusch wird auch die Sonne blasser

Fröhliches Geschnatter von großem Glück

Blicken auf das Kommende gerichtet, nie zurück

Stupsen mit ihren langen Nasen

Die Boote vorwärts mit aufgemalten Hasen

©UMW

Seewind

Getriebene Wolken

tief hängend über dem See.

An einem Baum,

beobachtend ich steh’.

Bunte Schirme am Himmel tanzen im Wind

Kitesurfer pflügen durchs Wasser geschwind.

Gekonnt gesprung’ne Loops in der Luft.

Der See versprüht einen besonderen Duft.

Regen peitscht in fröhliche Gesichter

während Kälte bis zu den Knochen kriecht.

Es wird immer dunkler, das letzte Licht erbricht,

vertrieben die letzten Sportler und ich

bleiben die stürmischen Elemente unter sich.

©UMW

 

Der Duft nach Freiheit

(… und Abenteuer)

 

Durch Knopfdruck den Rotax gestartet

ein tiefes Grollen erzittert das Gefährt.

Tiefe Vibrationen durchrollen mein Kälbchen

es hat sich seit vielen Jahren bewährt.

Los gerollt auf grauem Asphalt,

nehmen wir Fahrt auf,

werden ganz schnell.

Geraten freudig in Extase

beim Schwingen mit dem Kurvenlauf.

Ostwind weht um die Nase – frisch und kalt.

Gerne genießen wir bei einem Halt

die wärmenden Sonnenstrahlen an einer Häuserwand.

Eine Fahrt ins Blaue führte durch ein buntes Frühlingsland.

©UMW