Eisig am Wörthsee

Sehr sehr kalt war es heute morgen, als ich mich zum Treffpunkt aufmachte. Eine Freundin wollte mich unterwegs aufpicken. Allerdings musste ich dazu erst einmal zwanzig Minuten mit der Trambahn fahren.

Strahlendblauer Himmel und knapp zehn Grad unter Null. Das war schon knackig. Während meiner Wartezeit lief ich umher, um mich warm zu halten. Glücklicherweise dauerte es nicht so lange bis sie mich einsammelte. An unserem Parkplatz angekommen, standen außer unserem Auto nur eine Handvoll Autos auf dem Platz. Der Rundweg um den See war mit knapp 12 Kilometern ausgeschildert. Wir schafften den Weg in etwa zwei Stunden. 

So viel frische Luft sorgt auf jeden Fall für eine Verjüngungskur. Die Haut ist gut durchblutet und sieht angenehm frisch aus. Viel Vitamin D ist auch garantiert. Bewegung ist die beste Vorsorge gegen jegliche Viren. Also Leute: Husch! Husch! Raus in die Natur und stärkt euer Immunsystem 🙂

©by UMW

Reinheit

Etwas reineres und weißeres als frischgefallenen Schnee gibt es nirgends. Gerade zurzeit überzieht die Natur alles mit diesem pudrigem Weiß – zumindest hier im Süden von Deutschland. Leise rieselt dieses Etwas vom Himmel, bedeckt die Straßen und die nahen Berge. Die Luft ist klar und es friert in der Nase. Ja, ich mag das. Auch.

Gerne stapfe ich durch die winterliche Landschaft. Gestern wieder war ich mit Kamilla unterwegs. Gestartet mitten in der Stadt und dann Richtung Westen. Kaum lagen die Häuser hinter uns, schon kehrte Ruhe ein. Trotz der Minustemperaturen war es irgendwie warm. Wie immer trug ich mehrere wärmende und atmungsaktive Lagen. So konnte ich die oberen Schichten öffnen und kühle Luft heranlassen. Der Zipper war ja auch schnell wieder geschlossen.

Gerade jetzt sitze ich im warmen Zimmer und schaue nach draußen. Beobachte die tanzenden Flocken und erinnere mich an meine Kinderzeit: Wir waren meist im Rudel von zehn Kindern unterwegs. Entweder wurden Iglus gebaut oder Abwehrwalle für Schneeballschlachten. Am nahen Hang wurde gerodelt und versucht sich auf den Skiern gen Tal zu bewegen. Das war eine Gaudi.

Ich will jetzt keinen Vergleich zur derzeitigen Situation. Dennoch wäre es vielleicht an der Zeit das Kommando an die Kinder zu übergeben 😉

©by UMW

Ab in den Schnee

Wenn das kalte Weiß es schon nicht schafft zu mir in die Stadt zu kommen, dann muss halt ich mich bemühen. So war es dann heute. Zu zweit fuhren wir nach Schliersee, suchten einen Parkplatz und wanderten von dort aus los. Zur Alm, oberhalb des Sees auf etwas über 1000 Meter. Es ist nur ein einfacher Weg, so dass es einige Familien hier ebenfalls hoch getrieben hatte. Den 75minütigen Weg hatten wir in 45 Minuten geschafft. Das hat uns nicht wirklich ausgelastet, also ging es noch etwas weiter. Wir genossen die Wintersonne, einen warmen Tee und stiegen wieder ins Tal ab. Der Weg war heute rund 15 Kilometer, den wir in etwa 2,5 Stunden gewandert sind. 

Selbstverständlich habe ich euch ein paar Bilder mitgebracht 🙂

©by UMW

Winter Wonderland

Bei herrlichem Wetter ist eine Winterwanderung eine wundervolle Möglichkeit den Körper an der eiskalten Luft zu bewegen. Heute ging es von Tutzing zum Deixlfurter See und über die Ilkahöhe zum Starnberger See (Tutzing) zurück. Die Runde betrug etwas über 15 km bei ca. 1 Grad. Wie immer sprechen die Bilder für sich selbst.

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Dezember Blues

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Eisige Kälte um sie herum. Gleichmäßig bewegen sich ihre Beine und laufen den Weg, den das Hirn vorgibt. Sie spüren nichts mehr. Zu lange tragen sie den Körper schon vorwärts. Einem ungewissen Ziel entgegen. Atemwolken bilden sich vor dem Mund. Die Wangen sind von einer feinen Schicht gefrorener Kälte überzogen. Braune Augen blicken stumpf in die Leere. Die einstmals feine Wolle ihres Mantels ist dünn und zerschlissen. Ihre Schuhe haben schon lange die Sohlen verloren und aus den Socken ragen die Zehen. 

Sie hatte vergessen, warum sie unterwegs war. Inzwischen war sie müde. So müde. Keinen Schritt mehr konnte sie ihren Muskeln entlocken. Vorsichtig ließ sie ihren dürren Körper am Baumstamm herunterrutschen. Das wenige, was vom Mantel übrig war, zog sie eng um sich. Wenige Minuten noch starrte sie in die Ferne. Sah ein Flimmern, bevor die müden Augen zufielen. Ihre Zeit hatte ein Ende gefunden. Genauso, wie es den Bäume mit ihren dünnen Ästen jährlich ergeht.

Ihr persönlicher Frühling war geprägt gewesen von Geborgenheit, dem Entdecken einer kleinen Welt und vor allem einem freudvollen Spielen mit viel Lachen.

Der Sommer brachte ihr die Liebe, Freude und Lust. Sie gab sich dem mit all ihrer Leidenschaft hin.

Während sie in ihrem Herbst war, erfreute sie sich an den bunten Erinnerungen, die ihr das Leben geschenkt hatte und gab dies an all ihre Lieben weiter.

Der Winter erlahmte sie. Trotzdem empfing sie ihn mit offenen Armen. Ihre Bewegungen wurden langsam. Dennoch ging sie mit ihm, und durch ihn fand sie ihr Ende.

©by UMW

Überwintern in Kaş (Türkei)

Es wird Zeit sich einmal zu melden. Inzwischen wurde bereits von verschiedenen Seiten nachgefragt, ob alles in Ordnung sei und ob es bei uns „Neues“ gäbe.

Seit nun fast zwei Monaten sind wir hier in Kaş, im Südwesten der Türkei. Das Fischerdorf befindet sich auf dem ehemaligen Stadtgebiet des antiken Antiphellos. Die Ruinen sowie ein Theater können heute noch besichtigt werden.wp-15800445868797627114965874630953.jpg

 

 

 

Der lykische Weg führt direkt an Kaş vorbei. Im Stadthafen von diesem Örtchen überwintern wir.  Die Temperaturen liegen hier tagsüber meist im zweistelligen Bereich – um die 15 Grad (+/-). In der Nacht hingegen kann es auf etwas um die Null Grad abkühlen.

Die Einheimischen hier sind sehr freundlich, hilfsbereit und zuvorkommend. Bisher haben wir nur sehr nette Menschen kennengelernt, Freundschaften geschlossen. Darunter sind Segler aus vielen Ländern (Australien, Südafrika, Deutschland, England). Großteils liegen diese mit ihren Booten in der nahegelegenen Marina. Ein australisches Paar und wir sind im zentralen Stadthafen. Dadurch haben wir sämtliche Geschäfte in der Nähe und erleben das pulsierende Leben. Wobei es zur jetzigen Winterzeit sehr ruhig ist. Viele Guletkapitäne, Restaurant- und sonstige Geschäftsinhaber nutzen die Zeit um Reparaturen, Renovierungen und Erneuerungen vorzunehmen.

Auch bei uns am Boot geht’s geschäftig zu. Vorrangig sind es Wartung, Pflege und ggf. anfallende Reparaturen. Dazu fallen Jan immer wieder Neuerungen ein, die er dann auch schnell umsetzt. Dabei denke ich gerade an die indirekte Beleuchtung unterm Tisch in der Plicht 🙂

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Mitte Januar hatten wir das schöne Wetter genutzt und sind mit vier anderen Booten nach Kekova gesegelt, um dort die Gegend zu erkunden. Wir hatten an einem Tag die Felsengräber angesehen und das alte Fort bei Kalekoy.

Zur Freude der Einheimischen in Kale hatten unsere Männer geholfen ein Boot aus dem Wasser zu ziehen. Wie das lief, dürft ihr auf dem Video sehen 😉

Den nächsten Tag wurde die Küste um Kekova abgefahren und dadurch einige schöne Buchten entdeckt. Es war ein sehr schöner Ausflug in einer netten Runde. Um euch die Schönheit der türkischen Landschaft zu präsentieren gibt’s selbstverständlich ein paar Bilder.

Hier im Stadthafen können wir ab und zu Schildkröten beim Schwimmen beobachten. Wie uns gesagt wurde, lieben es die Schildkröten die Boote von Seepocken (Barnacles) zu befreien.

wp-15800418661603939060649009289769.jpgIn unserer Zeit hier wurden wir bereits von mehreren Katzen adoptiert. Zusätzlich zum Katzenfutter holen sich die Fellnasen Kuschel- und Schmuseeinheiten ab. Zeitweise wollen sie nur letzteres. Sie kommen und gehen, wie sie möchten und manchmal bleiben sie irgendwann komplett weg.

Um der Masse Einhalt zu gebieten werden die männlichen Katzen kastriert. Kastrierten Katzen wird eine Ohrspitze abgeschnitten Zu den vielen Straßenkatzen hier kommen auch die vielen herrenlosen Hunde. Vielleicht sollten wir diese besser Gemeinschaftshunde nennen. Markierte Hunde (Knopf im Ohr) haben einen Besitzer. Überall stehen Näpfe mit Tierfutter, so dass selten ein Tier hungrig bleibt.

Konnten wir euch hiermit einen kleinen Einblick zu unserem – noch immer neuen – Leben geben? Ein Leben auf engem Raum und trotzdem einer unendlichen Weite. Einem Leben mit Grenzen, die wir uns selbst setzen.  Einem Leben, bei dem wir jeden Tag auf’s Neue dazulernen.

©by UMW

Ganz in Weiß

IMAG0729Er ist angekommen. Der Herr Winter. Bei uns in Europa. Auf jeden Fall in den germanischen Ländern über 500 NN. Sollte ich mich irren, dann korrigiert mich bitte 😉

Dicke Flocken segeln nun seit Tagen zu uns auf die Erde. Vor meinem Fenster türmt sich das Weiß auf etwa einen halben Meter. Dabei wohne ich in der Stadt. Unter dem Dach. Dieses kalte Weiß findet Zugang in mein Zimmer sobald ich das Dachfenster öffne. Schwer lässt es sich nur öffnen mit der Schneelast. Aber mit ein bisschen Mucki-Einsatz schaffe ich das. Beim Schließen rutscht der Schnee nach unten. Zumindest solange es so pulvrig und noch ungetaut ist.

Ich genieße diese klare Luft am Morgen. Wenn ich ehrlich bin, sogar den ganzen Tag. Dieses Weiß macht mir unbändige Freude. Deckt es doch alles zu und lässt alles sauber und unberührt erscheinen. Es ist mir absolut klar, dass es viele Menschen gibt, die den Winter weniger mögen. Autofahrer, die verschneite Straßen verfluchen, weil sie ihrem (selbstgemachten) Stress nicht mehr nachgeben können. Dabei ist es doch gut, wenn uns die Natur zu etwas mehr Ruhe zwingt. Zu etwas mehr Besinnung. Uns „einfriert“.

Schön finde ich es auch, wenn es die Kinder von ihren Computern, Mobiltelefonen und sonstigen Elektronischem wegholt. Nach draußen für Spaß mit anderen Kindern. Spaß beim Schneemann bauen, Schlitten oder Ski fahren. Ja, auch in der Stadt gibt es kleine Berge, die das möglich machen. In Parks und Grünanlagen.

Rafft euch auf und genießt diese Freude. Gemeinsam mit den Kindern. Vielleicht könnt ihr auch Kollegen überreden in der Mittagspause einen Schneemann zu bauen. Wenn es mir gelingt, werde ich über das Ergebnis schreiben oder ein Foto auf Instagram (berge_meer_freak) einstellen.

In diesem Sinne, genießt die „Weißen Tage“ 🙂

©by UMW