Es lichtet sich

Nach dem dritten Versuch wurde nun der 2,5 Meter lange Schlafzimmerschrank abgeholt. Inseriert war er als „zu verschenken“ bei zwei Kleinanzeigenanbietern. Zweimal sind die Interessenten nicht erschienen. Keine Absage. Ist das der Zeitgeist?

Heute kam ein älterer Herr, baute das Unikum ab, verstaute es in seinem Hänger und karrte es in seine Heimat in Bergnähe. Das Abbauen war das Geringste am Ganzen. Viel aufwendiger war es die Einzeleile nach unten zu bekommen. Fünf Etagen mit gesamt 84 Stufen spürt man dann schon in den Knochen. Dieser Mann hatte es geschafft.

Bis auf die Küche sind nun alle großen Möbel bei neuen Besitzern. Das beruhigt mich. Trotz allem ist noch immer genug da. Einiges wartet noch auf neue Besitzer. Es sind noch etwas mehr als 12 Wochen, in der ich Zeit habe alles los zu werden. Es macht mich nervös. Wirklich durchatmen kann ich erst, wenn ich die Türe hinter mir ins Schloss ziehe und den Schlüssel bei der Hausverwaltung abgebe.

Bis dahin gibt es noch einiges zu erledigen. Manchmal meine ich, die Zeit läuft schneller als ich meine Aufgaben bewältigen kann. Doch dann erledigt sich manchen fast von selbst.

Es ist aufregend. Noch immer.

©by UMW

… und weiter geht’s

Inzwischen habe ich gekündigt. An allen Fronten. Telefon, Mobiltelefon, Versicherungen, Wohnung und die Arbeit. Trotz dreimonatiger Kündigungsfrist habe ich fairerweise jetzt schon Bescheid gegeben.

Mit dem Mobiltelefon war es anfangs etwas schwierig. Ich habe mich dann auf mein Sonderkündigungsrecht berufen. Speziell hier auf §45 Abs. 8 Telekommunikationsgesetz. Da ich im Ausland nicht beliefert werden kann und in meinem Fall das Land komplett verlasse, tritt das Sonderkündigungsrecht in Kraft. Meine Abmeldebestätigung benötigen sie noch. Die kann ich ihnen erst im September liefern.

Von den Versicherungen habe ich derzeit noch keine Rückmeldung erhalten. Es wird auch hier dahin verlaufen, dass ich meine Abmeldebestätigung einreichen muss.

Zwar sind es noch vier Monate  bevor es losgeht. Ich gehe davon aus, dass mir die Zeit davonläuft. Im Sommer ist das meist der Fall.

Mit der Wohnungsauflösung, dem Mobiliar etc. geht es ebenfalls voran. Wenn ich Glück habe, nehmen Kollegen das eine oder andere Möbel ab. Das wäre wirklich fein.

Die Kleidung ist inzwischen soweit minimiert, dass ich noch vernünftig bekleidet zur Arbeit gehen kann. Das, was zu viel war und nicht mehr gebraucht wird, ist bereits entsorgt bzw. hat neue Trägerinnen.

Ein aufatmen war es für mich, dass ich jetzt offen über mein Vorhaben reden kann. Alle wichtigen Personen, inklusive meiner Mutter, wissen Bescheid.

©by UMW

Go Honey, go…

Irgendwann kommt die Zeit. Da drehen wir uns um. Und gehen. Gehen unseren Weg und schauen nur noch nach Vorne. Was war, lassen wir ziehen. Es hat in unserem Leben, an unseren Erfahrungen und auch an unserer Entwicklung, mitgewirkt.

Wir spüren es, wenn die Zeit reif ist, um uns wieder auf ein neues Ziel auszurichten. Neu durchzustarten.

Erneut spannen wir unsere Flügel und erheben uns voll Freude in einen neuen Lebensabschnitt.

©by UMW

Trennungszeiten

Gerade um die Jahreswende, wenn sich Altes in Neues wendet, ist es Zeit zu überdenken. Zu überdenken, was Zeit ist loszulassen. Loslassen ist keine Trennung. Es bedeutet sich mit etwas weniger zu beschäftigen. Dem ganzen Raum für Entwicklung zu geben. Das ist wichtig. Für einen selbst und für involvierte Personen und Dinge.

Die Zeit des Loslassens dient als Zeit zum Nachdenken und abwägen, ob wir uns gegebenenfalls von etwas trennen sollen oder wollen.

Trennungszeiten sind Zeiten der Neuorientierung. Menschen, die mich nur belasten mit ihren negativen Einstellungen, lasse ich gerne gehen. Vor allem dann, wenn sie selbst nicht bemerken, dass sie nur ihr eigenes EGO füttern und meinen alle anderen sind an sämtlichen Umständen schuld. Wieso verlangen so viele Menschen von ihrem Gegenüber eine Selbstreflektion und sind unfähig erst einmal sich selbst zu reflektieren?

Jeder von uns hat Zeiten, in denen er lustlos dahin vegetiert. Auch ich bin davon immer wieder einmal betroffen. Diese Zeiten nutze ich und halte mich von anderen Menschen fern. Wer hierfür kein Verständnis hat, darf gehen und geht wahrscheinlich von selbst. Sobald ich aus dieser Zeit meines Stillstandes wieder nach außen trete bin ich wie ein Phönix aus der Asche. Ich habe Entscheidungen getroffen und mein Leben neu sortiert. Ich erwache und spanne meine Flügel…

©by UMW

Es ist vollbracht…

IMAG0690Advent, Advent, das Vierte Lichtlein brennt. Es ist vollbracht – zumindest fast. Die Adventszeit, Vorbereitungszeit auf Weihnachten, endet morgen mit dem Höhepunkt. Dem heiligen Abend. Kinderaugen leuchten. Es wird wieder viele Enttäuschte geben, weil sie etwas anderes bekommen haben als gewünscht. Es ist eine hochexplosive Zeit in vielen Familien, dazu Unglücksfälle durch brennende Christbäume und Selbstmorde wegen Einsamkeit.

Dabei sollten wir dankbar sein. Dankbar, dass wir leben, ein Dach über den Kopf haben und etwas zu essen auf dem Teller. Was sind schon Geschenke, wenn sie nicht vom Herzen kommen? Wenn nur geschenkt wird, in der Erwartung selbst etwas zu bekommen!?

Ich persönlich schenke, wenn ich jemanden etwas schenken möchte. Weil es mir mein Herz sagt und weil es mir Freude bereitet. Erwartungen daran knüpfe ich schon lange keine mehr.

Für mich ist das schönste Geschenk, Zeit mit meinen Lieben zu verbringen.

©by UMW

Der Stundenklau

Es war wieder einer dieser Samstage im Jahr, an denen die Sonne regierte und einem zu Akitivitäten „zwang“.

Nach einem sonnigen Tag, den Mara mit einem Spaziergang an der frischen Luft und im nahen Park verbrachte, war sie so gut gelaunt, dass sie den Abend gemeinsam mit Freunden verbringen wollte. Sie telefonierte und kurzfristig war sie zum Mädelsabend mit Tanz verabredet. Mit engen Jeans, Bluse und ihren Lieblingsstiefeletten verließ sie die Wohnung. Beschwingt lieft sie zur U-Bahn. Mit einem offenen Blick und einem Lächeln sah sie sich in der Bahn um. Andere Fahrgäste lächelten zurück und so manch einer sprach sie an. In kurzen Gesprächen wurde sich vorwiegend über das Wetter unterhalten. Nach einer halben Stunde war sie am Ziel angekommen, verabschiedete sich von dem einen oder anderen Mitfahrer und stieg fröhlich aus dem Waggon.

Im Laufschritt lief sie die Rolltreppe nach oben. Am verabredeten Platz sah sie ihre Freundinnen bereits warten. Sie war wieder einmal, mit ihren fünf Minuten Verspätung, die letzte. Zur Begrüßung drückten und küssten sich die Frauen. Nachdem sie sich schon lange nicht mehr gesehen hatten, war schon bald ein lustiges Geschnatter zu vernehmen. Sie gingen in die Tanzbar, suchten sich einen Platz zwischen Bar und Tanzfläche und bestellten sich erst einmal einen Aperol-Sprizz zum Ankommen. Als die offizielle Party losging und der DJ tanzbare Musik auflegte, waren die Frauen nicht mehr zu halten. Ungezwungen tanzten sie den ganzen Abend und hatten viel Spaß. Die Zeit verging wie im Flug. Ein Blick zur Uhr zeigte ihnen, dass es bereits eine Stunde nach Mitternacht war. Bis sie sich zum Gehen aufgerafft hatten, war noch einmal eine halbe Stunde vergangen. Aber dann eilte es, denn Keine wollte eine Stunde auf die nächste Bahn warten. Nach den obligatorischen Abschiedsküsschen ging jede zu Ihrem Bahnsteig.

Claudia kam mit Mara in die selbe U-Bahn, musste dann aber nach einigen Stationen in eine andere Bahn umsteigen. So war dieses Stück für Mara doch noch recht kurzweilig. Zu dieser Uhrzeit war die U-Bahn bis auf zwei Mitfahrer leer. Schon nach kurzer Zeit war Mara an ihrem Zielbahnhof angekommen und ging innerhalb zehn Minuten nach Hause.

Mara betrat die Wohnung, legte Mantel und Schuhe ab und war einen Blick auf die Uhr. „Ach, doch schon gleich 2 Uhr!“ dachte sie und ging schnurrstracks ins Badezimmer. Sie machte sich für die Nacht fertig, nahm das Mobiltelefon und hing es an die Stromversorgung. Dabei fiel ihr Blick nochmals auf die Uhrzeit. Es war 3 Uhr! Innerhalb von zehn Minuten! Wer hat diese Stunde geklaut?

©UMW

Verdrängung

Die Gedanken an dich schiebe ich

In die Schublade des Vergessen

Die schöne gelebte Zeit…

War ich wieder einmal zu vermessen

Oder die Zeit noch nicht bereit

Ich habe geglaubt es könnte für länger sein.

Doch sicher kann ich’s gar nichts sagen

Meine Zweifel lassen mich nur klagen

Anstatt zu Vertrauen.

Jetzt ist die Zeit um an Neuem zu bauen…

Altes lass los und weiter ziehen

Vor der Zukunft kann keiner fliehen.

©UMW